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Konzentration auf Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien
Die Bayer AG kontrolliert einen internationalen Konzern, der in den einzelnen Bereichen weltweit zu den ersten Adressen gehört. Seit 2005 gliedert sich das Unternehmen in die drei Teilkonzerne "Gesundheit" (Bayer HealthCare), "Ernährung" (Bayer CropScience) und hochwertige "Kunststoffe" (Bayer MaterialScience). Bayer HealthCare entwickelt, produziert und vertreibt eine breite Palette von pharmazeutischen und biologischen Produkten bis hin zu Erzeugnissen der Tiergesundheit. Bayer CropScience ist bei Pflanzenschutz, Schädlingsbekämpfung und Saatgutentwicklung sehr gut positioniert. Bayer MaterialScience ist ein führender Hersteller hochwertiger Werkstoffe (z.B. Polycarbonat und Polyurethan) und innovativer Systemlösungen (z.B. Lacke). Berichtet wird in vier Segmenten: "Pharma" und "Consumer Health" gliedern den Teilkonzern HealthCare in zwei Segmente, "CropScience" und "MaterialScience" bilden jeweils ein eigenes Segment.
Der Teilkonzern "Bayer HealthCare" gliedert sich in die zwei Segmente "Pharma" und "Consumer Health" und steuert knapp die Hälfte zum Konzernumsatz bei. Der Teilkonzern "HealthCare" verbuchte 2012 Erlöse in Höhe von 18,61 (i.V. 17,17) Mrd. Euro, ein Plus im Vergleich zum Vorjahr von 8,4%. Währungs- und Portfoliobereinigt lag das Plus bei 4,2%. Laut Management haben eine gute Entwicklungspipeline und eine starke Stellung in den Wachstumsmärkten die positive Geschäftsentwicklung des Teilkonzerns auch im abgeschlossenen Geschäftsjahr geprägt. Dabei legte das Segment "Pharma" trotz des verhaltenen Geschäfts in Europa um 8,6% auf Erlöse von 10,80 (9,95) Mrd. Euro zu, während das Segment "Consumer Health" um 8,2% auf 7,81 (7,22) Mrd. Euro Umsatz wuchs. Die Erlöse in "Europa" kamen moderat um 1,7% auf 6,48 (6,38) Mrd. Euro voran und expandierten in "Nordamerika" um satte 13,8% auf 4,96 (4,36) Mrd. Euro. In der Region "Asien/Pazifik" kletterten sie sogar um 15,0% auf 4,20 (3,66) Mrd. Euro und in den Wachstumsregionen "Lateinamerika/Afrika/Nahost" um 6,7% auf 2,96 (2,78) Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank um 15,3% auf 3,82 (4,50) Mrd. Euro. Hier wirkten negative Sondereinflüsse von 1,25 (minus 0,20) Mrd. Euro, die die Ertragsentwicklung bremsten. Vor diesen Sondereinflüssen verbesserte sich das EBITDA um 7,8% auf 5,07 (4,70) Mrd. Euro. Das entspricht einer stabilen EBITDA-Marge von 27,2 (27,4)%. Die Ertragsverbesserung beruhte laut Management vor allem auf der positiven Geschäftsentwicklung in beiden Segmenten. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) brach um 32,5% auf 2,15 (3,19) Mrd. Euro ein. Vor Sondereinflüssen von minus 1,58 (minus 0,18) Mrd. Euro hätte es bei 3,74 (3,37) Mrd. Euro gelegen.
