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ROUNDUP 2: Handelsstreit und Regierungskrach belasten Ifo-Geschäftsklima

12:10 Uhr 25.06.2018

(Neu: Mehr Analysten-Stimmen, aktuelle Marktreaktionen.)

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist im Juni durch den von den USA ausgehenden Handelsdisput und den Streit in der Bundesregierung belastet worden. Das Ifo-Geschäftsklima, Deutschlands bedeutendster wirtschaftlicher Frühindikator, fiel um 0,5 Punkte auf 101,8 Zähler, wie das Ifo-Institut am Montag in München mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang in diesem Ausmaß gerechnet. Der Vormonatswert wurde leicht nach oben revidiert.

Die befragten Unternehmen bewerteten zwar ihre aktuelle Geschäftslage schlechter. Die Erwartungen für das nächste halbe Jahr blieben aber unverändert. Die Analysten der US-Bank JPMorgan hoben diese Entwicklung in einer Studie als "ermutigend" hervor. Ihr Argument: Die Erwartungskomponente sei für die künftige Entwicklung der deutschen Wirtschaft entscheidender als der Lageindex.

Ifo-Präsident Clemens Fuest kommentierte verhaltener: "Der Rückenwind für die deutsche Wirtschaft flaut ab." Seit Dezember ist der Ifo-Index nur einmal gestiegen - und sechsmal gefallen. Im Juni verschlechterte er sich in allen betrachteten Bereichen, also in der Industrie, bei den Dienstleistern, im Handel und am Bau.

Bankvolkswirte nannten als Gründe für die schlechtere Stimmung meist zweierlei: Den von den USA angefachten Streit über Einfuhrzölle und andere Handelsbarrieren sowie den Regierungskrach in Deutschland über die Asylpolitik. Auch IngDiba-Chefvolkswirt Carsten Brzeski nannte beide Gründe, sah jedoch in dem Streit zwischen CDU und CSU das weitaus größere Risiko für die deutsche Wirtschaft. Ein Extremszenario mit Bruch und Neuwahlen bedeutete weitere Verzögerungen bei wichtigen Investitionen und dringenden Reformen in Deutschland und im Euroraum.

Gelassener kommentierte Uwe Burkert, Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg: "Das hätte schlimmer kommen können." Der nur leichte Rückgang des Ifo-Index spreche für die Sichtweise, dass derzeit nur eine Konjunkturverlangsamung auf Normalmaß vonstatten gehe, aber kein Abschwung oder eine Rezession zu erwarten sei. Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer sieht einen "Zwischenabschwung" in der deutschen Wirtschaft, der sich bis zum Jahresende hinziehen dürfte.

Den Finanzmarktteilnehmern fiel die Interpretation der Umfrageergebnisse nicht leicht. Der Euro stieg nach Veröffentlichung der Resultat zunächst an, fiel dann aber wieder etwas zurück. Auch der deutsche Aktienmarkt reagierte zunächst positiv. Später fiel der Dax aber wieder zurück und büßte zuletzt mehr als ein Prozent ein./bgf/jsl/jha/

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