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Holding der HORNBACH-Baumarkt AG
Die Hornbach Holding AG ist die Dachgesellschaft für eine Reihe von Unternehmen, die in den Bereichen Bau- und Gartenmärkte sowie im Baustoffhandel tätig sind. Die mit Abstand wichtigste Beteiligungsgesellschaft ist die ebenfalls börsennotierte HORNBACH-Baumarkt-AG, die sich als deutscher Marktführer unter den Betreibern großflächiger Bau-, Heimwerker- und Gartenmärkte mit mehr als 8.000 qm Verkaufsfläche bezeichnet. Die Hornbach Holding hält rund 76,4% der Anteile der Hornbach-Baumarkt AG. Ende Februar 2012 betrieb der Hornbach-Baumarkt in Europa insgesamt 134 (i.V. 133) Bau- und Gartenmärkte mit einer durchschnittlichen Verkaufsfläche von mehr als 11.600 (11.400) qm. Davon befanden sich 43 (41) Märkte im Ausland und zwar in Österreich (11), in den Niederlanden (9), Luxemburg (1) und Tschechien (8) sowie in der Schweiz (5), Slowakei (2), Schweden (3) und seit neuestem auch in Rumänien (4). Die Gesamtverkaufsfläche lag Ende Februar 2012 bei 1.549.000 (1.514.000) qm.
Der Teilkonzern Hornbach Baumarkt-AG konnte sich 2011/12 (28.02.) erfreulich entwickeln. Der Umsatz konnte dabei vor allem in Deutschland aber auch im europäischen Ausland wachsen und erstmals die Drei-Milliarden-Euro-Grenze durchbrechen. Der Umsatz betrug 3,00 (i.V. 2,84) Mrd. Euro und war damit um 5,8% gewachsen. Das Betriebsergebnis (EBIT) wuchs überproportional um 7,8% auf 128,4 (119,1) Mill. Euro.
Die Hornbach Baustoff Union GmbH ist im Baustoffhandel tätig und betreibt im Südwesten Deutschlands 24 (21) Baustoffhandelsniederlassungen. Dank der anziehenden Wohnungsbautätigkeit legten die Umsätze um 11,8% auf 201,5 (180,3) Mill. Euro zu. Das EBIT stieg um 16,5% auf 3,8 (3,3) Mill. Euro.
In der Hornbach Immobilien AG ist neben dem für die Immobilienbewirtschaftung spezifischen Know-how der Immobilienbesitz des Konzerns gebündelt. Zum Stichtag 28. Februar 2012 hat die Hornbach Immobilien AG 39 großflächige Bau- und Gartenmärkte im In- und Ausland sowie ein Logistikzentrum an die Hornbach Baumarkt AG vermietet bzw. untervermietet. Weitere 34 Märkte gehören zur Hornbach Baumarkt AG. Zwischen der Hornbach Holding und der Hornbach Immobilien besteht ein Ergebnisabführungs- und Beherrschungsvertrag. 2011/12 lagen die Mieterträge bei 68,7 (64,2) Mill. Euro und waren damit um 7,0% gewachsen. 66,1 (61,7) Mill. Euro entfielen dabei auf die Vermietung von Objekten innerhalb des Gesamtkonzerns. Das EBIT legte um 0,9% auf 39,0 (38,6) Mill. Euro zu.
Baumarkt-Tochter ist die Perle der Holding
In Krisenzeiten konzentrierten sich die Menschen stärker denn je auf ihr Zuhause und geben Geld für die Verschönerung und für Renovierungsprojekte aus. So profitierte der Konzern in den vergangenen Jahren von dem so genannten "Homing"-Trend. Dank der anspringenden Konjunktur konnte die Hornbach Holding im Geschäftsjahr 2011/12 (28.02.) ihre Umsätze um 6,2% auf 3,20 (i.V. 3,02) Mrd. Euro steigern und damit abermals die Drei-Milliarden-Euro-Marke durchbrechen. Flächenbereinigt legte der Umsatz im Teilkonzern Bau- und Gartenmärkte um 2,8% zu.
