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Konzentriert auf Beteiligungen im Bereich Biotech
Die BB BIOTECH AG agiert als Holding und beteiligt sich an Gesellschaften, die in der Wachstumsbranche Biotechnologie vorwiegend im nordamerikanischen und europäischen Markt tätig sind. Dabei zählt sich das Unternehmen zu den weltweit größten Anlegern in diesem Sektor. Die Gesellschaft konzentriert sich insbesondere auf börsennotierte Unternehmen, die auf die Entwicklung und Vermarktung neuer Medikamente spezialisiert sind. Für die Auswahl der Beteiligungen stützt sich BB BIOTECH auf die Expertise und Fundamentalanalyse von Ärzten und Molekularbiologen. Der Verwaltungsrat verfügt nach eigenen Angaben über langjährige wissenschaftliche und industrielle Erfahrung. Der Anlagehorizont ist generell langfristig ausgerichtet. BB BIOTECH beschränkt sich dabei auf einen kleinen Kreis von Kernbeteiligungen, die sich durch eine positive Ertragskraft ausweisen.
Die Engagements sind generell jeweils langfristig ausgerichtet, und zwar mit dem Ziel einer größtmöglichen Anlagerendite von im Schnitt 15% jährlich. Die Kernbeteiligungen sind auf eine kleine Auswahl beschränkt. Diese Kernbeteiligungen liegen vorwiegend bei Gesellschaften mit positiver Ertragskraft, die bereits Produkte in den Markt eingeführt haben oder die zudem im Besitz von erfolgversprechenden Produkten in vorgerücktem Entwicklungsstadium sind und finanzielles Durchhaltevermögen besitzen. Zur strategischen Ergänzung können auch kleinere Beteiligungen gehalten werden, die über das Potenzial verfügen, innerhalb von ein bis zwei Jahren in den Kreis der Kernbeteiligungen aufgenommen werden zu können.
Zum Ende des abgeschlossenen Geschäftsjahres umfasste das Portfolio der Gesellschaft insgesamt 30 (i.V. 29) Beteiligungen, von denen sieben als Kernbeteiligungen ausgewiesen wurden: Celgene, Vertex, Gilead, Actelion, Novo Nordisk, Incyte und Isis Pharmaceuticals. Die Zahl der im Portfolio vertretenen zugelassenen Medikamente stieg 2012 auf insgesamt sieben.
Neu in das Portfolio aufgenommen wurden 2012 die fünf Aktien Medivation, Onyx, The Medicines Company, Intercell und IPCA, eine indische Wachstumsgesellschaft. Das Kapital für die neuen Gesellschaften stammt vor allem aus der vollständigen Veräußerung von Pharmasset, Micromet, Human Genome Sciences und Amylin. Insgesamt sind BB BIOTECH mit diesen vier Transaktionen liquide Mittel von 183,6 Mill. CHF zugeflossen.
Actelion konzentriert sich auf die Entwicklung und Vermarktung von Arzneimitteln zur Behandlung kardiovaskulärer Erkankungen und Entzündungskrankheiten. Das Kernprodukt Tracleer wurde 2002 in Europa und den USA zur Behandlung pulmonaler arterieller Hypertonie (PAH; zunehmender Druck im Lungenkreislauf) zugelassen. Bessere Diagnose, höhere Überlebensraten und die erfolgreiche Erschließung neuer Märkte bilden die Grundlage für steigende Umsätze. Die Entwicklungspipeline des Unternehmens enthält mit Macitentan ein Medikament, dessen Marktzulassung im 4. Quartal 2013 erwartet wird. Nach den Ergebnissen der klinischen Studien senkt Macitentan die Morbiditäts- und Mortalitätsrate bei Patienten mit PAH deutlich. Da der Vorläufer Tracleer 2015 seinen Patentschutz verliert, spielt das Nachfolgemedikament eine entscheidende Rolle für Actelion, um sich seine Marktposition im PAH-Markt zu sichern. Bei einem stabilen Umsatz von 1,7 (i.V. 1,7) Mrd. CHF erwirtschaftete das Unternehmen nach Schätzungen von BB BIOTECH einen Reingewinn von 336 (394) Mill. CHF.
