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Einer der weltweit führenden Risikoträger
Mit mehr als 200 in- und ausländischen Tochtergesellschaften ist die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG (Munich Re) in 150 Ländern aktiv. Dabei verlassen sich rund 5.000 Versicherungsgesellschaften auf die Leistungskraft der Gruppe. Damit ist die Münchener Rück-Gruppe einer der weltweit führenden Risikoträger. Die globale Marktstellung manifestiert sich auch darin, dass mehr als die Hälfte der gesamten Beitragseinnahmen außerhalb Deutschlands erzielt wird. Bei den Geschäften werden ausschließlich kalkulierbare Risiken wahrgenommen. Diese Politik hat den Konzern zu einer der solidesten deutschen Börsenfirmen gemacht. Neben dem Kerngeschäft der Rückversicherung ist der Konzern vor allem über die ERGO Versicherungsgruppe AG in der Erstversicherung aktiv und seit 2010 mit dem Geschäftsfeld Munich Health weltweit in der Krankenerst- und Krankenrückversicherung tätig. Berichtet wird in sieben nach Geschäftsfeldern und Sparten gegliederten Segmenten.
Die Rückversicherungsunternehmen der Gruppe sind weltweit aktiv und bilden den geschäftlichen Kern des Konzerns. Mehr als die Hälfte der jährlichen Bruttoprämien und des Jahresgewinns stammen aus dem Rückversicherungsgeschäft, dem die Gruppe mit ihrem internationalisierten Auftritt als "Munich Re" Rechnung trägt. Die Erstversicherungsunternehmen operieren vorwiegend unter dem Label der ERGO Versicherung AG und konzentrieren sich auf Deutschland sowie auf wachstumsstarke Märkte in Mittel- und Osteuropa oder in Asien wie etwa Südkorea und Indien, für die das Management mit einem deutlichen Wachstum rechnet. Unter der Marke Munich Health firmiert das weltweite Geschäft mit der Krankenerst- und Krankenrückversicherung. Die Kapitalanlagen der Gruppe von knapp 214 Mrd. Euro betreut die MEAG, Munich Ergo Asset Management GmbH.
Den höchsten Auslandsanteil am Umsatz hat im abgeschlossenen Geschäftsjahr wie in den Vorjahren Munich Health mit 98%. Die Erstversicherung erwirtschaftete in der Sparte "Leben" 25% ihres Umsatzes im Ausland, auf die Sparte "Gesundheit" entfällt ein Auslandsanteil von 4%, und die Sparte "Schaden/Unfall" erzielte 42% ihrer Umsätze im Ausland. In der Rückversicherung liegt der Anteil des im Ausland erwirtschafteten Geschäfts in der Sparte "Leben" bei 97%, und in der Sparte "Schaden/Unfall" bei 96 %.
Seit Jahresbeginn 2012 weist der Konzern die Segmentzahlen nach Eliminierung von konzerninternem Geschäft aus, die Vorjahreswerte wurden nachträglich angepasst.
