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Aktien Frankfurt: Freundlich vor EZB-Zinsentscheidung

12:24 Uhr 05.07.2012
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach einer neuen Auktion spanischer Staatsanleihen und vor der EZB-Zinsentscheidung hat sich der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag überwiegend freundlich gezeigt. Der Dax     zog nach einer trägen Eröffnung im Verlauf an und notierte gegen Mittag 0,57 Prozent höher bei 6.602,52 Punkten. Damit erreichte der Leitindex den höchsten Stand seit Anfang Mai. Der MDax     gewann zuletzt 0,07 Prozent auf 10.697,53 Punkte, während der TecDax     0,11 Prozent auf 772,10 Punkte verlor. Das Gros der Experten erwartet von der Europäischen Zentralbank eine Senkung des Leitzinses um 0,25 Prozentpunkte auf 0,75 Prozent.

LBBW-Analyst Thomas Hollenbach sieht einen solchen Schritt als geboten an, da sich die von den Währungshütern befürchteten konjunkturellen Abwärtsrisiken mittlerweile konkretisiert hätten. Zudem habe sich die Kreditvergabe im Währungsraum schwach entwickelt und der Inflationstrend in der Eurozone und in Deutschland sei zuletzt rückläufig gewesen. Börsenbrief-Autor Hans Bernecker glaubt jedoch nicht an positive Effekte einer möglichen Zinssenkung. 'Die Folge dieser Maßnahme ist gleich Null. Lediglich am kurzfristigen Geldmarkt wird dies erkennbar sein und die Börsen kurzfristig über die anhaltende Liquidität erfreuen', schrieb Bernecker. Das Misstrauen der Banken untereinander sei immer noch sehr hoch und ein Zinsschritt dürfte die Lage nicht entspannen.

Spanien musste bei der Anleihen-Versteigerung am Vormittag in zwei von drei Laufzeiten abermals höhere Zinsen in Kauf nehmen. Immerhin wurde das angepeilte Maximalziel von 3,0 Milliarden Euro erreicht. Der Euro verlor danach weiter an Wert und konnte sich nur knapp über der Marke von 1,25 US-Dollar halten. Die Emission irischer Geldmarktpapiere im Volumen von 500 Millionen Euro, mit der das Land erstmals seit Herbst 2010 wieder am Finanzmarkt aktiv wurde, hatte dagegen kaum Einfluss. Kursstützend wirkte sich die Bekanntgabe neuer Wirtschaftsdaten aus. Demnach hat die deutsche Industrie im Mai überraschend einen Zuwachs an neuen Aufträgen verbucht. Das gesamte Ordervolumen stieg um 0,6 Prozent zum Vormonat, während von dpa-AFX befragte Ökonomen mit einer Stagnation gerechnet hatten. Im späteren Tagesverlauf könnte die Bekanntgabe neuer US-Konjunkturdaten zusätzliche Impulse liefern.

RALLY BEI VW - PORSCHE-KOMPLETTÜBERNAHME BEREITS IM AUGUST

Unter den Einzelwerten standen die Aktien von Volkswagen ( VW Aktie) und Porsche ( PORSCHE Aktie) mit Gewinnen von 6,33 respektive 0,51 Prozent im Anlegerfokus. VW hatte angekündigt, das Porsche-Sportwagengeschäft bereits im August komplett zu übernehmen. Die Wolfsburger zahlen für die noch fehlenden 50,1 Prozent der Porsche AG rund 4,46 Milliarden Euro an die Dachgesellschaft Porsche SE (PSE). Zudem übertragen sie parallel eine VW-Stammaktie, um mit dieser Kombination eine Milliarden-Steuerlast zu vermeiden. Ein Analyst wertete vor allem das frühzeitige Heben von Synergien positiv für VW.

Papiere der Merck KGaA ( MERCK Aktie) sanken um 0,86 Prozent, nachdem der Pharma- und Chemiekonzern einen Rückschlag für sein Krebsmedikament Erbitux gemeldet hatte. In einer Studie zur Behandlung von fortgeschrittenem Magenkrebs konnte in einer Kombinationstherapie keine Verlängerung der progressionsfreien Überlebenszeit erreicht werden. Im MDax profitierten Lanxess ( LANXESS Aktie) dagegen von einer positiven Analystenstudie und verteuerten sich um 1,66 Prozent.

PRAKTIKER NACH RETTUNG IN LETZTER MINUTE GEFRAGT

Praktiker-Aktien ( PRAKTIKER Aktie) waren nach der Rettung in letzter Minute mit plus 6,67 Prozent Spitzenreiter im SDax. Die beiden Großaktionäre der kriselnden Baumarktkette haben nach einer Kehrtwende nun doch grünes Licht für ein Sanierungskonzept signalisiert. Die Titel von Tom Tailor ( TOM TAILOR Aktie) kletterten um 2,64 Prozent auf 13,220 Euro. Die Modekette startet eine Barkapitalerhöhung zur teilweisen Finanzierung der Akquisition von Bonita. Die neuen Aktien werden laut Händlern in der Spanne zwischen 12,25 und 12,50 Euro platziert. Damit ergibt sich ein mittlerer Abschlag zum Vortagesschluss von knapp 4 Prozent. Die Kapitalerhöhung sei erwartet worden und dürfte die Aktien nur kurz belasten, sagte ein Börsianer./edh/ag

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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