Im Segment "Pharma" entwickelt, produziert und vertreibt Bayer verschreibungspflichtige Arzneimittel, mit denen z.B. Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-, Infektions- und Krebserkrankungen sowie Multiple Sklerose behandelt werden. Hinzu kommen Medikamente zur Schwangerschaftsverhütung und Frauengesundheit sowie Spezialpharmazeutika. Für das Segment "Pharma" ergab sich im Geschäftsjahr 2012 folgendes Bild: Insgesamt kletterte der Umsatz des Segments "Pharma" um 8,6% auf 10,80 (9,95) Mrd. Euro. Währungs- und portfoliobereinigt wuchsen die Erlöse um 4,2%. Vor allem in China wurde das Geschäft laut Management im abgeschlossenen Geschäftsjahr deutlich ausgeweitet. Während im Segment "Pharma" die Erlöse in "Europa" auf 3,68 (3,66) Mrd. Euro um 0,5% nur sehr moderat wuchsen, sprangen sie in "Nordamerika" um 15,7% auf 2,37 (2,05) Mrd. Euro in die Höhe und legten in "Asien" sogar um satte 16,5% auf 2,94 (2,53) Mrd. Euro zu. In den Wachstumsländern "Lateinamerika/Afrika/Nahost" verzeichneten die Umsätze ein Plus von 5,6% auf 1,81 (1,72) Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) brach dennoch um 28,7% auf 1,99 (2,80) Mrd. Euro ein. Vor Sondereinflüssen von minus 1,21 (minus 0,18) Mrd. Euro stand ein EBITDA von 3,20 (2,97) Mrd. Euro zu Buche. Das entspricht einer EBITDA-Marge von 29,6 (29,9)%. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) brach noch deutlicher um 43,3% auf 1,08 (1,90) Mrd. Euro ein. Bei deutlich gestiegenen Sondereinflüssen von minus 1,22 (minus 0,15) Mrd. Euro ergab sich vor Sondereinflüssen ein um 12,5% verbessertes operatives Ergebnis von 2,30 (2,04) Mrd. Euro.
Das Segment "Consumer Health" konzentriert seine Aktivitäten auf die Geschäftsfelder "Consumer Care", "Medical Care" und "Animal Health". "Consumer Care" umfasst verschreibungsfreie Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel. Unter dem Titel "Medical Care" ist das Geschäft mit Blutzuckermesssystemen und mit Medizingeräten zum Einsatz in der kontrastmittelunterstützten diagnostischen Bildgebung sowie mit mechanischen Systemen zur Behandlung vereinter oder blockierter Gefäße zusammengefasst. Die Produkte für Nutz- und Haustiere sind in der Division "Animal Health" angesiedelt. Die Umsatzerlöse im Segment "Consumer Health" legten 2012 um 8,2% auf 7,81 (7,22) Mrd. Euro zu. Umsatzstarke Produkte wie die Schmerztablette Aspirin oder die Hautsalbe Bepanthen gehören zu den Ertragssäulen des Segments. Das gute Abschneiden des Segments basiert auch 2012 wieder auf der Umsatzstärke in allen Teilbereichen und Regionen. Dabei kam der Bereich "Consumer Care" auf 3,85 (3,53) Mrd. Euro Umsatz, ein Plus von 9,0%. Der Bereich "Medical Care" kletterte um 6,1% auf Erlöse von 2,65 (2,50) Mrd. Euro. Am stärksten wuchs jedoch wie im Vorjahr der Bereich "Animal Health". Er legte um 9,9% auf 1,30 (1,19) Mrd. Euro zu. Vergleichsweise gering stiegen die Erlöse in "Europa". Sie kletterten um 3,2% auf 2,81 (2,72) Mrd. Euro. In "Nordamerika" legte das Segment um 12,1% auf 2,59 (2,31) Mrd. Euro zu und in "Asien/Pazifik" um 11,6% auf 1,26 (1,13) Mrd. Euro. In den Regionen "Lateinamerika/Afrika/Nahost" wuchs Bayer "Consumer Health" um 8,6% auf 1,15 (1,06) Mrd. Euro. Das EBITDA legte um 6,7% auf 1,82 (1,71) Mrd. Euro zu. Hier waren mit minus 43 (minus 23) Mill. Euro nur vergleichsweise geringe Sondereinflüsse zu verbuchen. Das EBITDA vor Sondereinflüssen lag bei 1,87 (1,73) Mrd. Euro, ein Plus von 7,8%. Das entspricht einer EBITDA-Marge von 23,9 (24,0)%. Das EBIT brach jedoch um 16,6% auf 1,08 (1,29) Mrd. Euro ein. Vor Sondereinflüssen von minus 359 (minus 31) Mill. Euro wuchs das EBIT jedoch um 8,5% auf 1,44 (1,33) Mrd. Euro. Zu den negativen Sondereinflüssen zählen außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte.