Die Erlöse im europäischen Ausland Im Teilkonzern Bau- und Gartenmärkte wuchsen um 6,5% auf 1,27 (1,20) Mrd. Euro und machten nach der Eröffnung zweier neuer Filialen (beide in der Tschechischen Republik) 42,4 (42,1)% der Konzernerlöse aus. In Deutschland legten die Umsätze um 6,0% auf 1,93 (1,82) Mrd. Euro zu.
Die Kosten der umgesetzten Handelsware lagen bei 2,03 (1,91) Mrd. Euro, so dass der Rohertrag auf 1,17 (1,10) Mrd. Euro stieg. Die Rohertragsmarge war mit 36,6% zum Vorjahr konstant. Die Filialkosten gab der Konzern mit 867,8 (825,5) Mill. Euro an. Dabei standen Voreröffnungskosten für die neuen Filialen von 6,39 (5,28) Mill. Euro an. Der Verwaltungsaufwand kletterte zudem auf 134,9 (123,7) Mill. Euro.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um 7,8% auf 246,5 (228,7) Mill. Euro zu. Das entspricht einer EBITDA-Marge von 7,7 (7,6)%. Die Abschreibungen stiegen vor allem in Folge außerplanmäßiger Wertminderungen in Rumänien auf 78,69 (69,87) Mill. Euro. Damit wuchs das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 6,3% auf 169,1 (159,1) Mill. Euro und erreichte eine stabile EBIT-Marge von 5,3 (5,3)%. Getrieben wurde das Ergebnisplus von der flächenbereinigten Umsatzsteigerung bei den Baumärkten und einer stabilen Handelsspanne. Aber auch die Baustoff Union trug positiv zum Ergebnis bei. Mit minus 34,66 (minus 36,98) Mill. Euro verbesserte sich das Zinsergebnis leicht. Vor Steuern expandierte das Ergebnis um 4,0% auf 131,9 (126,8) Mill. Euro. An den Fiskus führte der Konzern 37,28 (27,75) Mill. Euro ab. Nach Anteilen Dritter von minus 18,23 (minus 17,98) Mill. Euro blieb unter dem Strich ein Konzernjahresüberschuss von 76,37 (81,10) Mill. Euro, ein Minus von 5,8%. Der Konzern gibt das Ergebnis je Stammaktie mit 4,76 (5,05) Euro und je Vorzugsaktie mit 4,79 (5,08) Euro an. Die Stammaktionäre erhalten für das abgelaufene Jahr eine Dividende von 0,64 (1,28) Euro je Aktie und die Vorzugsaktionäre von 0,67 (1,34) Euro je Aktie.
Im Juli hat der Konzerne eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln durchgeführt, in deren Folge 4 Mill. neue Gratis-Vorzugs- wie auch 4 Mill. neue Gratis-Stammaktien im Verhältnis 1:1 neu ausgegeben wurden. Sowohl die Zahl der Aktien verdoppelte sich damit auf 16 Mill. Stück (Vorzugs- und Stammaktien) wie auch das gezeichnete Kapital von 24 Mill. Euro auf 48 Mill. Euro. Der rechnerische Nennwert der Aktien blieb mit 3,00 Euro je Aktie konstant.
Bei einem Vergleich der Kennzahlen ist zu berücksichtigen, dass HORNBACH-Holding seit dem Geschäftsjahr 2001/02 nach IFRS bilanziert. Der Ergebniseinbruch des Jahres 1999/2000 ist vor allem auf die Neuordnung der Immobilienaktivitäten zurückzuführen; mit dieser Neustrukturierung waren im Jahr zuvor Verkäufe von Immobilien und Beteiligungen der HORNBACH-Baumarkt-AG einhergegangen, die ertragssteuerfrei erfolgten und zu einem ao. Ertrag von 19,7 Mill. Euro geführt hatten.
