Schäuble konkretisiert EWF-Vorstellungen
HAMBURG - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat seine Pläne für einen
Europäischen Währungsfonds (EWF) zur Rettung hochverschuldeter
Euro-Staaten
konkretisiert. 'An Euro- Mitgliedstaaten könnten von einem 'Europäischen
Währungsfonds' Notliquiditätshilfen gewährt werden, um die Gefahr von
Zahlungsausfällen einzudämmen', schrieb Schäuble in einem Gastbeitrag für die
'Financial Times Deutschland' (Freitagausgabe). Diese Finanzhilfen sollten aber
auf 'unvermeidbare Notfälle' begrenzt werden, 'die eine Gefahr für die
Finanzstabilität des gesamten Euro- Raumes darstellen'. 'Hilfen müssen ultima
ratio sein', so Schäuble. Deshalb dürften sie nur unter strikten Auflagen
zugelassen werden.
Lage in Griechenland nach Streikwelle normalisiert
ATHEN - Einen Tag nach der Streikwelle in Griechenland hat sich die Lage im Land
völlig normalisiert. Bereits um Mitternacht beendeten die Fluglotsen ihren
Streik und alle Flüge fanden statt. Auch die Staatsbediensteten und die Fahrer
der Busse und Bahnen gingen wieder zur Arbeit. Einzige Folge des Streiks: Am
Freitag gab es keine Zeitungen, weil die Journalisten gestreikt hatten. Auch die
Fähren und die Bahnen fuhren wieder normal, berichteten griechische Medien.
Weitere Streiks dieses Umfangs waren zunächst nicht vorgesehen.
Japan: Industrieproduktion steigt im Januar stärker als erwartet
TOKIO - In Japan ist die Industrieproduktion im Januar stärker als zunächst
ermittelt gestiegen. Die Produktion habe um 2,7 Prozent zum Vormonat zugelegt,
teilte das Handelsministerium in Tokio am Freitag mit. In einer ersten Schätzung
war noch ein Anstieg von 2,5 Prozent festgestellt worden. Beflügelt wurde die
Industrieproduktion vor allem durch einen starken Anstieg der Produktion von
Autos und chemischen Produkten. Im Dezember war die Industrieproduktion um 1,9
Prozent geklettert.
Abwrackprämie rettet 2009 den privaten Konsum
WIESBADEN - Die Abwrackprämie hat 2009 den privaten Konsum vor dem Absturz
bewahrt. Vor allem die staatlichen Milliarden für den Kauf neuer oder
gebrauchter Autos trieben die Ausgaben privater Haushalte für die Anschaffung
von Kraftfahrzeugen um ein Fünftel (20,5 Prozent) auf rund 73 Milliarden Euro,
wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden errechnete. In der Folge legten die
privaten Konsumausgaben im vergangenen Jahr insgesamt leicht um 0,4 Prozent im
Vergleich zum Jahr 2008 zu, wie die Behörde am Freitag mitteilte. Hätte es den
enormen Schub bei den Autokäufen nicht gegeben, hätte sich der private Konsum
rechnerisch um 0,5 Prozent vermindert.
Spanien: Preisauftrieb schwächt sich wie ursprünglich gemeldet ab
MADRID - In Spanien sind die Verbraucherpreise im Februar wie ursprünglich
gemeldet gestiegen. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) sei um 0,9
Prozent zum entsprechenden Vorjahresmonat geklettert, teilte die spanische
Statistikbehörde (INE) am Freitag in Madrid mit. Damit wurde die Erstschätzung
bestätigt. Im Januar hatte sich das Preisniveau noch um 1,1 Prozent geklettert.
Im Monatsvergleich sank das Preisniveau im Februar um 0,2 Prozent.
Eurozone: Industrieproduktion steigt deutlich stärker als erwartet
LUXEMBURG - Im Euroraum ist die Industrieproduktion im Januar deutlich stärker
als erwartet gestiegen. Auf Monatssicht sei die Produktion saisonbereinigt um
1,7 Prozent geklettert, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am
Freitag in Luxemburg mit. Volkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg um 0,7
Prozent gerechnet. Zudem war die Produktion im Dezember um 0,6 Prozent gestiegen
und nicht wie zunächst gemeldet um 1,7 Prozent gefallen.
Forscher erwarten 3,5 Millionen Arbeitslose für 2010
NÜRNBERG - Die Zahl der Arbeitslosen wird 2010 im Jahresdurchschnitt um 120.000
auf 3,5 Millionen steigen. Das erwartet das Institut für Arbeitsmarkt- und
Berufsforschung (IAB) in Nürnberg. Von der höheren Arbeitslosigkeit sei
ausschließlich Westdeutschland betroffen, wo es 150.000 Arbeitslose mehr geben
werde. Dagegen sinke im Osten wegen der demografischen Entwicklung das Angebot
an Arbeitskräften. Die Zahl der Arbeitslosen könne sich dort sogar um 30.000
verringern, teilte das IAB am Freitag mit.
BA warnt vor steigender Langzeitarbeitslosigkeit
BERLIN - Die Bundesagentur für Arbeit warnt wegen drohender Sparmaßnahmen vor
einer Verschärfung der Langzeitarbeitslosigkeit. Der Haushaltsausschuss des
Bundestages hatte in der vergangenen Woche für 900 Millionen Euro eine
Etatsperre erlassen. Damit stünden für das 'Fördern und Aktivieren' der Menschen
ohne Arbeit in diesem Jahr statt der geplanten 2,8 Milliarden Euro nur knapp 1,5
Milliarden zur Verfügung, heißt es in einem Papier der Bundesagentur für Arbeit
(BA), das der Deutschen Presse-Agentur dpa vorliegt.
Weg frei für neuen Bundesbank-Vorstand Dombret
BERLIN/FRANKFURT - Der Weg für die Neubesetzung des Bundesbank-Vorstandes ist
frei. Der Bundesrat will am 26. März den 50 Jahre alten Bankmanager Andreas
Dombret offiziell vorschlagen. Die Zustimmung sei sicher, hieß es am Freitag in
Länderkreisen. Dombret soll zum 1. Mai die Nachfolge von Hans-Helmut Kotz
antreten.
Kein Streit zwischen Merkel und Schäuble um Euro-Fonds
BERLIN - Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble
(beide CDU) ziehen nach Regierungsangaben beim neuen Euro-Fonds an einem Strang.
Vize-Regierungssprecherin Sabine Heimbach wies am Freitag Gerüchte über ein
Zerwürfnis in dieser Frage zurück. Sie sagte im Namen der Kanzlerin: 'Das stimmt
nicht. Die beiden arbeiten regelmäßig und sehr intensiv zusammen.' Merkel
unterstütze die Vorschläge des Ministers für einen Europäischen Währungsfonds
(EWF). Schäubles Sprecher Michael Offer erklärte: 'Ich kann nur bestätigen, dass
das Verhältnis zwischen beiden gut und ungetrübt ist.'/tb/DP/jha
Umfrage: Mehrheit hat Vertrauen in den Euro
MAINZ/BERLIN - Trotz der aktuellen Probleme in der Eurozone glaubt die Mehrheit
der Bundesbürger (60 Prozent) weiterhin an einen langfristigen Erfolg der
Gemeinschaftswährung. Nur ein Drittel stellt diesen infrage, wie die Mannheimer
Forschungsgruppe Wahlen für das am Freitag veröffentlichte ZDF-'Politbarometer'
ermittelte. Von der Schuldenkrise in Griechenland erwarten die meisten keine
gravierenden Folgen für die wirtschaftliche Lage in Deutschland.
Minijobs in Privathaushalten weiter im Trend
BOCHUM - Versicherte Minijobs in Privathaushalten nehmen weiter zu. Zum
Jahreswechsel zählte die Minijobzentrale einen Rekord von 198.000 Minijobbern im
privaten Bereich. Das seien 14,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, berichtete am
Freitag die Zentrale bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See
in Bochum. Die Zahl der Minijobber im gewerblichen Bereich stieg leicht auf 6,8
Millionen. Dort arbeiten die meisten Minijobber im Einzelhandel, in der
Gastronomie, in der Gebäudebetreuung sowie im Garten- und Landschaftsbau. 63
Prozent im gewerblichen Bereich sind Frauen, in Haushalten sind es 92 Prozent.
Juncker notfalls für EU-Alleingang bei Finanzregeln
KÖNIGSWINTER - Der luxemburgische Ministerpräsident Jean- Claude Juncker hat
sich notfalls für einen Alleingang der EU bei strengeren Finanzmarktregeln
ausgesprochen. Globale Probleme verlangten zwar nach globalen Lösungen, sagte
Juncker am Freitag in Königswinter bei Bonn beim NRW-Zukunftskongress
'Petersberger Convention'. Falls gemeinsame Maßnahmen aber an mangelnder
Einsicht der Partner scheiterten, müsse Europa eigene Wege gehen. 'Ich denke,
dass Leute, die Geld haben, also Anleger sind, auch großen Wert auf die
Sicherheit der von ihnen getätigten Anlagen legen, und ich denke, dass viele
Anleger in einem geregelten, transparenten Markt eher bereit sind aktiv zu
werden als im Wilden Westen.'
USA: Einzelhandelsumsätze steigen im Februar überraschend
WASHINGTON - In den USA sind die Einzelhandelsumsätze im Februar überraschend
gestiegen. Auf Monatssicht seien die Umsätze um 0,3 Prozent geklettert, teilte
das US-Handelsministerium am Freitag in Washington mit. Experten hatten hingegen
mit einem Rückgang um 0,2 Prozent gerechnet. Jedoch wurde der Anstieg im
Vormonat nach unten korrigiert. Im Vormonat waren die Umsätze um revidierte 0,1
Prozent gestiegen. Zunächst war ein Anstieg um 0,5 Prozent ermittelt worden. Im
Jahresvergleich stieg der Einzelhandelsumsatz im Februar um 3,9 Prozent.
USA: Michigan-Konsumklima trübt sich überraschend ein
Michigan - In den USA hat sich das von der Uni Michigan erhobene Konsumklima
überraschend eingetrübt. Der entsprechende Index sei im März von 73,6 Punkten im
Vormonat auf 72,5 Zähler gesunken, teilte die Universität Michigan am Freitag in
einer ersten Schätzung mit. Ökonomen hatten mit einem unveränderten Wert von
73,6 Punkten gerechnet.
USA: Lagerbestände im Januar überraschend stabil
WASHINGTON - In den USA sind die Lagerbestände der Unternehmen im Januar
überraschend stabil geblieben. Im Vergleich zum Vormonat hätten sich die
Bestände nicht verändert, teilte das Handelsministerium am Freitag in Washington
mit. Volkswirte hatten im Durchschnitt hingegen einen Anstieg um 0,2 Prozent
erwartet. Im Vormonat waren die Bestände um revidierte 0,3 (zunächst -0,2)
Prozent gesunken.
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