Der Teilkonzern Bayer "CropScience" wird seit 2011 als ein berichtspflichtiges Segment dargestellt. Hier ist das Geschäft mit Produkten für den Pflanzenschutz, die Optimierung von Saatgut und Pflanzeneigenschaften sowie zur Garten- und Landschaftspflege und zur Schädlingsbekämpfung außerhalb der Landwirtschaft gebündelt. Das Segment gliedert sich in die beiden Geschäftsfelder "Crop Protection/Seeds" und "Environmental Science". 2012 kamen die Umsatzerlöse im Teilkonzern "CropScience" um 15,5% auf 8,38 (i.V. 7,26) Mrd. Euro voran. Währungs- und portfoliobereinigt stiegen die Umsätze um 12,4%. Getragen wurde das Wachstum laut Vorstand vor allem durch neue Produkte im Bereich "Crop Protection" und die gute Entwicklung bei "Seeds". Das Geschäftsfeld "Crop Protection/Seeds" wuchs um 16,2% auf 7,70 (6,63) Mrd. Euro, während der Bereich "Environmental Science" ein Umsatzplus von 8,6% auf 680 (626) Mill. Euro verbuchten konnte. Besonders gut entwickelte sich das Geschäft in "Nordamerika", wo die Erlöse um 26,5% auf 2,15 (1,70) Mrd. Euro zulegten. In "Asien/Pazifik" expandierte der Konzern mit einem Plus von 11,4% auf Erlöse von 1,39 (1,24) Mrd. Euro. Vergleichsweise moderate Zuwächse verzeichnete "Europa" mit einem Plus von 8,0% und Erlösen von 2,71 (2,51) Mrd. Euro. Überaus expansiv zeigten sich die Wachstumsländer "Lateinamerika/Afrika/Nahost" mit einem Plus von 18,5% und Erlösen von 2,14 (1,80) Mrd. Euro. Vor allem aufgrund von Mengensteigerungen und positiven Währungseinflüssen sprang das EBITDA des Teilkonzerns "CropScience" mit einem Zuwachs von 67,3% auf 2,03 (1,22) Mrd. Euro. 2011 belasteten Sondereinflüsse von minus 439 Mill. Euro das Ergebnis. 2012 waren die Sondereinflüsse mit plus 25 Mill. Euro positiv. Vor diesen Sondereinflüssen hätte das Ergebnis bei 2,01 (1,65) Mrd. Euro gelegen, was einer erhöhten EBITDA-Marge von 24,0 (22,8)% gleichkommt. Dank positiver Sondereinflüsse von 13 (negative Sondereinflüsse von 606) Mill. Euro, die aus dem Verkauf eines Betriebsgeländes in Indien resultierten, konnte sich das EBIT des Teilkonzerns "CropScience" mit 1,54 (0,56) Mrd. Euro nahezu verdreifachen. Vor Sondereinflüssen lag das EBIT laut Bayer bei 1,53 (1,17) Mrd. Euro, was einem Zuwachs von 30,7% entspricht.