Mit Beitragseinnahmen von rund 28 Mrd. Euro jährlich allein aus der Rückversicherung zählt sich die Munich Re zu den weltweit führenden Rückversicherern. Ein Netz von über 13.000 Mitarbeitern sichert die Präsenz der Gruppe im Rückversicherungsgeschäft auf allen Kontinenten. Das Geschäftsfeld "Rückversicherung" ist in sechs Ressorts aufgeteilt: Das weltweite Geschäft mit Lebensrückversicherungen gehört zum Ressort "Life". Das Ressort "Europa & Latin America" bündelt das Schaden- und Unfallgeschäft mit internationalen europäischen Kunden sowie Kunden aus der Karibik und Lateinamerika. Im Ressort "Germany, Asia Pacific & Africa" wird die Schaden- und Unfallversicherung für die benannten Regionen verantwortet. Im Ressort "Special and Financial Risks" sind Sonderrisiken wie Kreditsrisiken oder Luft- und Raumfahrtrisiken angesiedelt. Das Ressort "Global Clients & North America" pflegt die Geschäftsverbindungen zu großen international tätigen Versicherungsgruppen und zu global agierenden Lloyd's-Syndikaten sowie Bermuda-Gesellschaften. Dieses Ressort steuert überdies die Aktivitäten der Gruppe im nordamerikanischen Markt. Das sechste Ressort, "Corporate Underwriting", ist nicht direkt operativ tätig, sondern klärt Grundsatzfragen der Zeichnungspolitik und kümmert sich um die Sicherung der Qualität und die Integration mathematischer Verfahren in die Geschäftsprozesse. Das weltweite Rückversicherungsgeschäft gliedert sich in die beiden Segmente "Rückversicherung Leben" und "Rückversicherung Schaden/Unfall". Von den gebuchten Bruttobeiträgen des Geschäftsfeldes "Rückversicherung" entfielen im abgeschlossenen Geschäftsjahr etwa zwei Fünftel auf das Segment "Rückversicherung Schaden/Unfall" und drei Fünftel auf das Segment "Rückversicherung Leben". Zum Konzernergebnis steuerte die "Rückversicherung" mit ihren beiden Segmenten im abgeschlossenen Geschäftsjahr mit insgesamt 3,06 (i.V. 0,50) Mrd. Euro traditionsgemäß den Löwenanteil bei.
Im Segment "Rückversicherung Leben" verlief das Geschäftsjahr aus Vorstandssicht erfreulich, nicht zuletzt aufgrund der anhaltend dynamischen Entwicklung der expandierenden Erstversicherungsmärkte in Asien, von der Munich Re profitiert. 2012 legten die gebuchten Bruttobeiträge im Vergleich zum Vorjahr um 17,4% auf 11,13 (9,60) Mrd. Euro zu. Auf Basis eines insgesamt erfreulich niedrigen Schadensverlaufs in den Kernmärkten konnte das versicherungstechnische Ergebnis des Segments mit 420 (354) Mill. Euro kräftig gesteigert werden. Das Ergebnis aus Kapitalanlagen legte mit 913 (883) Mill. Euro ebenfalls zu, so dass der operative Gewinn des Segments auf 719 (629) Mill. Euro kletterte. Zum Nettojahresgewinn des Konzerns trug das Segment 495 (334) Mill. Euro bei und verbesserte das Segmentergebnis damit um 48%.
Im Segment "Rückversicherung Schaden/Unfall" wuchsen die gebuchten Bruttobeiträge zum Bilanzstichtag 2012 vor allem infolge von positiven Wechselkurseffekten um 3% auf 17,05 (16,90) Mrd. Euro. Konstante Wechselkurse vorausgesetzt wäre das Beitragsvolumen jedoch um 3,2% gesunken, weil großvolumige Verträge in China wegfielen. Gleichzeitig schmolz die Nettobelastung aus Großschäden mit insgesamt 1,80 (5,05) Mrd. Euro auf rund ein Drittel des außergewöhnlich hohen Vorjahreswertes. Infolgedessen sackte die Schaden-Kosten-Quote im Bereich "Rückversicherung Schaden/Unfall" von ihrem Höchstwert im Vorjahr auf aus Vorstandssicht hervorragende 91 (113,6)%. Das versicherungstechnische Ergebnis erholte sich mit plus 2,79 (minus 0,81) Mrd. Euro nachdrücklich. Bei einem Gesamtergebnis aus Kapitalanlagen von 2,15 (1,87) Mrd. Euro kehrte auch das operative Ergebnis des Segments mit plus 3,60 (minus 0,25) Mrd. Euro wieder schwungvoll in die Gewinnzone zurück. Zum Konzernergebnis für 2012 steuerte das Segment am Ende 2,56 (0,17) Mrd. Euro bei.
