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DEUTSCHE BANK: NIKKEI DÜRFTE SICH RECHT SCHNELL WIEDER NORMALISIEREN
Die Experten der Deutschen Bank etwa verweisen darauf, dass der Topix in der Woche nach dem Erdbeben in 1995 in Kobe um rund acht Prozent gefallen war. Insofern sei es durchaus möglich, dass der Leitindex Nikkei-225-Index nun kurzfristig auf 9.500 oder sogar auf 9.200 Punkte falle. Nach etwa einer Woche habe damals jedoch eine Erholung eingesetzt, und dies sei auch jetzt wieder möglich, schrieben die Experten um Naoki Kamiyama. Die Lage an den Märkten sollte sich in etwa einer Woche wieder beruhigen, wenn mehr Informationen zu der Katastrophe bekannt sein dürften. Insofern dürfte sich der Nikkei schnell wieder normalisieren und in den Bereich zwischen 9.700 und 10.000 Punkten steigen.
Zudem zeige die Erfahrung von 1995, dass eine derartige Katastrophe zu höheren Umsätzen in der Baubranche führe. Auf der anderen Seite treffe sie die Transport- und die Elektrizitätsbranche aufgrund der Infrastrukturschäden. Der Maschinenbau leide unter den zahlreichen beschädigten Produktionsstätten. Zudem werde durch ein solches Ereignis das Konsumklima getroffen, was sich wiederum negativ auf den Einzelhandel auswirke.
HSBC: STROMVERSORGUNG ALS RISIKOFAKTOR
HSBC betonte, dass sich die Schäden an Gebäuden und Infrastruktur nach dem Beben im Jahr 1995 auf 9,6 Billionen Yen belaufen hätten, was zwei Prozent des nominalen Bruttoinlandsprodukts entsprochen habe. Dieses Mal seien sie noch größer, schreiben die Experten um Seiji Shiraishi in einer Studie. Zahlreiche Auto-, Halbleiter-, Stahl- und Petrochemie-Konzerne hätten ihre Produktion zurückgefahren oder komplett eingestellt. Ein Risikofaktor für die japanische Wirtschaft seien dauerhafte Engpässe bei der Energieversorgung. Immerhin liefere das schwer beschädigte Atomkraftwerk Fukushima alleine 20 Prozent der Strommenge des Betreibers The Tokyo Electric Power (TOKYO ELECTRIC POWER Aktie) . Zudem sei Japan ohnehin schon hoch verschuldet. Wenn nun noch viel Geld in den Wiederaufbau fließe, könnten die Sorgen um die Finanzlage des Landes zunehmen.
'Dennoch erwarten wir, dass die ökonomische Aktivität außerhalb der betroffenen Region sich bald wieder normalisiert', schrieben die HSBC-Experten. Immerhin befinde sich die japanische Wirtschaft als Ganzes in eine frühen Phase der zyklischen Erholung, angetrieben von einer starken Nachfrage aus dem Ausland. Der Anteil der drei am meisten betroffenen Regionen Iwate, Miyagi und Fukushima am japanischen Bruttoinlandsprodukt betrage lediglich 4,1 Prozent.
MERRILL LYNCH: JAPANS ROLLE IN WELTWIRTSCHAFT NICHT MEHR SO ZENTRAL
Auch Merrill Lynch hält die negativen Auswirkungen des Bebens für vorübergehend. Mit Blick auf die weltwirtschaftliche Entwicklung wiesen die Experten der US-Bank darauf hin, dass Japan heutzutage nicht mehr die zentrale Rolle spiele wie noch im Jahr 1995, dem Jahr des Bebens in Kobe. Entsprechend hätten zwar andere asiatische Märkte nach der Katastrophe zunächst nachgegeben, sich aber relativ schnell wieder erholt. Und der marktbreite US-amerikanische S&P-500-Index sei nahezu gar nicht betroffen gewesen.
Das japanische Analysehaus Nomura stuft die Auswirkungen des Bebens höher als beim Beben von 1995 ein. Die betroffene Gegend um die Stadt Sendai beherberge viele Firmen aus der IT-Branche. 'Aufgrund des Erdbebens und des Tsunamis dürften die japanische Wirtschaft nun wohl länger brauchen, um aus der derzeitigen Flaute herauszukommen', schrieben die Experten um Takahide Kiuchi. Die deutlichsten Auswirkungen sollten im zweiten Quartal dieses Jahrs spürbar sein. Bis staatliche Aufbaumaßnahmen die Wirtschaft wieder ankurbeln können, dürfte einige Zeit ins Land gehen. Die Naturkatastrophe habe darüber hinaus die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Bank of Japan weitere Maßnahmen zur quantitativen Lockerung in Gang setzen werde./chs/rum
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