Im Teilkonzern Bayer "MaterialScience" (hochwertige Kunststoffgranulate, Lack- und Klebstoffe, Platten und Folien) hat Bayer die Bereiche "Polyurethanes", "Polycarbonates", "Coatings, Adhesives, Specialities" sowie "Industrial Operations" zusammengefasst. Der Teilkonzern entspricht dem vierten berichtspflichtigen Segment. 2012 erhöhte Bayer im Teilkonzern "MaterialScience" seine Umsätze um 6,2% auf 11,50 (i.V. 10,83) Mrd. Euro. Währungs- und portfoliobereinigt kletterte der Umsatz um 3,0%. Das Geschäft mit "Polyurethanes" kam um 11,9% auf 6,00 (5,36) Mrd. Euro voran. Mit "Polycarbonaten" setzte der Teilkonzern 2,82 (2,89) Mrd. Euro und damit 2,4% weniger um als ein Jahr zuvor. Die Erlöse im Bereich "Coatings, Adhesives, Specialities" kletterten um 2,5% auf 1,97 (1,92) Mrd. Euro. Der Geschäftsbereich "Industrial Operations" steigerte seinen Umsatz um 8,2% auf 713 (659) Mill. Euro. Geografisch betrachtet stagnierten die Umsätze in "Europa" bei 4,41 (4,41) Mrd. Euro. Dahingegen zeigte sich "Nordamerika" mit einem Erlössprung um 15,7% auf 2,44 (2,11) Mrd. Euro besonders expansiv. In der Region "Asien/Pazifik" wuchsen die Umsätze um 8,8% auf 3,15 (2,89) Mrd. Euro und in den Wachstumsländern "Lateinamerika/Afrika/Nahost" um 6,1% auf 1,50 (1,42) Mrd. Euro. Das EBITDA im Teilkonzern wuchs marginal um 0,7% auf 1,22 (1,22) Mrd. Euro. Sondereinflüsse fielen in Höhe von minus 27 (plus 44) Mill. Euro an, so dass das EBITDA vor Sondereinflüssen im Vorjahresvergleich um 6,8% auf 1,25 (1,17) Mrd. Euro zulegte. Die EBITDA-Marge kam mit 10,9 (10,8)% leicht voran. Das EBITDA-Plus ist gestiegenen Absatzmengen, Effizienzsteigerungsmaßnahmen und positiven Währungseinflüssen zu verdanken. Vor Steuern und Zinsen erreichte das Ergebnis (EBIT) lediglich 597 (633) Mill. Euro, ein Minus im Vergleich zum Vorjahr von 5,7%. Auch hier summierten sich die Sondereinflüsse auf minus 27 (plus 44) Mill. Euro. Vor Sondereinflüssen kam das EBIT um 6,8% auf 629 (589) Mill. Euro voran. Die positiven Sondereinflüsse des Vorjahres resultierten aus einem Sonderertrag.
Umsatz auf Rekordniveau, Ergebnis leicht ausgebremst
Trotz der konjunkturellen Schwäche in einigen Ländern konnte der Bayer-Konzern im Geschäftsjahr 2012 seinen Umsatz nachdrücklich steigern, wenngleich das Ergebnis hinter dem Vorjahr zurückblieb. Dabei kommt dem Konzern zu Gute, dass er rund 70% seiner Umsätze im Life-Science-Bereich erzielt und so weniger konjunkturabhängig ist als andere Mitkonkurrenten. Die Erlöse wuchsen 2012 um 8,8% auf 39,76 (i.V. 36,53) Mrd. Euro und damit abermals auf einen neuen Rekordstand. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte lag das Plus bei 5,3% und damit deutlich über der unterjährig erhöhten Prognose. Als Erfolg feierte das Management, dass alle drei Teilkonzerne 2012 positiv zum Umsatz und bereinigtem Ergebnis beitragen konnten. Auch wenn der Teilkonzern "HealthCare" auf den europäischen Märkten mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, legten die Pharma-Umsätze, das größte Geschäft, weiter zu. "CropScience" und "MaterialScience" wuchsen 2012 ebenfalls deutlich. Mit einem Anteil am Konzernumsatz von 47 (47)% war der Teilkonzern "HealthCare" abermals der größte Erlösbringer. Es folgten "MaterialScience" mit 29 (30)% und "CropScience" mit 21 (20)%. Konsolidierungszwecke machten wie im Vorjahr weitere 3 (3)% aus.
Regional konnte sich der Konzern in den vergangenen Jahren auch immer unabhängiger von den Märkten in Europa machen. 2012 erzielte Bayer rund 60% seiner Erlöse außerhalb des alten Kontinents. So konnten die Umsätze in "Europa" vergleichsweise moderat um 2,0% auf 14,73 (14,44) Mrd. Euro wachsen. Besonders stark zeigte sich hier der Teilkonzern "CropScience", der um 8,0% auf 2,71 (2,51) Mrd. Euro zulegte. "MaterialScience" stagnierte in "Europa" bei 4,41 (4,41) Mrd. Euro, während der Teilkonzern "HealthCare" nur langsam um 1,7% auf 6,48 (6,38) Mrd. Euro vorankam. In "Nordamerika" expandierte der Markt für Bayer auf ein Volumen von 9,58 (8,18) Mrd. Euro. Hier erwies sich der Teilkonzern "CropScience" mit einem Plus von 26,5% und Erlösen von 2,15 (1,70) Mrd. Euro als besonders dynamisch. Weniger expansiv tendierte der Teilkonzern "HealthCare" in "Nordamerika". Hier wuchsen die Erlöse um 13,8% auf 4,96 (4,36) Mrd. Euro. "MaterialScience" war jedoch weiter das größte Segment in "Nordamerika". Es weitete sein Geschäft in der Region um 15,7% aus und erzielte Erlöse von 2,44 (2,11) Mrd. Euro. In der Region "Asien/Pazifik" wuchsen die Umsätze des Konzerns um 11,8% auf 8,77 (7,84) Mrd. Euro. Zum Wachstum trug insbesondere der Teilkonzern "HealthCare" bei, dessen Erlöse um 15,0% zulegten und auf 4,20 (3,66) Mrd. Euro stiegen. Der Teilkonzern "MaterialScience" punktete mit Erlösen von 3,15 (2,89) Mrd. Euro und einem Umsatzplus von 8,8%. "CropScience" wuchs um 11,4% auf 1,39 (1,24) Mrd. Euro. In "Lateinamerika/Afrika/Nahost" legte Bayer um 10,2% auf 6,69 (6,07) Mrd. Euro zu. Hier war "CropScience" mit einem Plus von 18,5% auf 2,14 (1,80) Mrd. Euro der expansivste Bereich. "HealthScience" kam um 6,7% auf 2,96 (2,78) Mrd. Euro voran und "MaterialScience" um 6,1% auf 1,50 (1,42) Mrd. Euro.
Parallel zum Umsatzplus legten auch die Herstellkosten um 6,0% auf 19,06 (17,98) Mrd. Euro zu. In Relation zum Umsatz lagen die Herstellkosten bei 47,9 (49,2)%. Das Bruttoergebnis wuchs so auf 20,70 (18,55) Mrd. Euro. Dabei waren die Herstellungskosten in Folge höherer Absatzmengen und gestiegener Rohstoffkosten bei "MaterialScience" angezogen. Die Vertriebskosten stiegen um 11,5% auf 9,99 (8,96) Mrd. Euro. Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand wurde um 2,8% auf 3,01 (2,93) Mrd. Euro zurückgefahren, und der Verwaltungsaufwand legte um 8,9% auf 1,87 (1,71) Mrd. Euro zu. Sonstigen betrieblichen Erträgen von 1,08 (0,86) Mrd. Euro standen sonstige betriebliche Aufwendungen von 2,96 (1,66) Mrd. Euro gegenüber.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stagnierte bei 6,92 (6,92) Mrd. Euro. Dank Einsparungen im Zuge von Restrukturierungsmaßnahmen sowie der guten Geschäftsentwicklung wuchs das EBITDA vor Sondereinflüssen um 8,8% auf 8,28 (7,61) Mrd. Euro, was einer konstanten EBITDA-Marge von 20,8 (20,8)% entspricht. Die Abschreibungen kletterten auf 2,98 (2,81) Mrd. Euro. In der Folge fiel das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 4,6% auf 3,96 (4,15) Mrd. Euro. Negative Sondereinflüsse in Höhe von 1,71 (0,88) Mrd. Euro zogen das EBIT in die Tiefe. Zu diesen Sondereinflüssen zählen sowohl die Kosten für Rechtsstreitigkeiten um die orale Anti-Baby-Pille Yasmin in Höhe von 1,19 Mrd. Euro, wie auch Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von 396 Mill. Euro und außerplanmäßige Abwertungen immaterieller Vermögenswerte in Höhe von 289 Mill. Euro. Vor diesen Sondereinflüssen wuchs das EBIT um 12,9% auf 5,67 (5,03) Mrd. Euro. Das Zinsergebnis konnte mit minus 252 (minus 335) Mill. Euro deutlich verbessert werden. Das Beteiligungsergebnis stagnierte bei minus 46 (minus 45) Mill. Euro.