Die Aktivitäten der Munich Re im Bereich "Erstversicherung" sind in erster Linie in der ERGO Versicherungsgruppe gebündelt, die sich zu den großen Versicherungsgruppen in Europa zählt. Nur die Krankenerstversicherung ausländischer Kunden gehört zum Segment "Munich Health". Die ERGO Versicherungsgruppe betreut rund 40 Mill. Kunden in über 30 Ländern und bearbeitet nahezu alle Zweige der Lebens-, Kranken- sowie der Schaden- und Unfallversicherung. Rund drei Viertel der gebuchten Bruttobeiträge in der "Erstversicherung" werden in Deutschland generiert. Das restliche Viertel wird in vorwiegend europäischen Ländern erwirtschaftet. Zu den Erstversicherern des Unternehmens gehören die ERGO Versicherung AG mit dem Krankenversicherer DKV, dem Rechtsschutzversicherer D.A.S. und der Europäischen Reiseversicherung (ERV). Das Erstversicherungsgeschäft ist in die drei Segmente "Leben", "Gesundheit" und "Schaden/Unfall" aufgeteilt. Im Geschäftsjahr 2012 gaben die gebuchten Bruttobeiträge des Geschäftsfeldes mit 17,08 (17,45) Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahr leicht nach. Dazu steuerten die drei Segmente wie schon 2011 jeweils rund ein Drittel bei. Insgesamt legte das Nettoergebnis des Erstversicherungsgeschäfts 2012 im Vergleich mit dem Vorjahr jedoch um 59% auf 247 (155) Mill. Euro zu.
Im Segment "Erstversicherung Leben" gingen die gebuchten Bruttobeiträge im Vergleich zum Vorjahr um minus 5,6% auf 5,80 (6,14) Mrd. Euro zurück. Aus Vorstandssicht macht sich hier die verbreitete wirtschaftliche Unsicherheit und das niedrige Zinsniveau bemerkbar. Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich auf plus 17 (minus 59) Mill. Euro. Bei einem kräftig verbesserten Ergebnis aus Kapitalanlagen von 3,63 (2,43) Mrd. Euro wurde das operative Ergebnis im Vergleich mehr als verdreifacht und schoss auf 367 (102) Mill. Euro. Zum Konzernergebnis trug das Segment "Erstversicherung Leben" im abgeschlossenen Geschäftsjahr 164 (67) Mill. Euro bei.
Im Segment "Erstversicherung Gesundheit" blieben die gebuchten Bruttobeiträge im Geschäftsjahr 2012 bei einem kleinen Plus von nur 0,4% mit 5,73 (5,72) Mrd. Euro so gut wie stabil. Wegen höherer Aufwendungen für Versicherungsleistungen aufgrund der Kostensteigerungen im Gesundheitswesen gab das versicherungstechnische Ergebnis auf 389 (453) Mill. Euro nach. Dank eines deutlich gesteigerten Ergebnisses aus Kapitalanlagen von 1,24 (1,01) Mrd. Euro wurde das operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr dennoch mehr als verdoppelt und belief sich auf 238 (94) Mill. Euro. Zum Konzernergebnis trug das Segment im abgeschlossenen Geschäftsjahr 87 (23) Mill. Euro bei.
Das Segment "Erstversicherung Schaden/Unfall" verbuchte im Geschäftsjahr 2012 Bruttobeiträge von 5,55 (5,60) Mrd. Euro und blieb damit unter dem Vorjahreswert. Das versicherungstechnische Ergebnis des Segments wuchs dagegen kräftig auf 226 (192) Mill. Euro und die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich leicht auf 98,7 (99,1)%. Doch bei einem rückläufigen Ergebnis aus Kapitalanlagen von 376 (408) Mill. Euro und belastet von Rückstellungen für die Restrukturierung des deutschen Vertriebs schrumpfte das operative Ergebnis auf 290 (385) Mill. Euro. Am Konzernergebnis war das Segment "Erstversicherung Schaden/Unfall" in 2012 nur negativ beteiligt: mit einem Segmentverlust von minus 4 Mill. Euro nach einem Gewinn im Vorjahr von plus 65 Mill. Euro.
