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HANNOVER (dpa-AFX) ? Der weltweit viertgrößte Rückversicherer Hannover Rück (HANNOVER RÜCK Aktie) bleibt auf Kurs: Die hohen Kosten für das Erdbeben in Chile und den Wintersturm ?Xynthias? belasten zwar das Ergebnis, doch auch 2010 will Hannover-Rück-Chef Ulrich Wallin mehr als 15 Prozent auf das eingesetzte Kapital verdienen. ?Dieses Ziel ist trotz der jüngsten Großschäden nicht gefährdet?, sagte Hannover-Rück-Chef Ulrich Wallin am Donnerstag in Hannover. 2009 lag die Eigenkapitalrendite bei etwas mehr als 22 Prozent und die Hannoveraner verdienten wegen vergleichsweise geringen Belastungen aus Großschäden und einer Erholung der Finanzmärkte so viel wie noch nie. Die Aktionäre sollen nach einer Nullrunde im Vorjahr wieder eine Dividende erhalten.
Das Erdbeben in Chile und der Sturm 'Xynthia' kosten dem Versicherer bisherigen Berechnungen zufolge 225 Millionen Euro. Die Munich Re (MÜNCHENER RÜCK Aktie) hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass sie die Belastungen aus beiden Naturkatastrophen bei rund einer halben Milliarde Euro sieht. Auch in puncto möglicher Zahlungsausfälle bei Anleihen aus Griechenland oder anderen hoch verschuldeten angeschlagene Staaten zeigte sich Wallin gelassen. Das Engagement in den so genannten PIIGS (Portugal, Irland, Italien, Griechenland, Spanien) belaufe sich auf insgesamt 500 Millionen Euro oder 2,3 Prozent des gesamten angelegten Geldes.
Der Überschuss im vergangenen Jahr betrug den Angaben zufolge 731 Millionen Euro und damit noch mal zehn Millionen Euro höher als 2007, als die Hannover Rück von einem Zukauf profitierte. 2008 war der Rückversicherer wegen der Finanzkrise in die roten Zahlen gerutscht. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg von 148,1 Millionen Euro im Jahr 2008 auf 1,12 Milliarden Euro und lag damit erstmals über der Marke von einer Milliarde Euro. Bei beiden Werten übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Experten.
Am Aktienmarkt kamen die Nachrichten gut an. Das im MDax notierte Papier drehte nach Bekanntgabe der Bilanz ins Plus. Zuletzt stieg sie mehr als ein Prozent auf fast 34 Euro. Die Zahlen und die Dividende, die eine sehr ordentliche Rendite abwirft, seien erfreulich ausgefallen, sagte Thilo Müller, Marktstratege bei MB Fund Advisory. Das Renditeziel sei aber nicht sehr sportlich. ?Euphorie sieht anders aus'. Er geht aber davon aus, dass auch im kommenden Jahr eine ähnliche Ausschüttung möglich ist, was den Kurs nach unten absichere. Probleme könnte die Hannover Rück durch die neuen Kapitalauflagen bekommen.
Trotz der bestätigten Renditeprognose dürfte die Hannover Rück im laufenden Jahr weniger verdienen als 2009. Im vergangenen Jahr hatte die Eigenkapitalrendite bei 22,4 Prozent gelegen. Damit gehöre die Hannover Rück weltweit zu den profitabelsten Unternehmen der Branche, sagte Wallin. Das Ergebnis des laufenden Jahres hängt jedoch vor allem davon ab, wie sich die Großschäden im laufenden Jahr entwickeln. Mit den 225 Millionen Euro aus dem Chile-Beben und ?Xynthia? liegen die Kosten bereits jetzt deutlich über dem für das erste Quartal veranschlagten Wert. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr lag die gesamte Belastung aus Großschäden lediglich bei knapp 240 Millionen Euro.
In Jahren mit vielen Naturkatastrophen wie 2005 kann die Nettoschadenbelastung schon mal über der Marke von einer Milliarde Euro liegen. Die Hannover Rück versucht derzeit, das Geschäft mit dem Lebensversicherungsgeschäft auszubauen, um sich von der Entwicklung der Großschäden unabhängiger zu machen. So steuerte das Personen-Rückversicherungsgeschäft 2009 bereits rund ein Drittel zum operativen Ergebnis des Konzerns bei. Im Jahr 2007, das mit Blick auf die Großschäden vergleichbar ist, waren es knapp 25 Prozent. Das Wachstum im stabileren Geschäft mit der Rückversicherung im Kranken- und Lebensbereich will die Hannover Rück zum einem aus eigener Kraft schaffen und zum anderen sieht sie sich generell weiter nach Zukäufen in diesem Bereich um.
Zuletzt hatten die Hannoveraner ein größeres Portefeuille vom niederländischen Finanzkonzern ING gekauft. Derzeit stehe aber nichts an, sagte Wallin Insgesamt rechnet die Hannover Rück im Personen-Geschäft mit einem zweistelligen Prämienwachstum, während dieses konzernweit bei fünf Prozent liegen soll. 2009 kletterten die Nettoprämien vor allem wegen der Übernahme um 32 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro. Die Hannover Rück profitierte dabei auch von einer höheren Risikoaversion der Erstversicherer, die einen höheren Anteil ihres Geschäfts an die Rückversicherer weiterreichten, um das eigene Risiko zu verringern oder besser zu verteilen./zb/sk
| Wertpapiere | ISIN | Letzter Kurs | Performance | |
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| JACOBS ENGINEERING Aktie | US4698141078 | 34,98 € | 0,97% | |
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| KB HOME Aktie | US48666K1097 | 9,29 € | 5,92% | |
| KAYDON Aktie | US4865871085 | 26,27 € | 1,39% | |
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