Vor Steuern summierte sich das Ergebnis auf 3,25 (3,36) Mrd. Euro, ein Minus von 3,4%. Davon flossen 752 (891) Mill. Euro an den Fiskus. Nach Anteilen Dritter von minus 50 (minus 2) Mill. Euro blieb der Konzernjahresüberschuss unter dem Strich mit 2,45 (2,47) Mrd. Euro nahezu konstant. Der Rückgang war hier trotz der Sondereinflüsse mit nur 1,0% marginal. Je Aktie gab das Ergebnis auf 2,96 (2,99) Euro nach. Bereinigt lag es laut jüngstem Geschäftsbericht bei 5,35 (4,83) Euro je Aktie. Die Aktionäre werden mit einer erhöhten Dividende von 1,90 (1,65) Euro am gestiegenen Gewinn des Unternehmens teilhaben.
Umsatz soll um 4% bis 5% steigen
Für das laufende Jahr stellte der Vorstand - trotz einer voraussichtlichen Belastung seitens der Wechselkurse - eine leichte Steigerung des Ergebnisses in Aussicht. Insgesamt erwartet der Konzern für 2013 einen bereinigten Umsatzanstieg von etwa 4% bis 5%. Dies entspricht einem Konzernumsatz von rund 41 Mrd. Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen plant Bayer im mittleren einstelligen Prozentbereich zu verbessern. Nachdem die großen Restrukturierungsmaßnahmen in den Segmenten 2012 abgeschlossen werden konnten, sollen auch im laufenden Jahr Sonderaufwendungen in Höhe von 200 Mill. Euro in effizienzsteigernde Maßnahmen fließen.
Auch in Zukunft will sich der Konzern als Innovationstreiber positionieren. Zwischen 2011 und 2016 sollen neue Produkte auf den Markt gebracht werden, die ein Umsatzpotenzial von insgesamt mehr als 4 Mrd. Euro haben sollen. Im laufenden Jahr, dem Jahr des 150. Firmenjubiläums, sollen dazu die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 3,2 Mrd. Euro wachsen. Insbesondere das Life-Science-Geschäft soll auch weiterhin durch Unternehmenskäufe regional stärker aufgestellt werden. 2013 sind Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 2,3 Mrd. Euro geplant.
Für 2014 rechnet die Unternehmensspitze mit einem weiteren Anstieg des Umsatzes sowie mit einem steigenden EBITDA vor Sondereinflüssen und einem wachsenden bereinigten Ergebnis je Aktie. Zur Expansion sollen dabei auch die neuen Produkte aus dem Bereich "Pharma" beitragen. Sowohl Forschungs- und Entwicklungskosten als auch Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände sollen dabei zu 2013 konstant bleiben.
Mit synthetischen Farbstoffen fing es in Wuppertal an
Der Grundstein für die Bayer AG wurde am 1. August 1863 mit der Gründung der Firma Friedr. Bayer et comp. durch Friedrich Bayer und Johann Friedrich Weskott auf dem Gebiet des heutigen Wuppertal gelegt. Damaliger Unternehmensgegenstand war die Herstellung und Vermarktung von synthetischen Farbstoffen. Im Jahre 1881 erfolgte die Umfirmierung in die Aktiengesellschaft Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co. In den folgenden Jahren traten zu den Farbstoffen zahlreiche Zwischenprodukte und Arzneimittel hinzu; 1899 das auch heute noch bekannteste Bayer-Produkt, das Schmerzmittel Aspirin. Pharma hatte sich damit im Bayer-Konzern etabliert. 1904 wurde die Produktion von Fotochemikalien gestartet.