Wachstum durch Neueröffnungen
Seit der Finanzkrise ist der Ausblick für den Konzern stärker von konjunkturellen Unsicherheiten geprägt. Im Mittelpunkt steht dabei die Lösung der Staatsverschuldung im Euroraum. Parallel hat die Volatilität an den Aktienmärkten zugenommen. Vor diesem Hintergrund sind die Absatz-, Beschaffungs- und Refinanzierungsmärkte schwer vorhersehbar. Die Unternehmen der Hornbach-Gruppe sind dabei stark vom privaten Konsum abhängig, der wiederum von der Beschäftigungsquote, den verfügbaren Einkünften wie auch der Inflation abhängt. Vor diesem Hintergrund wird der Konzern seine Expansion in den Jahren 2012/13 und 2013/14 wieder schneller vorantreiben und mehr als zwei Märkte jährlich eröffnen. Dabei ist nicht geplant, in einen neuen Markt einzutreten. In 2012/13 sollen insgesamt sechs und in 2013/14 dann bis zu neun Märkte neu eröffnet werden. Im Baustoffhandel soll die regionale Marktposition durch eine Standortverlagerung und eine Neueröffnung weiter ausgebaut werden. Insgesamt sollen die Erlöse im Konzern 2012/13 ähnlich wachsen wie im abgeschlossenen Jahr, flächenbereinigt also um 2,8%. Einschließlich Neueröffnungen, Schließungen und Erweiterungsmaßnahmen sollen die Erlöse im laufenden Jahr im mittleren einstelligen und im Folgejahr im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich zulegen. Bis Ende 2014 sollen alle drei Teilkonzerne positiv zum Ergebnis beitragen. Dabei wird das EBIT laut Vorstandsprognose 2012/13 leicht über dem Niveau des abgeschlossenen Jahres, also über 169,1 Mill. Euro liegen. Im folgenden Jahr soll das EBIT dann schneller als der Konzernumsatz zulegen.
Im Jahre 1877 verwurzelt
Die Wurzeln der HORNBACH HOLDING liegen im Jahr 1877. Seit dieser Zeit waren fünf Generationen der Familie HORNBACH in fast allen Bereichen des Baugeschehens, im Bauhandwerk, als Hersteller von vorgefertigten Bauteilen und erstmals im Jahre 1900 durch eine Baumaterialien-Handlung tätig. An der Börse ist die Gesellschaft seit Juni 1987 vertreten. Beherrschender Vermögenswert der Holding ist die operative Tochtergesellschaft HORNBACH-Baumarkt-AG, die im November 1993 ebenfalls an die Börse gebracht wurde. In den vergangenen Jahren als Börsen-AG hat sich HORNBACH von einem kleinen mittelständischen Unternehmen mit einem Jahresbruttoumsatz von weniger als 128 Mill. Euro (1986/87) in seiner Branche zu einem deutschlandweit bedeutenden Anbieter gemausert.
Im Zusammenhang mit einer Neuordnung der Immobilienaktivitäten war 1998/99 die HORNBACH Immobilien AG entstanden, die durch formwechselnde Umwandlung aus der HORNBACH Immobilien-Holding GmbH hervorging. Nach der Verschmelzung mit der HORNBACH Immobilien GmbH & Co. KG belief sich das Eigenkapital dieser AG per Ende 1998/99 auf 60,7 Mill. Euro. Primärer Geschäftszweck der HORNBACH Immobilien AG ist seither die Entwicklung von erstklassigen Einzelhandelsimmobilien, die zum überwiegenden Teil an die HORNBACH-Baumarkt-AG vermietet werden. Im Rahmen der neuen Immobilien-Strategie des HORNBACH-Konzerns soll die HORNBACH Immobilien AG mittelfristig Eigentümerin von etwa 50% der von der HORNBACH-Baumarkt-AG genutzten Bau- und Gartenmärkte werden. Dadurch hat sich der Investitionsschwerpunkt innerhalb des Konzerns auf die HORNBACH Immobilien AG verlagert, was u.a. eine bilanzielle Entlastung der HORNBACH-Baumarkt-AG nach sich gezogen hatte.
Nachdem die Hornbach Holding bis Ende März 2006 schon einmal im SDax notierte, gelang ihr am 9. Oktober 2009 die Wiederaufnahme in den SDax.
| Name | Position |
|---|---|
| Albrecht Hornbach | Vorstandsvorsitzender |
| Roland Pelka | Vorstandsmitglied |
| Name | Position |
|---|---|
| Dr. Wolfgang Rupf | Aufsichtsratsvorsitzender |
| Christoph Hornbach | Aufsichtsratsmitglied |
| Kevin O'Byrne | Aufsichtsratsmitglied |
| Otmar Hornbach | Aufsichtsratsmitglied |
| Richard Marshall Boyd | Aufsichtsratsmitglied |
| Joerg Walter Sost | Aufsichtsratsmitglied |