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Labor- und Prozesstechnologie für den Weltmarkt
Die Sartorius AG ist eine weltweit tätige Holdinggesellschaft, die Beteiligungen im Geschäft mit Labor- und Prozesstechnologie hält. Die Produkte und Dienstleistungen von Sartorius unterstützen die Kunden des Unternehmens dabei, komplexe und qualitätskritische Prozesse in der Biopharmaproduktion und im Labor zeit- und kosteneffizient umzusetzen. Die wichtigsten Kunden stammen aus der Biotech-, Pharma- und Nahrungsmittelindustrie sowie aus öffentlichen Forschungseinrichtungen und Laboren. Sartorius verfügt in Europa, Asien und Amerika über eigene Produktionsstätten sowie über Vertriebsniederlassungen und örtliche Handelsvertretungen in mehr als 110 Ländern. Die Berichterstattung ist in die drei Segmente "Bioprocess Solutions", "Lab Products & Services" und "Industrial Weighing" gegliedert.
Im Rahmen einer bis 2020 reichenden neuen Wachstumsstrategie unterscheidet der Konzern seit Jahresbeginn 2012 statt wie bisher zwei nunmehr drei Segmente. Vorher war das Geschäft in die Felder Biotechnologie und Mechatronics gegliedert. Laut Management bündeln die neuen Segmente jeweils Geschäfte für gleiche Kundengruppen und bilden die wichtigsten Märkte der Gruppe besser ab als vorher.
Das Segment "Bioprocess Solutions" umfasst mit dem größten Teil des früheren Segments Biotechnologie das Bioprozess-Geschäft. Der deutlich kleinere Teil des früheren Segments Biotechnologie, das Geschäft mit Labormaterialien, wurde im Zuge der Reorganisation dem neuen Segment "Lab Products & Services" zugeordnet. Dieses Segment bündelt das gesamte Laborportfolio einschließlich des erst Ende 2011 erworbenen Biohit-Pipettengeschäfts. Im Segment "Industrial Weighing" ist das Geschäft mit industrieller Wäge- und Kontrolltechnik angesiedelt, das vorher zum Segment Mechatronics zählte.
Neben der Implementierung der neuen Segmente nutzte Sartorius das abgeschlossene Geschäftsjahr, um seine Produktionskapazitäten zu erweitern, ein neues ERP-System in Betrieb zunehmen, in den Ausbau des Vertriebs in Nordamerika und Asien zu investieren und das Produktportfolio durch Zukäufe und Kooperationen zu stärken. Zu der insgesamt positiven Geschäftsentwicklung in 2012 trugen alle drei Segmente bei.
Im Segment "Bioprocess Solutions", das rund die Hälfte zu den jährlichen Gesamterlösen des Konzerns beiträgt, entwickelt Sartorius Anwendungen und stellt Produkte der biomolekularen und mikrobiellen Separationstechnik, der Zellkulturtechnik, der Konzentration, der Fermentation (Erzeugung oder Umwandlung intra- oder extrazellulärer Stoffe mit Hilfe von Mikroorganismen) und der Aufreinigung her. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Membranen und Filter für Kunden aus den Branchen Pharma, Biotech, Chemie, Lebensmittel und Getränke. Im Geschäftsjahr 2012 vergrößerte Sartorius sein Spartenangebot durch die Aufnahme von Zellkultur-Medien. Dabei handelt es sich um Einwegprodukte, die bei jedem Zellkulturprozess gebraucht werden. Zudem wurde die Produktion von Bags und Filtern in Yauco, Puerto Rico, ausgebaut sowie die Membranproduktion in Göttingen erweitert. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr steigerte das Segment seine Erlöse um 15,6% auf 474,2 (i.V. 410,2) Mill. Euro. Besonders stark nachgefragt waren Einwegprodukte für die biopharmazeutische Produktion. Aufgrund guter Nachfrage vor allem aus Nordamerika verzeichnete auch das Equipment-Geschäft solides Wachstum. Der operative Gewinn (EBITA) des Segments "Bioprocess Solutions" konnte im Berichtsjahr um 22,9% auf 88,0 (71,6) Mill. Euro gesteigert werden. Die operative Gewinnmarge verbesserte sich auf 18,6 (17,5)%.
Alle Produkte, die in Laboren benötigt werden, hat Sartorius seit 2012 in dem neuen Segment "Lab Products & Services" gebündelt. Zudem wurde das Angebot durch das Ende 2011 erworbene Biohit Liquid Handling-Geschäft erweitert. Das Segment versteht sich als breit aufgestellter Anbieter von hochwertigen Laborinstrumenten (u.a. Laborwaagen, Pipetten, Reinstwassersysteme) sowie Verbrauchsmaterialien (z.B. Laborfilter und Pipettenspitzen) und bietet zudem weltweit leistungsfähige Serviceleistungen an. Nach eigenen Angaben ist Sartorius in der Laborwägetechnik weltweit der zweitgrößte Anbieter und nimmt im Bereich Pipetten global gesehen eine führende Stellung ein. Im Geschäftsjahr 2012 weitete das Segment sein Geschäftsvolumen um 21,1% auf 268,9 (i.V. 222,0) Mill. Euro aus Laut Konzernmanagement verdankt sich das stattliche Wachstum in erster Linie dem erstmaligen Einbezug des Biohit-Pipettengeschäfts. Bei einer stabilen Ergebnismarge von 13,7 (13,8)% verbesserte sich das operative Segmentergebnis auf 36,9 (30,7) Mill. Euro und gewann damit gegenüber dem Vorjahr rund 20%.
