CLEVER HANDELN

Richten Sie Börsennews.de als Startseite ein

Hier klicken

Börse Frankfurt-News: Basismetalle unter Druck (Rohstoffe)

17:10 Uhr 09.06.2010
FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 9. Juni 2010. Zweifel über die chinesische Konjunktur beeindrucken die Märkte für Basismetalle zusätzlich, während Aluminium durch hohe chinesische Stromkosten gestärkt wird. Gold dagegen kennt nach wie vor nur eine Richtung, Zink- und Nickelpreise haben vielleicht den Boden erreicht.

Das deftige Minus bei vielen Rohstoffen seit Jahresbeginn ist ein Zeichen der großen Unsicherheit vieler Anleger. Einer positiven Wirtschaftsnachricht folgt eine negative auf dem Fuß. So soll die Weltwirtschaft laut Nachrichtenagenturen zwar um 4 Prozent wachsen, gleichzeitig erhole sich China aber weniger stark als allgemein erwartet. Was machen Investoren daraus? Sie kaufen noch mehr Gold und verhelfen dem Goldpreis erneut zu Höchstständen.

Weiter Rekordrallye für Gold

Der Goldpreis zeigt sich so hoch wie nie, sowohl auf US- Dollar-Basis als auch im schwächeren Euro. Der gleichzeitige Anstieg des Edelmetallpreises deute laut Commerzbank auf einen Vertrauensverlust in beide Währungen hin, was auch in der anhaltenden Aufwertung des Schweizer Franken zum Ausdruck komme. Bei den ohnehin verunsicherten Investoren habe die Aussage von EZB-Ratsmitglieds Noyer, die europäische Konjunkturerholung wäre fragil, für zusätzliche Unruhe gesorgt. Außerdem sei auch Großbritannien zu weiteren Sparmaßnahmen angehalten, damit es sein aktuelles Rating behalte. Diese Meldungen hätten in der Summe das bereits hohe Sicherheitsdenken und damit die Kauflust nach Gold beim Anleger weiter verstärkt, glaubt Eugen Weinberg von der Commerzbank.

Nach Ansicht von Heinrich Peters, Helaba, steht die kurzfristige Richtung des Goldpreises allerdings noch nicht fest. 'Für Anleger ist das Edelmetall gegenwärtig zwar ein Ort der Sicherheit. Dennoch birgt der steile Anstieg der vergangenen Woche auch die Gefahr der Korrektur', glaubt er. Die Entscheidung sei hier noch nicht gefallen. 'Bewegt sich der Goldpreis deutlich über 1.250 US-Dollar Marke je Feinunze, so ist der Weg nach oben wieder offen', glaubt der Analyst.

So freut sich ETF Securities über neue Rekordniveaus bei Gold-ETCs. Mit 186 Millionen US-Dollar sah das Unternehmen zum achten Mal in Folge wöchentliche Höchstzuflüsse in Verbriefungen mit physisch hinterlegtem Gold. Gefragt sind wie immer ETFS Physical Gold ( WKN A0N62G      ) und der Gold Bullion Securities ( WKN A0LP78      ). Auch in dem am stärksten gehandelten Xetra-Gold ( WKN A0S9GB      ) überwiegen die Nettozuflüsse bei weitem.

Anleger greifen auch bei Silber mit dem ETFS Silver (WKN A0KRJ51) und bei Platin mit dem ETFS Physical Platinum (WKN A0N62D7) zu.

Palladium konnte in den letzten zwei Handelstagen mehr als 4 Prozent auf 444 US-Dollar je Feinunze zulegen. Finanzinvestoren trugen zu dieser Erholung jedoch nicht bei. ETF Securities sah für ihren US-Palladium-ETF seit Ende Mai keine Zuflüsse mehr. Insgesamt sei es in den vergangenen Tagen sogar zu leichten Abflüssen aus den Palladium-ETFs gekommen.