Im Segment "Munich Health" ist das Krankenerstversicherungsgeschäft außerhalb Deutschlands sowie das weltweite Krankenrückversicherungsgeschäft angesiedelt. Mit 5.000 Mitarbeitern ist der Konzern an 26 Standorten in über 40 Ländern aktiv. Das Geschäft wird über vier regionale Geschäftszentren in Princeton, Abu Dhabi, Singapur und München gesteuert. 2011 kaufte Munich Re die Windsor Health Group, Inc., einen auf Senioren spezialisierten US-Krankenversicherer, und stärkte damit ihre Position auf dem vor einer Reform stehenden US-Gesundheitsmarkt. Die Windsor Health Group und Sterling Life agieren seit Ende des 2. Quartals 2011 unter der gemeinsamen Marke Windsor Health Group (WHG). Das Geschäftsjahr 2012 schloss das Segment "Munich Health" erneut mit einem kräftigen Beitragswachstum ab. Die gebuchten Bruttobeiträge legten im Vergleich zum Vorjahr um 12,3% auf 6,70 (5,97) Mrd. Euro zu. Das versicherungstechnische Ergebnis von "Munich Health" gab allerdings deutlich auf 36 (59) Mill. Euro nach und auch das Ergebnis aus Kapitalanlagen blieb mit 115 (119) Mill. Euro unter dem Vorjahreswert, so dass das operative Ergebnis des Segments lediglich 108 (159) Mill. Euro erreichte. Ausschlaggebend für den Ergebnisrückgang waren laut jüngstem Geschäftsbericht Verluste der WHG, die mit einem IFRS-Ergebnis von minus 86 Mill. Euro in das Segmentergebnis eingingen. Aufgrund der mittelfristig eingetrübten Ertragssituation bei WHG wurden zudem Abschreibungen in Höhe von 166 Mill. Euro auf Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte des Segments erforderlich. Zum Nettojahresergebnis des Konzerns trug das Segment im Geschäftsjahr 2012 am Ende einen Verlust von minus 92 Mill. Euro bei. Der Gewinn lag im Vorjahr noch bei 36 Mill. Euro.
Im Segment "Asset Management" werden die weltweiten Kapitalanlagen der Gruppe von MEAG MUNICH ERGO Asset Management GmbH (MEAG) betreut. Die Gesellschaft ist auf das Management des Vermögens der Gruppe spezialisiert und verantwortet die Deckung der Versicherungsverbindlichkeiten. Darüber hinaus stellt MEAG ihr Knowhow auch institutionellen Anlegern und Privatkunden zur Verfügung. Zum Bilanzstichtag 2012 betreute die MEAG neben den konzerneigenen Kapitalanlagen Spezial- und Publikumsfonds im Wert von 11,5 (10,4) Mrd. Euro. Das operative Ergebnis des Segments erreichte im abgeschlossenen Geschäftsjahr 32 (62) Mill. Euro. Zum Nettojahresgewinn des Konzerns steuerte das Segment 0 (18) Mill. Euro bei.
Ertragslage wieder kräftig verbessert
Während das Ergebnis des Versicherungskonzerns in 2011 durch Großschäden in Rekordhöhe und Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen schwer belastet wurde, erholte es sich im abgeschlossenen Geschäftsjahr sichtlich von dem Tiefschlag. Bei deutlich weniger Belastungen aus Großschäden als im Vorjahr wurde der Konzerngewinn 2012 im Vergleich zu 2011 mehr als verdreifacht.
Im Geschäftsjahr 2012 steigerte der Konzern seine Bruttobeiträge um 4,8% auf 51,97 (i.V. 49,57) Mrd. Euro. Die Erträge aus Kapitalanlagen schrumpften um minus 15,4% auf 14,02 (16,57) Mrd. Euro, mit einem Minus von 43,1% im Vergleich zum Vorjahr gingen die Aufwendungen aus Kapitalanlagen noch stärker auf 5,59 (9,82) Mrd. Euro zurück. Die Schaden-Kosten-Quote im Bereich "Rückversicherung Schaden/Unfall" sank auf 91,0 (113,6)%. Im Bereich "Erstversicherung Schaden/Unfall" legte die Quote auf 98,7 (99,1)% zu. Bei "Munich Health" lag sie bei 100,2 (99,5)%. In der Folge verbesserte sich das versicherungstechnische Ergebnis auf 3,88 (0,19) Mrd. Euro. Zudem legte auch das Gesamtergebnis aus Kapitalanlagen um ein knappes Viertel zu auf 8,44 (6,76) Mrd. Euro, so dass sich das operative Konzernergebnis schließlich auf 5,35 (1,18) Mrd. Euro summierte.
Zum Bilanzstichtag 2012 belief sich der Bestand an Kapitalanlagen auf 213,8 (201,7) Mrd. Euro. Nach Anlagearten entfallen davon 59 (58)% auf Festverzinsliche Wertpapiere, 25 (26)% auf Darlehen und 10 (11)% auf übrige Kapitalanlagen. Weitere 3(2)% sind in Aktien oder Aktienfonds investiert, 2(2)% in Grundbesitz und 1 (1)% in Beteiligungen. In 2012 verbesserte sich die durchschnittliche Verzinsung der Kapitalanlagen auf 3,9 (3,4)%.
Vor Steuern summierte sich der Konzerngewinn auf 4,08 (0,16) Mrd. Euro. Bei einer Steuerlast von 866 (Steuergutschrift: 552) Mill. Euro blieb abzüglich marginaler Fremdanteile unter dem Strich ein Konzernjahresüberschuss von 3,20 (0,70) Mrd. Euro - mehr als das Vierfache des Vorjahreswertes. Je Aktie beziffert der Konzern das Ergebnis auf 17,98 (3,94) Euro. Dank der nach wie vor soliden Kapitalausstattung und des erfreulichen Ergebnisse wird der Hauptversammlung die Zahlung einer erhöhten Dividende von 7,00 (6,25) Euro je Aktie vorgeschlagen.
Gewinn soll mit annähernd 3,0 Mrd. Euro vergleichsweise stabil bleiben
Auch wenn die konjunkturelle Dynamik sich im Zuge der Konsolidierung der Staatsfinanzen und auf Grund hoher Arbeitslosigkeit in vielen Industrieländern abschwächen wird, bleibt Munich Re für das laufende Geschäftsjahr zuversichtlich und visiert für 2013 auf ein im Vergleich zum Vorjahr recht stabiles Jahreskonzernergebnis von annähernd 3 Mrd. Euro an.
Konstante Wechselkurse vorausgesetzt erwartet die Versicherungsgruppe für 2013 gebuchte Bruttobeiträge von insgesamt 50 bis 52 Mrd. Euro, die damit in etwa auf der Höhe von 2012 liegen werden. Dazu soll das Segment "Rückversicherung" allein mit 27 bis 28 Mrd. Euro mehr als die Hälfte beisteuern und die "Erstversicherung" weitere 17 Mrd. Euro. Für "Munich Health" werden etwas über 6,5 Mrd. Euro gebuchte Bruttobeiträge erwartet. In Rücksicht auf das Ergebnis setzt das Management vergleichsweise niedrige Schaden-Kosten-Quoten voraus. In der "Schaden- und Unfallrückversicherung" rund 94% der verdienten Nettobeiträge, in der "Schaden- und Unfallerstversicherung" rund 95% und bei "Munich Health" etwa 100%.
Weil die Kapitalmarktzinsen aus Vorstandssicht nicht wesentlich steigen werden, bleiben die Kapitalmarkterträge auf einem niedrigen Niveau. Das Konzernmanagement rechnet für 2013 mit einer Rendite auf Kapitalanlagen von rund 3,3%.
In der "Rückversicherung" soll das Konzernergebnis 2013 zwischen 2,3 und 2,5 Mrd. Euro liegen. Weitere 400 bis 500 Mill. Euro soll das Geschäft mit der "Erstversicherung" beisteuern. Die Ergebniserwartungen für den ERGO Teilkonzern bewegen sich zwischen 350 und 450 Mill. Euro. Im Geschäftsfeld "Munich Health" dagegen kann das Konzernmanagement einen erneuten Verlust nicht ausschließen. Wie es im jüngsten Geschäftsbericht heißt, hält die schwierige Situation bei der US-amerikanischen Tochter WHG an.
Börsengang im 19. Jahrhundert
Die Münchener Rück ist ein traditionsreiches Unternehmen, das auf eine 130-jährige Geschichte zurückblickt. Seine Anfänge nahm es 1880 mit Gründer Carl von Thieme als Familienunternehmen, das von Beginn an auf das internationale Geschäft setzte. Vor allem die schnell wachsende Schwerindustrie hatte der Pionier im Visier. 1888 ging die Münchener Rückversicherungsgesellschaft an die Börse. Am 21. März 1888 wurde die Aktie der Munich Re an der Börse München zu einem Kurs von 700 Mark eingeführt. Zehn Jahre später, 1898, war die Aktie das Dreifache wert. Ihr Kurs lag am 2. Januar 1898 bei 2.435 Mark. Erstmals beteiligte sich die Gesellschaft im gleichen Jahr an einem Erstversicherer, dem russischen Unfallversicherer Pomoschtsch.
Der Ehrgeiz des Firmengründers, der im Rückversicherungsgeschäft prinzipiell international agieren wollte, war nach wie vor ungestillt. Branchen und Länder übergreifend wurde das Risiko systematisch gestreut. 1890 wurde das erste Büro in London eröffnet, die Beziehungen zu russischen Versicherungsunternehmen wurden ausgebaut und gefestigt. Einen weiteren Meilenstein in der Internationalisierung setzte die junge Rückversicherungsgesellschaft mit der gelungenen Eroberung des US-amerikanischen Marktes. Dabei entwickelte die Münchener Rück ständig neue Versicherungsarten wie die erste Maschinenversicherung oder die Reiseversicherung. In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts kam es allerdings auch zu Großschäden. Mit dem Erdbeben von San Francisco im April 1906 registrierte die Gesellschaft die bis zum heutigen Tag relativ höchste finanzielle Schadenbelastung aus einer Naturkatastrophe.
Im Zuge zweier Weltkriege geriet das Unternehmen in schwere Fahrwasser. Wichtige Auslandsmärkte durften nicht mehr bedient werden. Wegen falscher Angaben über das Auslandsvermögen verhängte das Amerikanische Militärgericht nach Ende des Zweiten Weltkrieges Geld- und Freiheitsstrafen gegen die Unternehmensführung. Überdies gingen Vermögenswerte verloren und bis 1950 blieben Auslandsgeschäfte verboten. Nicht zuletzt belasteten Brände und Naturgefahren die Versicherungsgesellschaft. Erst mit der Wiederaufnahme des Auslandsgeschäfts ab 1950 startete die Münchener Rück international wieder durch. In den fünfziger und sechziger Jahren entstanden neue Gesellschaften und Niederlassungen in den USA, Kanada, Asien und Afrika. 1953 eröffnete die Münchener Rückversicherungsgesellschaft ihre erste Außenstelle in Hongkong. 1967 folgte die erste Repräsentanz in Japan, 1968 ein Büro in Kapstadt.