Die fortschreitende Expansion verlangte bald nach einem neuen Standort. Das seit 1895 systematisch ausgebaute Gelände nördlich von Köln, auf dem u.a. die Fabrik der Tochter Dr. Carl Leverkus & Söhne stand, wurde 1912 Firmensitz. Der Verlauf und der Ausgang des Ersten Weltkriegs zehrten an Bayer wie auch an anderen Industrieunternehmen Deutschlands. Um die immens wichtigen Exportmärkte wieder zu erschließen gründeten Bayer, BASF und Agfa eine Interessengemeinschaft, die 1925 in der Fusion zur I.G. Farbenindustrie AG mündete. Die Firma Bayer erlosch.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die I.G. Farben von den Alliierten in zwölf Unternehmen zerlegt, darunter die Farbenfabriken Bayer AG (Gründungsdatum 19. Dezember 1951) mit vier Produktionsstandorten und der Tochter Agfa, AG für Photofabrikation. Durch Fusion mit dem hartnäckigsten europäischen Konkurrenten entstand am 1. Juli 1964 die Agfa-Gevaert AG, Europas größter Fotoproduzent. Diese Tochter ging 1999 an die Börse. Fünf Jahre zuvor, 1994, goss Bayer seine Pläne für Nordamerika durch Übernahme der Sterling Winthrop in Beton. Damit nämlich kamen die US-Namensrechte an Bayer und das Bayer-Kreuz wieder in Konzerneigentum. 1995 wurde daraufhin die dortige Tochter Miles Inc. in Bayer Corporation umbenannt, 2002 folgte die Bayer-Notiz an der New York Stock Exchange. Im Oktober 2001 wurde durch Übernahme von Aventis CropScience für 7,25 Mrd. Euro das Pflanzenschutzgeschäft massiv verstärkt. Im Juni 2006 wurde das Geschäftsfeld HealthCare durch mehrheitliche Übernahme der Schering AG noch erheblich erweitert. Die Aktie ist im Leitindex Dax der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet.
| Name | Position |
|---|---|
| Dr. Marijn E. Dekkers | Vorstandsvorsitzender |
| Dr. Richard Pott | Vorstandsmitglied |
| Prof. Wolfgang Plischke | Vorstandsmitglied |
| Michael Koenig | Vorstandsmitglied |
| Werner Baumann | Vorstandsmitglied |
| Name | Position |
|---|---|
| Werner Wenning | Aufsichtsratsvorsitzender |
| Peter Hausmann | Aufsichtsratsmitglied |
| Oliver Zühlke | Aufsichtsratsmitglied |
| Michael Schmidt-Kießling | Aufsichtsratsmitglied |
| André van Broich | Aufsichtsratsmitglied |
| Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker | Aufsichtsratsmitglied |
| Dr.-Ing. Ekkehard D. Schulz | Aufsichtsratsmitglied |
| Dr. Thomas Fischer | Aufsichtsratsmitglied |
| Dr. Paul Achleitner | Aufsichtsratsmitglied |
| Dr. Klaus Sturany | Aufsichtsratsmitglied |
| Dr. Klaus Kleinfeld | Aufsichtsratsmitglied |
| Dr. Helmut Panke | Aufsichtsratsmitglied |
| Dr. Clemens A.H. Börsig | Aufsichtsratsmitglied |
| Petra Kronen | Aufsichtsratsmitglied |
| Petra Reinbold-Knape | Aufsichtsratsmitglied |
| Reiner Hoffmann | Aufsichtsratsmitglied |
| Sue H. Rataj | Aufsichtsratsmitglied |
| Thomas Ebeling | Aufsichtsratsmitglied |
| Yüksel Karaaslan | Aufsichtsratsmitglied |
| Thomas de Win | Aufsichtsratsmitglied |