Celgene ist Spezialist für die Entwicklung und Vermarktung neuer Wirkstoffe zur Behandlung von Krebs und Entzündungskrankheiten. Das Pionierprodukt Thalomid wurde 2006 zur Behandlung beim multiplen Myelom (MM; Krebsart) zugelassen. Bereits im Dezember 2005 erfolgte die US-Zulassung von Revlimit, einer Weiterentwicklung von Thalomid mit verbesserter Wirkung und weniger Nebenwirkungen für eine ausgewählte Patientengruppe, die infolge weiterer klinischer Studienergebnisse seither stetig wächst. Zudem hat sich Celgene durch die Akquisition von Abraxis 2010 den Zugang zum Markt für Präparate gegen solide Tumore geschaffen. Das Medikament Abraxane ist in den USA und Europa bereits als Mittel gegen metastatischen Brustkrebs zugelassen und erhielt 2012 die US-Zulassung als Therapeutikum gegen nicht-kleinzelligen Lungenkrebs. 2012 legte Celgene zudem positive Phase-III-Ergebnisse für Abraxane bei der Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs und schwarzem Hautkrebs vor. Eine Zulassung dieser Indikationen dürfte das Umsatzwachstum nach Aussagen von BB BIOTECH beschleunigen. Weitere Thalomid-Analogika, die für die Behandlung verschiedener maligner und entzündlicher Erkrankungen eingesetzt werden könnten, befinden sich in Entwicklung. Bei einem Umsatzsprung auf 5,5 (i.V. 4,8) Mrd. USD kletterte der Reingewinn des Unternehmens 2012 auf 1,5 (1,3) Mrd. USD.
Gilead entwickelt Wirkstoffe für die Behandlung von Infektionskrankheiten wie HIV, Hepatitis B, Hepatitis C und Influenza sowie von Lungenerkrankungen wie PAH und Mukoviszidose. Viread, das erste, seit 2001 vermarktete Produkt des Unternehmens, zählt heute zu den tragenden Säulen bei der Behandlung von HIV-Infektionen. 2004 lancierte das Unternehmen Truvada, das inzwischen zum wichtigsten Therapeutikum für die meisten HIV-Patienten geworden ist. 2006 brachte Gilead Atripla auf den Markt, eine einmal täglich einzunehmende Tablette, die die beiden Arzneimittel Truvada (Gilead) und Sustiva (Bristol-Myers) kombiniert. In den USA und in Europa hat sich Atripla laut BB BIOTECH rasch als Medikament der Wahl bei neu diagnostizierten HIV-Patienten durchgesetzt. Durch die Übernahme von Pharmasset ist Gilead seit 2012 in Besitz eines vielversprechenden Medikamentenkandidaten für Hepatitis C (HCV) gekommen. Laut BB BIOTECH stehen die Chancen gut, dass Gilead damit sein Produkt als erstes auf den Markt bringen kann, dessen Volumen Experten auf bis zu 10 Mrd. USD schätzen. Im Geschäftsjahr 2012 erwirtschaftete das Unternehmen bei einem Umsatz von 8,4 (i.V. 7,9) Mrd. USD einen Reingewinn von 2,8 (2,9) Mrd. USD.
Vertex Pharmaceuticals ist auf die Erforschung und Entwicklung niedermolekularer Wirkstoffe gegen Krankheiten wie Hepatitis C, Mukoviszidose, Entzündungs- und Autoimmunerkrankungen spezialisiert. Das Unternehmen möchte in den USA die Entwicklungs- und Vermarktungsrechte für Produktkandidaten bei Hepatitis C und Mukoviszidose behalten. Bei Produktkandidaten gegen andere Krankheiten soll mit Partnern zusammengearbeitet werden. Wichtigstes Produkt ist Incivec (ehemals Telaprevir), ein Protease-Hemmer gegen Hepatitis C, der nach Unternehmensangaben 2011 in den USA und in Europa vorgestellt wurde. Die Lancierung übertraf zwar laut BB BIOTECH-Vorstand die Erwartungen, doch das Profil des Präparats mache es sehr anfällig für künftige Konkurrenzprodukte. Sein Marktanteil sollte daher bis 2018 deutlich zurückgehen. Bei einem Umsatz von 1,5 (i.V. 1,4) Mrd. USD verbuchte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2012 einen Verlust von 107 Mill. USD. Im Vorjahr belief sich der Reingewinn auf 30 Mill. USD.