Talfahrt von Zink und Nickel gestoppt

Hohe Einbrüche bei den Zink- und Nickelpreisen haben Anleger wieder Engagements in diese Industriemetalle eingehen lassen. Trotzdem sieht Peters kurzfristig die Möglichkeit weiterer Preisrückschläge bis zu 10 Prozent. 'Wir haben hier den Boden möglicherweise noch nicht erreicht.' Basismetalle seien sehr konjunktursensitiv. 'Sie könnten mittelfristig noch unter einer Wachstuimsdelle leiden.' 'Auch könnte ein erhöhtes Deflationsrisiko negativ wirken', glaubt der Rohstoffanalyst. Außerdem mache der Markt sich Sorgen um die zukünftige Nachfrageentwicklung in China. Weinberg hingegen sieht die Ängste vor einem scharfen Konjunktureinbruch in China als übertrieben an und erwartet stattdessen eine allmähliche Verlangsamung des Wachstums.

Anleger glauben zumindest nicht an sinkende Preise und verkaufen ETFS Short Nickel ( WKN A0V9X5      ), ETFS Short Zink ( WKN A0V9YB      ) und ETFs Short Industrial Metals ( WKN A0V9XN      ), der alle Basismetalle enthält. Einige Käufer des ETFs Industrial Metals (WKN A0KRKG7) setzen insgesamt eher auf Preissteigerungen bei den Industriemetallen.

Schub für Aluminiumpreise

Die Preise für Aluminium seien mittlerweile unter die Produktionskosten gesunken und machten die Herstellung des Leichtmetalls unrentable, berichtet der größte chinesische Aluminiumproduzent. Ein Grund sei die kürzlich durchgeführte Erhöhung des chinesischen Strompreises von 100 Prozent, weiß Weinberg. Man erwarte deshalb die Einstellung der Produktion bei einigen Schmelzereien und damit eine Stabilisierung des Preises, da Energie für ungefähr die Hälfte der gesamten Produktionskosten stehe. Am globalen Aluminiummarkt bestünden dagegen nach wie vor hohe Überkapazitäten und hohe Lagerbestände, berichtet Weinberg.

Kupfer unter Druck

Der Kupferpreis steht trotz jüngster Einbrüche noch auf hohem Niveau. Obwohl der größte börsennotierte Kupferproduzent dieses Jahr für Kupfer ein Angebotsdefizit ankündigt, sieht Peters die Kupferpreise noch nicht aus dem Schneider. 'Die Kupferlager sind in allen Regionen hoch und die Preise befinden sich noch auf relativ hohem Niveau', glaubt der Helaba-Analyst. 'Es gibt zwar eine hohe Konzentration auf der Produzentenseite, dennoch könnten die Preise nochmals nachgeben', prognostiziert er.

Sie können sich kostenlos für unseren täglichen Newsletter per E-Mail anmelden. Registrieren Sie sich bei www.boerse-frankfurt.de/newsletter oder schicken Sie uns eine Email an redaktion@deutsche-boerse.com.

© 9. Juni 2010/Iris Merker

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

Das könnte Sie interessieren!
Wertpapiere ISIN Letzter Kurs Performance
OMEGA HEALTHCARE Aktie US6819361006 16,01 € 1,01%
MACK CALI Aktie US5544891048 22,03 € 0,75%
PARKWAY PROPERTIES Aktie US70159Q1040 7,78 € 4,60%
LASALLE HOTEL PROPERTIES Aktie US5179421087 21,01 € 2,98%
MAXUS REALTY TRUST Aktie US57774B1098 9,03 € -0,71%
Jetzt mitmachen: Aktuelle börsennews.de Umfrage
Was halten Sie vom deutsch-französischen Vorschlag, eine Transaktionssteuer in Höhe von 0,1 % des Transaktionsvolumens einzuführen?
Keine Kommentare vorhanden!

Kommentar schreiben:


Bitte geben Sie die Buchstaben aus dem untenstehenden Bild ein.

Eingabe: