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ROUNDUP 2: Düngemittelhersteller K+S nach Krisenjahr optimistisch für 2010

14:16 Uhr 11.03.2010
(Neu: Aussagen von Steiner, Analysten, Aktienkurs.)

FRANKFURT/KASSEL (dpa-AFX) - Der Düngemittel- und Salzhersteller K+S      ist nach dem Krisenjahr 2009 wieder optimistisch und rechnet für 2010 mit einem deutlichen Umsatz- und Gewinnanstieg. 'Mittlerweile mehren sich die Anzeichen für eine Normalisierung der Düngemittelnachfrage', sagte Konzernchef Norbert Steiner am Donnerstag in Frankfurt. Zudem werde das Salzgeschäft erneut von einer insgesamt guten Auftausalznachfrage und der erstmalig ganzjährigen Einbeziehung des US-Salzproduzenten Morton Salt profitieren. K+S war 2009 mit dem größten Zukauf in der Firmengeschichte zum weltgrößten Salzhersteller aufgestiegen. Die starke Zurückhaltung der Landwirte bei Düngemitteln und sinkende Preise sorgten 2009 aber für einen Umsatz- und Gewinneinbruch.

Zu schwach war das Düngemittelgeschäft 2009: Der Einbruch der Agrarpreise im Zuge der Finanzkrise löste bei den Landwirten eine große Unsicherheit aus und sorgte für eine starke Kaufzurückhaltung. Diese setzte sich wegen des Ausbleibens einer Erholung an den Agrarmärkten auch 2009 fort. Die Düngemittelmärkte schrumpften so schnell wie nie zuvor. K+S kürzte die Produktion um rund vier Millionen Tonnen. Dies entspricht etwa der Hälfte der Kapazität. Entsprechend groß war der Umfang der Kurzarbeit. Knapp 90 Prozent der Belegschaft auf den deutschen Standorten bei Kali- und Magnesiumprodukten waren betroffen. Inzwischen sind die Kapazitäten aber wieder voll ausgelastet und bei Kali ist Kurzarbeit kein Thema mehr.

ERHOLUNG DES WELTKALIABSATZES ERWARTET

Auch im vierten Quartal fiel die Düngernachfrage laut K+S verhalten aus. Inzwischen ziehe das Geschäft aber spürbar an und auch der Start im Auftausalzgeschäft sei wegen des strengen Winters gut. Der Umsatz sank 2009 im Vergleich zum Rekordjahr 2008 um gut ein Viertel auf 3,57 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern (EBIT I) und vor Bewertungsveränderungen von Derivaten zur Absicherung von Wechselkursrisiken sackte noch stärker auf 238 (1.343) Millionen Euro ab. Der bereinigte Gewinn brach auf 93,6 (979,3) Millionen Euro ein. Die Dividende soll auf 0,20 (2,40) Euro je Aktie kräftig gekürzt werden. Konzernchef Steiner zeigte sich mit dem erzielten Ergebnis 'nicht zufrieden'. Analysten hatten aber in etwa mit solchen Werten gerechnet.

Im laufenden Jahr dürfte der Weltkaliabsatz auf rund 45 Millionen Tonnen (2009: rund 30) steigen und 2011 mit rund 55 Millionen Tonnen das Absatzniveau vor der Finanz- und Wirtschaftskrise nahezu wieder erreichen. Als weltweit viertgrößter Einzelproduzent sollte K+S daran 'spürbar' teilhaben, hieß es. Der Absatz von Kali- und Magnesium-Produkten sollte daher 2010 auf knapp sechs Millionen Tonnen (2009: 4,3) klettern. Dabei seien allerdings deutlich niedrigere Durchschnittspreise zu erwarten. Bei Stickstoff erwartet der Konzern eine Steigerung in Richtung fünf Millionen Tonnen, während das Salzgeschäft zehn Millionen Tonnen überschreiten können müsste, sagte Steiner.

AKTIE UNTER DRUCK

Für 2010 rechnet der Konzern insgesamt mit einem deutlichen Anstieg des operativen Ergebnisses (EBIT I). Gründe seien die erstmalig ganzjährige Einbeziehung des US-Salzherstellers Morton Salt sowie die sich andeutende Ergebniswende bei Stickstoffdüngern. Der bereinigte Gewinn dürfte der operativen Entwicklung folgen und ebenfalls deutlich zulegen. Mit Blick auf eine mögliche Ausweitung des Kaligeschäfts hielt sich Steiner bedeckt: Eine definitive Entscheidung sei noch nicht gefällt worden. K+S ist seit längerem an Kooperationen zur Erschließung einer neuen Kali-Mine interessiert. K+S stehe aber nicht unter Zeitdruck.

Am Finanzmarkt war die Reaktion negativ. Die Aktien büßten 2,27 Prozent auf 45,87 Euro ein und waren damit schwächster Dax-Wert. Dieser legte um 0,06 Prozent auf 5.940,46 Punkte zu. Von Händlern hieß es zwar, die Zahlen seien etwas besser als erwartet ausgefallen. Da die Aktie seit Jahresbeginn einer der stärksten Werte im Sektor sei, fehlten Kurstreiber. Aus Sicht der Commerzbank erscheint die Unternehmensprognose für die Düngesparte sehr vorsichtig. Nach Einschätzung der Unicredit präsentierte K+S für das Salzgeschäft starke Zahlen. Hier sollte die Gewinnentwicklung zu noch höheren Erwartungen führen. Die schwache Performance des Pottasche-Bereichs sollte nicht zu viele Sorgen machen, da sich hier die Volumenentwicklung verbessern sollte. 2010 sollte die Konsolidierung der übernommenen Morton Salt der entscheidende Gewinntreiber sein./jha/bf/sk

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