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ROUNDUP 2: Gea senkt Prognose nach schwachem Quartal - Aktie rutscht ab

11:16 Uhr 17.07.2017

(Neu: Analystenstimmen, Aktienkurs)

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Maschinenbauer Gea hat seine Anleger mit einer gesenkten Prognose erneut enttäuscht. Nach einem weiteren schwachen Quartal kappte das Unternehmen am Wochenende seine Erwartungen an den operativen Gewinn. Die Aktie verlor am Montagvormittag fast 5 Prozent und liegt damit am MDax -Ende. Analysten sprachen von einer negativen Überraschung. Vor rund einem Dreivierteljahr hatte das Unternehmen seine Prognosen ebenfalls gekappt - wiederholt auftretende Gewinnwarnungen in dieser kurzen Zeitspanne kommen am Kapitalmarkt nicht gut an.

Das Management um Chef Jürg Oleas hatte bereits nach dem schwierigen ersten Quartal die bisherige Jahresprognose an den Verlauf des zweiten Vierteljahres geknüpft - und das verlief durchwachsen, weswegen Oleas nun die Reißleine zog. Weil vor allem das Projektgeschäft bei den Kunden im zweiten Quartal schlechter lief und weniger abwarf als im vergangenen Jahr, rechnen die Düsseldorfer nun mit weniger operativem Gewinn 2017 als bisher.

ANALYSTEN: KLARE ENTTÄUSCHUNG, GLAUBWÜRDIGKEITSPROBLEM

Das um Sonderkosten bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) werde nun statt der bisher erwarteten 620 bis 670 Millionen Euro nur noch bei 600 bis 640 Millionen Euro liegen, so Gea. Darin seien Zusatzkosten für nicht mehr angebotene Abfüllanlagen noch nicht enthalten, die im zweiten Quartal mit einem mittleren einstelligen Millionenbetrag zu Buche schlugen. Die Kosten dafür sollen aufs Jahr gesehen einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag nicht übersteigen. Vergangenes Jahr war der operative Gewinn des Maschinenbauers um knapp 9 Prozent auf 566 Millionen Euro gefallen. Beim Umsatz kalkuliert der Konzern 2017 weiter mit einem moderaten Anstieg zu den 4,5 Milliarden Euro aus dem Vorjahr.

Finanzanalysten werteten die Nachrichten unisono als klare Enttäuschung. Baader-Analyst Peter Rothenaicher bemängelte die zweite Prognosesenkung innerhalb von neun Monaten, das Management verliere dadurch an Glaubwürdigkeit. Das könne sich auch kurzfristig weiter negativ auf den Aktienkurs auswirken. Auch DZ-Bank-Experte Thorsten Reigber sah darin ein Risiko. Dass noch nicht klar abzusehen sei, wie teuer die nicht mehr vermarkteten Abfüllanlagen das Unternehmen am Ende zu stehen kommen, sei ein weiteres Problem.

EXPERTE: OPERATIVES ERGEBNIS 'RIESIGE ENTTÄUSCHUNG'

Für Rothenaicher lag der Umsatz aus dem zweiten Quartal etwas unter den Erwartungen, das operative Ergebnis sei eine "riesige Enttäuschung". Dies war im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum vor allem belastet durch die Sparte mit kundenintensivem Projektgeschäft um rund 16 Prozent auf 122 Millionen Euro abgesackt. Die Erlöse sanken laut vorläufigen Zahlen von 1,16 Milliarden Euro auf 1,14 Milliarden Euro.

Der Auftragseingang legte hingegen um 1,6 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro zu. Das sehe im Vergleich mit dem hohen Vorjahreswert noch ganz gut aus, kommentierte Sebastian Growe von der Commerzbank . Angesichts der Prognosesenkung und des Glaubwürdigkeitsproblems dürften Marktexperten ihre Schätzungen auch für 2018 und darüber hinaus aber zusammenstreichen. Es sei unwahrscheinlich, dass die Probleme bei Gea sich schnell beheben ließen./men/he/nas/stb

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