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ROUNDUP 2: Lufthansa steuert mit Rotstift schwarzen Zahlen entgegen

14:43 Uhr 11.03.2010
(neu: Aufmachung, Aktienkurs, Stellenabbau, Aussagen zu Konzerngewinn und Dividende, Sommerflugplan)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Lufthansa (LUFTHANSA Aktie) steuert nach den Turbulenzen des vergangenen Jahres weiter mit dem Rotstift durch die Krise. Weniger Mitarbeiter, geringere Sachkosten und weniger Flieger als einst geplant sollen die größte deutsche Fluggesellschaft und ihre Auslandstöchter wieder in die Gewinnzone bringen. 'Wir werden diese Krise erfolgreich durchfliegen und mit anziehender Konjunktur auch wieder zu neuen Höhenflügen durchstarten', sagte Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber bei der Bilanzvorlage am Donnerstag in Frankfurt. Eine nachhaltige Aufwärtsentwicklung erwartet er erst in der zweiten Jahreshälfte. Der Tarifkonflikt mit den Piloten, ein steigender und niedrige Ticketpreise trüben die Aussichten.

Die Lufthansa-Aktie reagierte unentschieden auf die Nachrichten und notierte am frühen Nachmittag unverändert bei 11,945 Euro. Analyst Loic Sabatier von Cheuvreux zeigte sich von den Zahlen nicht überrascht. Auch die Prognose des Vorstands sei neutral zu werten.

Für das laufende Jahr gab sich die Lufthansa-Spitze vorsichtig. Zwar sollen Umsatz und operativer Gewinn nach dem Einbruch im Vorjahr wieder zulegen. Eine deutliche Gewinnsteigerung erwartet das Management allerdings erst 2011. Wann der Konzern auch unter dem Strich wieder Geld verdient, ließ Mayrhuber offen. Allerdings sollte ein rentableres Geschäft auch auf den Überschuss durchschlagen. Dann sei auch wieder eine kleine Dividende möglich, sagte Finanzvorstand Stephan Gemkow. Zuletzt verlor die Lufthansa durch den Pilotenstreik im Februar Geld: Mayrhuber bezifferte den Schaden auf rund 50 Millionen Euro.

NUR SWISS UND GERMANWINGS PROFITABEL

Im vergangenen Jahr verdienten lediglich die Sparten Lufthansa Systems, Lufthansa Technik und die Caterer von LSG Sky Chefs Geld. Passagier- und Frachtgeschäft steckten in den roten Zahlen, von den Fluglinien des Konzerns lieferten nur Swiss und Germanwings Gewinne ab.

Im laufenden Jahr regiert bei der Lufthansa daher der Rotstift. Die Integration der neuen Ableger Austrian Airlines (AUA), British Midland (BMI) und Brussels Airlines soll 180 Millionen Euro einsparen. Die Fluglinien unter der Marke Lufthansa setzen in diesem Jahr 47 Maschinen weniger ein, als vor der Krise geplant. In der Verwaltung der Passagiersparte fallen 400 Stellen weg. Die jährlichen Kosten sollen um 1 Milliarde Euro sinken. Bei Lufthansa Cargo sollen bis Jahresende 450 Menschen weniger arbeiten. Bei der AUA geht der seit Monaten laufende Personalabbau weiter - von einst 7.500 auf 6.000 Stellen. Im kommenden Jahr soll die AUA die Gewinnschwelle erreichen.

BMI-VERKAUF NICHT AUSGESCHLOSSEN

Bei der britischen BMI fallen 800 der einst 4.500 Arbeitsplätze weg. Die Mitte 2009 übernommene Fluglinie soll nach Kürzungen bei Flotte und Flugplan spätestens 2012 operativ schwarze Zahlen schreiben. Dennoch hielt sich Finanzvorstand Gemkow einen späteren Verkauf der Gesellschaft offen. Entweder nütze die Sanierung der Lufthansa, 'oder es wirkt sich positiv auf den Verkaufspreis aus', sagte er. Unter anderem hatte bereits British Airways Interesse an BMI gezeigt - vor allem wegen der begehrten Landerechte am Londoner Flughafen Heathrow. Diese werden nun teilweise von Swiss und Lufthansa genutzt oder an andere Gesellschaften vermietet.

Vor allem der Deutschland- und Europaverkehr macht der Lufthansa-Spitze Sorgen. Die Preise dürften nicht wieder auf das Niveau früherer Jahre zurückkehren, heißt es im Geschäftsbericht. Und die Zurückhaltung der Unternehmen bei Geschäftsreisen trübt die Perspektiven in der lukrativen Business und First Class. Dennoch bauen die Fluglinien unter der Marke Lufthansa ihr Flugangebot in diesem Sommer um 3,6 Prozent aus.

ROTE ZAHLEN FÜR 2009

Im Jahr 2009 hatte die Lufthansa unter dem Strich einen Verlust von 112 Millionen Euro erlitten. Das operative Ergebnis brach um rund 90 Prozent auf 130 Millionen Euro ein. Der Umsatz schrumpfte um ein Zehntel auf 22,3 Milliarden Euro. Die Nettoschulden wuchsen wegen der Übernahmen auf 2,2 Milliarden Euro./stw/sk

---Von Steffen Weyer, dpa-AFX---

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