In den siebziger und achtziger Jahren häuften sich schwere Naturkatastrophen. Um diese intensiv zu erforschen und damit ein professionelles Risikomanagement zu ermöglichen, rief die Münchener Rück 1974 das "Gemeinsame Büro für Elementargefahren" ins Leben. Die heute unter dem Namen GeoRisikoForschung bekannte Expertengruppe besteht aus Ingenieuren, Meteorologen und Geophysiker, die gemeinsam Naturkatastrophen erforschen und beobachten. In den 1990er Jahren sicherte das Management die nationale und internationale Marktposition und stärkte die Finanzkraft der Gruppe. Die entscheidenden Meilensteine des Jahrzehnts waren 1996 die Übernahme des US-Rückversicherers American RE, die Gründung der ERGO Versicherungsgruppe 1997, die mit Versicherungsunternehmen wie der DKV, D.A.S. oder der Hamburg Mannheimer Deutschlands zweitgrößter Erstversicherer war, und die Gründung des Anlagespezialisten der Gruppe, der MEAG MUNICH ERGO Asset Management GmbH 1998. Gleichzeitig legten die Bruttobeitragseinnahmen der Gruppe kräftig zu: Sie stiegen von rund 13 Mrd. DM 1990 auf gut 21 Mrd. DM im Jahr 1999.
Seit 2000 entwickelt sich die Gruppe vom klassischen Rückversicherer immer stärker zum Lösungsanbieter über die gesamte Wertschöpfungskette der Versicherungswirtschaft hinweg. Seit September 2009 präsentieren sich die Rückversicherung und der Konzern weltweit einheitlich unter der Marke Munich Re. Seit Jahresbeginn 2010 hat sich die Gruppe einem Geschäftsmodell aus Rückversicherung, Erstversicherung und Internationaler Gesundheit verschrieben.
| Name | Position |
|---|---|
| Dr. Nikolaus von Bomhard | Vorstandsvorsitzender |
| Dr. Jörg Schneider | Vorstandsmitglied |
| Dr. Ludger Arnoldussen | Vorstandsmitglied |
| Dr. Peter Röder | Vorstandsmitglied |
| Dr. Torsten Jeworrek | Vorstandsmitglied |
| Dr. Wolfgang Strassl | Vorstandsmitglied |
| Georg Daschner | Vorstandsmitglied |
| Dr. Joachim Wenning | Vorstandsmitglied |
| Dr. Thomas Blunck | Vorstandsmitglied |
| Name | Position |
|---|---|
| Dr. Bernd Pischetsrieder | Aufsichtsratsvorsitzender |
| Anton van Rossum | Aufsichtsratsmitglied |
| Annika Falkengren | Aufsichtsratsmitglied |
| Andrés Ruiz Feger | Aufsichtsratsmitglied |
| Prof. Dr. Dr. Ann-Kristin Achleitner | Aufsichtsratsmitglied |
| Prof. Dr. Henning Kagermann | Aufsichtsratsmitglied |
| Prof. Peter Gruss | Aufsichtsratsmitglied |
| Dr. Ron Sommer | Aufsichtsratsmitglied |
| Dr. Benita Ferrero-Waldner | Aufsichtsratsmitglied |
| Christian Furhrmann | Aufsichtsratsmitglied |
| Dina Bösch | Aufsichtsratsmitglied |
| Frank Fassin | Aufsichtsratsmitglied |
| Hans Peter Claußen | Aufsichtsratsmitglied |
| Herbert Bach | Aufsichtsratsmitglied |
| Marco Nörenberg | Aufsichtsratsmitglied |
| Peter Löscher | Aufsichtsratsmitglied |
| Reinhard Pasch | Aufsichtsratsmitglied |
| Richard Sommer | Aufsichtsratsmitglied |
| Wolfgang Mayrhuber | Aufsichtsratsmitglied |
| Silvia Müller | Aufsichtsratsmitglied |