Das Portfolio den kleinsten Segments "Industrial Weighing" umfasst Mess- und Inspektionssysteme wie Schwerlastwägezellen, Kontrollwaagen, Metalldetektoren und Industriewaagen. Sartorius zählt sich vor allem im Bereich der Verwiegung von Silos und Prozessbehältern zu den weltweit führenden Anbietern. Vor allem in Europa und Asien verfügt das Segment nach Unternehmensangaben über eine gute Marktposition. Zu den wichtigsten Kunden dieses Segments zählen Unternehmen aus der Nahrungsmittel-, Chemie-, Pharma- und Grundstoffindustrie. Laut jüngstem Geschäftsbericht prüft das Sartorius-Management die Möglichkeit, dieses Segment mittelfristig zu veräußern, um sich stärker als bislang auf das Kerngeschäft konzentrieren zu können. Der Umsatz des Segments verbesserte sich im Geschäftsjahr 2012 erwartungsgemäß um lediglich 1,8% auf 102,7 (100,9) Mill. Euro. Ebenfalls erhöht werden konnte das operative Ergebnis, das sich bei einer Ergebnismarge von 9,9 (9,8)% auf 10,1 (9,9) Mill. Euro belief.
Umsatz ausgeweitet und Ergebnis kräftig verbessert
Trotz hoher Investitionen in neue Produktionskapazitäten und des Ausbaus der Vertriebsstrukturen erzielte Sartorius im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatzzuwachs von 15,4% auf 845,7 (i.V. 733,1) Mill. Euro und steigerte das operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr um gut ein Fünftel. Die operative Ergebnismarge erreichte mit 16,0 (15,3)% einen neuen Rekordwert. Neben dem ausgeweiteten Geschäftsvolumen trug laut jüngstem Geschäftsbericht auch ein günstiges Währungsumfeld dazu bei, das Ergebnis zu verbessern. Dabei verlief die Geschäftsentwicklung in den allen Segmenten sowie in allen Regionen erfolgreich.
Regional entwickelte sich Sartorius wechselkursbereinigt in "Nordamerika" mit einem Umsatzplus von 28,6% mit der größten Dynamik. Die Umsatzerlöse stiegen hier im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2012 auf 191,1 (148,6) Mill. Euro. Treiber war laut Management eine sehr gute Geschäftsentwicklung sowohl im Labor- als auch im Bioprozess-Geschäft. Auch in "Asien/Pazifik" wuchs das Geschäft mit 18,6% zweistellig auf 203,8 (171,8) Mill. Euro. In "Europa" legte Sartorius in einem insgesamt schwächeren konjunkturellen Umfeld wechselkursbereinigt um 9,3% auf 419,2 (383,7) Mill. Euro zu.
Infolge der gesteigerten Umsätze stiegen die Herstellungskosten 2012 um 13,3% auf 425,7 (375,7) Mill. Euro und die Vertriebskosten um 17,5% auf 187,5 (159,5) Mill. Euro an. Auch der Verwaltungsaufwand wuchs um 18,0% auf 49,13 (41,65) Mill. Euro und die Forschungs- und Entwicklungskosten legten um 8,6% auf 48,12 (44,31) Mill. Euro zu. Mit einem Plus von knapp 24% auf insgesamt 40,63 (32,81) Mill. Euro schossen die Abschreibungen im Vergleich zum Vorjahr besonders stark in die Höhe. Das Zinsergebnis verbesserte leicht sich auf minus 12,91 (minus 14,10) Mill. Euro. Alles in allem summierte sich das Ergebnis vor Steuern auf 96,49 (79,05) Mill. Euro. Nach Ertragssteuern von 29,68 (23,54) Mill. Euro, sonstigen Steuern von 2,56 (2,71) Mill. Euro sowie Anteilen Dritter von minus 15,74 (minus 11,23) Mill. Euro kletterte der Konzernjahresüberschuss unter dem Strich auf 48,51 (41,56) Mill. Euro und wuchs damit gegenüber dem Vorjahr um knapp 17%. Je Stammaktie beziffert das Unternehmen den Gewinn auf 3,69 (3,09) Euro und je Vorzugsaktie auf 3,71 (3,11) Euro. Die Dividende soll für 2012 um 17% steigen und sich auf 0,94 (0,80) Euro je Stamm- und 0,96 (0,82) Euro je Vorzugsaktie belaufen.
Durch die Umstellung der Rechnungslegung auf IAS im Jahre 2000 ist ein Vergleich mit den Vorjahren nur eingeschränkt möglich.
Profitables Wachstum soll 2013 weitergehen
Auch für das laufende Geschäftsjahr rechnet Sartorius mit einer Ausweitung der Erlöse und einem verbesserten Ergebnis. Wechselkursbereinigt rechnet Sartorius für 2013 mit einer Umsatzsteigerung von etwa 6% bis 9% und einer verbesserten operativen Gewinnmarge von rund 16,5%. Vor allem in Nordamerika und in ausgewählten Ländern Asiens sollen die Erlöse mit zweistelligen Zuwachsraten vorankommen.
Im Segment "Bioprocess Solutions" soll sich der Umsatzzuwachs auf 9% bis 12% belaufen und die operative Ertragsmarge auf etwa 19% steigen. Im Segment "Lab Products & Services" wird ein Umsatzplus von etwa 3% bis 6% bei einer operativen EBITA-Marge von rund 14% erwartet. Das Segment "Industrial Weighing" plant mit einer Umsatzsteigerung von höchstens 3% und einer operativen EBITA-Marge von etwa 10%.
Krise Mitte der 90er Jahre schnell bewältigt
Ertragsmäßig war Sartorius 1997 in neue Dimensionen vorgestoßen. War das operative Ergebnis als interne Mess- und Steuerungsgröße im Geschäftsjahr 1996 noch mit 1,0 Mill. Euro negativ, so wurde 1997 eine bemerkenswerte Wende geschafft. Die erfreuliche Umsatzentwicklung sowie die stringenten Controlling- und Kostensenkungsmaßnahmen hatten ein operatives Ergebnis von 12,1 Mill. Euro nach sich gezogen.
Im Juni 2007 hatte Sartorius die Stedim S.A. übernommen. Im Vorfeld der Stedim-Transaktion hatte Sartorius die beiden Sparten Biotechnologie und Mechatronik rechtlich als Sartorius Stedim Biotech und Sartorius Mechatronics verselbständigt und die administrativen Bereiche in eine eigenständige Gesellschaft, die Sartorius Corporate Administration GmbH überführt. Diese erbrachte seither Dienstleistungen für beide Teilkonzerne. Nachdem Sartorius Stedim-Aktien übernommen hatte, stimmten die Stedim-Aktionäre zu, dass Sartorius ihre Biotechnologie-Sparte in die Stedim S.A. als Sacheinlage einbringen darf. Hieraus entstand die neue Sartorius Stedim Biotech, an der Sartorius einen Anteil von 72% hält. Zum 31. Dezember 2010 wurden die Anteile auf 75% aufgestockt. Das Unternehmen ist fortan rechtlich eigenständig, an der Pariser Börse gelistet und einer der weltweit führenden Zulieferer für die biopharmazeutische Industrie. Zum anderen gelang es, den langjährigen Zulieferer und Kunststoffspezialisten Toha Plast zu übernehmen, womit die Kompetenz für biopharmazeutische Einwegprodukte aus Kunststoff erweitert wurde. Das Unternehmen wurde in Stedim Plastics GmbH umfirmiert und dem Segment Biotechnologie zugeschlagen.
Die Hauptversammlung vom 20. April 2011 brachte die Umwandlung der Sartorius AG in eine Managementholding auf den Weg, die auch die rechtliche Neuordnung des Konzerns vorsah. So wurde nach dem bereits zu einem früheren Zeitpunkt ausgegliederten Bereich Biotechnologie auch der Rest des Mechatronik-Geschäfts ausgegliedert und in die neu gegründete Sartorius Weighing Technology GmbH eingebracht.
Die Aktien der Gesellschaft notierten im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Am 18. Juni 2012 schafften die Vorzugsaktien den Aufstieg in den Technologie-Index TecDax.
| Name | Position |
|---|---|
| Dr. Joachim Kreuzburg | Vorstandsvorsitzender |
| Jörg Pfirrmann | Vorstandsmitglied |
| Reinhard Vogt | Vorstandsmitglied |
| Name | Position |
|---|---|
| Prof. Dr. Dres. h.c. Arnold Picot | Aufsichtsratsvorsitzender |
| Annette Becker | Aufsichtsratsmitglied |
| Prof. Dr. Thomas Scheper | Aufsichtsratsmitglied |
| Prof. Dr. Klaus Rüdiger Trützschler | Aufsichtsratsmitglied |
| Prof. Dr. Gerd Krieger | Aufsichtsratsmitglied |
| Dr. Lothar Kappich | Aufsichtsratsmitglied |
| Dr. Dirk Basting | Aufsichtsratsmitglied |
| Gerd-Uwe Boguslawski | Aufsichtsratsmitglied |
| Karoline Kleinschmidt | Aufsichtsratsmitglied |
| Michael Dohrmann | Aufsichtsratsmitglied |
| Uwe Bretthauer | Aufsichtsratsmitglied |
| Petra Kirchhoff | Aufsichtsratsmitglied |