Incyte entwickelt Medikamente mit dem Schwerpunkt auf hämatologische Erkrankungen, Entzündungserkrankungen sowie Krebs. Mit der Zulassung von Jakafi hat das Unternehmen einen wichtigen Meilenstein erreicht und im Markt einen guten Start hingelegt. 2011 gab Incyte Daten der Phase-III-Studie mit Jakafi bei Myelofibrose (Erkrankung des Knochenmarks) in den USA und in Europa bekannt, die dessen starke Wirksamkeit und dessen ausgezeichnetes Sicherheitsprofil bestätigten. Der Wirkstoff erhielt im Dezember 2011 die US-Zulassung und wurde in Europa im August 2012 zugelassen. Angesichts des hohen medizinischen Bedarfs rechnet BB BIOTECH für Jakafi bei Myelofibrose mit einem potenziellen jährlichen Umsatzvolumen von rund 1 Mrd. USD. Bei einem Umsatz von geschätzten 272 (i.V. 91) Mill. USD schrieb das Unternehmen 2012 jedoch noch einen Verlust von rund 59 (184) Mill. USD.
Novo Nordisk ist ein biopharmazeutisches Unternehmen, das sich auf die Bereiche Diabetes, Hämostase und Wachstumshormone konzentriert. Bei der Herstellung von Insulin und Insulin-Analoga ist Novo Nordisk nach Angaben von BB BIOTECH weltweiter Marktführer mit einem Marktanteil von etwa 50%. 2011 präsentierte Novo Nordisk positive Daten zu seinem langwirkenden Insulin-Analog Tresiba (Degludec) zur Behandlung von Diabetes-Typ-2-Patienten, dessen Marktzulassung 2012 vom FDA-Beratungsausschuss (US-Gesundheitsbehörde) für die USA empfohlen wurde. In Japan und Europa ist das Medikament bereits zugelassen. Bei einem Jahresumsatz von 78,0 (i.V. 66,3) Mrd. Dänischen Kronen (DKK) erzielte das Unternehmen 2012 einen Reingewinn von 21,4 (17,1) Mrd. DKK.
Isis Pharmaceuticals - die siebte Kernbeteiligung - ist für BB BIOTECH nach Angaben des Managements vor allem wegen seiner innovativen Technologieplattform interessant. Das Unternehmen gilt als führend im Bereich der Antisense-Technologie, die die Inhibition (Blockade) der Proteinproduktion auf genetischer Ebene ermöglicht. Der führende Produktkandidat des Unternehmens von Isis ist Kynamro, ein Mittel, das zur Senkung des LDL-Cholesterins dient und dessen Marktzulassung im laufenden Geschäftsjahr erwartet wird. Bei einem geschätzten Jahresumsatz von 99 Mio. USD schrieb Isis Pharmaceuticals im Geschäftsjahr 2012 einen Verlust von 80 Mill. USD.
Zurück in den schwarzen Zahlen
Nach Fehlbetragen in den beiden Vorjahren kehrte BB BIOTECH im Geschäftsjahr 2012 schwungvoll in die schwarzen Zahlen zurück. Laut Management ist die erfreuliche Kehrtwende vor allem der guten Wertentwicklung der Portfolio-Gesellschaften zuzuschreiben. 2012 stieg der Aktienkurs des Unternehmens dividendenadjustiert in Schweizer Franken (CHF) um 42,7 (i.V. 5,6)%. In Euro legte der Kurs um 42,9 (8,6)% zu. Dabei stieg der innere Wert der Gesellschaft (NAV) um 23% auf 1,23 (i.V. 1,00) Mrd. CHF. Der Börsenwert verbesserte sich im Jahresverlauf 2012 um 9,7% auf 1,15 (1,02) Mrd. CHF.
