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Börse Frankfurt-News: Palladium - ein Katalysator im Depot (Rohstoffe)

16:15 Uhr 10.03.2010
FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 10. März 2010. Vor allem Palladium gefällt zurzeit Investoren, hat es doch mehr zu gewonnen als Gold in den vergangenen Monaten. Den Preis fürs Rohöl betrachten Einige als angemessen und nehmen ihre Gewinne mit. Bei Gas sehen sie noch Nachholbedarf.

Palladium ( WKN A0N62E     ) erhält derzeit die größte Aufmerksamkeit und läuft Gold den Rang ab. Die weltweiten Käufe führen diese Woche zu dem Rekordbestand von 1,18 Millionen Unzen in dem physisch hinterlegten Produkt, meldet dessen Emittentin ETF Securtities.

Der Preis für Palladium ist in den vergangenen zwölf Monaten um 120 Prozent gestiegen und notiert mit 473 US- Dollar am Jahreshoch. Gold hat in dieser Zeitspanne um 25 Prozent zugelegt. Ebenso ist die Nachfrage nach Platin ( WKN A0N62D     ) weiter gestiegen. 'Die Erholung der globalen Automärkte stützt die Nachfrage nach den Edelmetallen, die vor allem im Automobilbau zur Katalysatorherstellung eingesetzt werden', erklärt Bernardus Roelofs von Flow Traders. 'Verantwortlich für den positiven Unterton ist sicher die Kombination aus neuen Investments und den gleichzeitig positiven Entwicklungen auf den chinesischen und US-amerikanischen Automärkten', schreiben die Analysten von Heraeus. Beide würden eher Benzinmotoren bevorzugen und damit in den Katalysatoren den Weg für eine bevorzugte Nutzung des billigeren Palladiums frei machen. 'Platin bleibt auf diesen Märkten mit Abstand nur der zweite Platz auf dem Treppchen.' Die Analysten erwarten eine Beruhigung, denn Kurse über 500 US-Dollar wären nicht nachhaltiger Natur.

Gold bleibt auf hohem Niveau

Wie Roelofs berichtet, interessieren sich Anleger auch für Silber-ETCs ( WKN A0N6F2     ), da Silber verglichen mit Gold immer noch vergleichsweise günstig sei. Gold-Produkte ( WKN A0S9GB     , A0N26G und A0LP78) wurden ebenfalls gekauft. 'Der Kauf von Gold gilt vielen weiterhin als Möglichkeit, sich gegen die Inflationsrisiken abzusichern, die sich aus der stark expansiven Geldpolitik der großen Zentralbanken ergeben könnten', schreibt Mauro Toldo in einer Rohstoffanalyse. Die Sorgen um den Fortbestand des Euros hätten die Nachfrage nach 'fundamentalen Werten' zusätzlich geschürt. Toldo rechnet in den kommenden Wochen mit einer volatilen Seitwärtsbewegung. Die Konjunkturerholung in den G3-Staaten sollte weiter zäh verlaufen, doch einen Rückfall in eine Rezession erwartet er nicht. Die Fiskalprobleme Griechenlands und anderer Staaten der Eurozone könnten - notfalls mit externer Hilfe - beherrscht werden. 'Die Sorge, dass der Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik nicht so glatt verläuft, wie von den Zentralbanken gewünscht, wird den Goldpreis ebenfalls auf hohem Niveau halten.'

Bei Energierohstoffen Gelegenheit genutzt

Mit Gas-ETCs ( WKN A0KRJ3     ) und dem dazugehörenden gehebelten Produkt ( WKN A0V9Y3     ) bauen die Investoren Bestände auf und nutzen die Gelegenheit, denn hohe Lagerbestände und vorhergesagte milde Temperaturen hätten die Preise nach unten getrieben, erzählt Roelofs. Verkäufe dagegen beobachtet er bei Öl (WKNs A0V9YX, A0KRJX). 'Investoren trennen sich von ihren Positionen und nehmen Gewinne mit. Nach dem Durchbruch über die 80 US-Dollar-Marke steigt die Unsicherheit bei den Investoren, wie es weiter geht. 'War der Verlauf seit Jahresbeginn noch relativ eng mit der Entwicklung des USD/EUR-Kurses korreliert, hat sich dieser Zusammenhang seit Anfang Februar aufgelöst', sagen die Volkswirte der Dekabank, die Rohöl in einer Höhe von 75 US-Dollar als fair bewertet ansehen. Gegen ein nachhaltig höheres Preisniveau spräche die schwache Konjunkturdynamik in den Industriestaaten.

Mit allen Wassern gewaschen

Der ETC All Commodities ( WKN A0KRKC     ) erreicht ein neues Hoch mit 375 Million US-Dollar. Anleger richten sich offensichtlich breiter aus, diversifizieren ihr Portfolio über den breit angelegten Rohstoff-ETC. 'Dahinter steht die Absicherung gegen eine mögliche Inflation, Währungsschwäche und die Möglichkeit langfristig an einer Nachfrage aus den Schwellenländern teilzuhaben', schließt Roelofs ab.

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© 10. März 2010 / Dorothee Liebing

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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