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MONTE CARLO/ROUNDUP: Hannover Rück hofft auf Preiserhöhungen

11:00 Uhr 10.09.2012
MONTE CARLO (dpa-AFX) - Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück ( HANNOVER RÜCK Aktie) sieht in diesem Jahr gute Chancen für einen weiteren Dreh an der Preisschraube. Die Vertragserneuerung im Schaden- und Unfallgeschäft zum kommenden Jahreswechsel laufe voraussichtlich auf ein leichtes Plus hinaus, sagte Hannover-Rück-Chef Ulrich Wallin beim Branchentreffen 'Rendez-Vous de Septembre' am Montag in Monte Carlo. Auch in der Katastrophen-Rückversicherung dürfte es weitere Steigerungen geben.

Damit zeigten sich die Hannoveraner optimistischer als Weltmarktführer Munich Re, der die Hoffnung auf höhere Prämien am Sonntag vorerst begraben hatte. Die Hannover-Rück-Aktie reagierte mit Verlusten auf die Nachrichten. Nach gut einer Handelsstunde lag das Papier mit einem Prozent im Minus, während die Munich-Re-Aktie um ein halbes Prozent zulegte.

NIEDRIGZINS ZWINGT ZU VERNUNFT

'Die niedrigen Zinsen und die wirtschaftliche Unsicherheit verhindern einen Preisverfall', sagte Wallin. Weil Erst- und Rückversicherer niedrige Prämien immer weniger durch Kapitalerträge ausgleichen können, müssten sie bereits beim Vertragsabschluss auf angemessene Preise achten. Beim jährlichen Treffen in Monte Carlo verhandeln die Rückversicherer mit Erstversicherern, anderen Großkunden und Maklern über die Konditionen für das kommende Jahr. Zum 1. Januar steht jeweils der Großteil der Verträge in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung zur Erneuerung an.

Höhere Preise erwartet die Hannover Rück in der Sach-Rückversicherung in den USA, wo das Unternehmen bereits in den vergangenen Monaten im Katastrophengeschäft an der Preisschraube gedreht hatte. In Japan, wo nach dem Erdbeben und dem Tsunami 2011 die Prämien in die Höhe geschossen waren, erwartet der Rückversicherer vereinzelt weitere Steigerungen. In der Luftfahrt-Rückversicherung machen sich die geringen Schäden hingegen in einem Preisverfall bemerkbar. Unterdessen verzeichnet die Hannover Rück in der deutschen Kraftfahrt-Versicherung nach jahrelangem Preiskampf einen anhaltenden Aufwärtstrend.

HURRIKAN-SAISON NOCH NICHT VORÜBER

Während das Katastrophenjahr 2011 mit dem Tsunami in Japan, den Erdbeben in Neuseeland und dem Hochwasser in Thailand einen neuen Negativ-Rekord markiert hatte, kamen die Rückversicherer im laufenden Jahr bisher glimpflich davon. Ob die Prämien im kommenden Jahr doch stärker steigen als bislang zu erwarten, hängt laut Hannover Rück auch davon ab, ob sich bis Ende 2012 noch größere Katastrophen ereignen. 'Die Hurrikan-Saison in den USA ist erst zur Hälfte vorüber', sagte Vorstandsmitglied Michael Pickel. 'Dass noch nichts Größeres passiert ist, bedeutet also gar nichts.'

Die Zerstörungen des Hurrikans 'Isaac' in den USA schrecken die Hannover Rück unterdessen nicht. Die Belastung werde voraussichtlich im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen, sagte Vorstandschef Wallin. Die Munich Re rechnet mit einer Schadenlast im mittleren bis hohen zweistelligen Millionen-Dollar-Bereich.

Der Hurrikan hatte sich Ende August vor der US-Küste abgeschwächt und war im Bundesstaat Louisiana nur noch mit Tropensturm-Stärke an Land gegangen. Der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister Eqecat schätzte die versicherten Schäden an Land zuletzt auf 500 Millionen bis 1,5 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommen Schäden an Bohrinseln im Golf von Mexiko. Zum Vergleich: Vor sieben Jahren hatte Hurrikan 'Katrina' an der US-Südküste die Versicherer noch 60 Milliarden Dollar gekostet./stw/zb/fbr

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