In 2012 fiel anders als im Vorjahr kein Verlust aus Wertschriften an, vielmehr konnte ein kräftiger Gewinn von 384,4 Mill. CHF verbucht werden. 2011 belief sich der Nettoverlust aus Wertschriften auf minus 54,14 Mill. CHF. Die Gesamterträge des Unternehmens schossen explosionsartig in die Höhe und summierten sich auf 392,0 (4,89) Mill. CHF. Dank des weiter kräftig gesenkten Betriebsaufwands von 23,86 (69,94) Mill. CHF verbesserte sich das Ergebnis vor Steuern auf plus 368,1 (minus 65,05) Mill. CHF. Nach einem Steueraufwand von 0,30 (0,09) Mill. CHF steht für das Geschäftsjahr 2012 unter dem Strich ein Jahresgewinn von plus 367,8 (Verlust: minus 65,14) Mill. CHF zu Buche. Nachdem die Aktionäre im Vorjahr vor dem Hintergrund der Verlustsituation auf eine Dividende verzichtet hatten, sollen sie für das Geschäftsjahr 2012 eine Gewinnbeteiligung von 4,50 CHF je Aktie erhalten.
Wichtige Marktzulassungen im laufenden Geschäftsjahr
Das Portfolio von BB BIOTECH soll im laufenden Geschäftsjahr mit Aktien aus den Emerging Markets vorsichtig ausgebaut werden. Überdies soll sich das im Verlauf des Jahres 2012 gestiegene Interesse an Plattformtechnologie-Gesellschaften verstärkt im Portfolio widerspiegeln.
Für das laufende Geschäftsjahr erwartete das BB BIOTECH-Management viele Meilensteine, die die Aktienkurse der Portfolio-Gesellschaften vorwärts bringen sollten. Erwartet werden unter anderem die US-Zulassung von Tresiba (Insulin Degludec) von Novo Nordisk zur Behandlung von Typ-1- und Typ-2-Diabetikern, Daten zu Celgenes Revlimid zur Behandlung von Multiple-Myelom-Patienten und Indikationserweiterungen für Abraxane sowie bei Actelion die Macitentan-Zulassung und mögliche Interimsdaten zu Selexipag zur Behandlung von PAH-Patienten. In Aussicht gestellt wurde ferner die US-Zulassung von Kynamro (Mipomersen) zur Behandlung von homozygoter Hypercholesterinämie (erhöhte Cholesterinwerte) bei Isis.
Gegründet im Jahre 1993
Gegründet wurde die BB BIOTECH AG am 9. November 1993 als Aktiengesellschaft nach schweizerischem Recht. Vor dem Börsengang betrug das in den vorangegangenen drei Jahren unveränderte Aktienkapital 19,5 Mill. CHF. In der außerordentlichen Generalversammlung vom 18. November 1997 wurde ein genehmigtes Kapital geschaffen, das Anfang Dezember 1997 zu einer Kapitalerhöhung um 4 Mill. auf 23,5 Mill. CHF genutzt wurde. Die 4 Mill. CHF bzw. 4 Mill. Miteigentumsanteile wurden am 10. Dezember 1997 in den Neuen Markt der Frankfurter Wertpapierbörse eingeführt. Des Weiteren stand ein Greenshoe von 600.000 Miteigentumsanteilen aus dem Besitz der Altaktionäre zur Verfügung. Der Emissionspreis lautete auf 27,35 Euro und der erste Kurs am Neuen Markt auf 27,87 Euro.
Im Dezember 2008 wurde BB BIOTECH in den Dow Jones STOXX 600 aufgenommen. Bis zum 18. Juni 2012 notierte die Gesellschaft im TecDax der Frankfurter Wertpapierbörse, erfüllte dann aber in Bezug auf den Umsatzschwerpunkt des Aktienhandels nicht mehr die Vorgaben der Börse und fiel so in den Prime Standard zurück. Bereits am 24. September 2012 konnte die Aktie jedoch wieder in den TecDax aufsteigen.
| Name | Position |
|---|---|
| Dr. Daniel Koller | Vorstandsvorsitzender |
| Lydia Bänziger | Vorstandsmitglied |
| Dr. Tazio Storni | Vorstandsmitglied |
| Dallas Webb | Vorstandsmitglied |
| Felicia Flanigan | Vorstandsmitglied |
| Name | Position |
|---|---|
| Dr. Erich Hunziker | Aufsichtsratsvorsitzender |
| Prof. Dr. Dr. Klaus Strein | Aufsichtsratsmitglied |
| Dr. Clive Meanwell | Aufsichtsratsmitglied |