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WOLFSBURG (dpa-AFX) - Europas größter Autobauer Volkswagen ( VW) (VOLKSWAGEN Aktie) (VW Aktie) hat dank der weltweit anziehenden Autonachfrage im zweiten Quartal einen Milliardengewinn eingestrichen. Das Ergebnis nach Steuern legte von 251 Millionen Euro im Vorjahr auf 1,35 Milliarden Euro zu, wie der Hersteller am Donnerstag mitteilte. 'Das China-Geschäft ist der Haupttreiber des guten Gesamtergebnisses', sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch.
An der Börse sprangen die Titel deutlich nach oben und zählten zu den Favoriten im Dax . Ein Börsianer sagte, es seien zwar schon eine Menge guter Nachrichten im Kurs enthalten gewesen, die Zahlen gäben den Papieren aber noch einmal zusätzlichen Schub. Das Unternehmen profitierte auch von Kostensenkungen in der Produktion sowie von Wechselkurseffekten. Unter anderem war der Euro in den vergangenen Wochen im Vergleich zum Dollar schwächer. Die positiven Währungseffekte bezifferte Pötsch auf insgesamt 400 Millionen Euro im ersten Halbjahr.
Der Umsatz wuchs im Zeitraum von April bis Juni um rund 22 Prozent auf 33,2 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis lag bei knapp zwei Milliarden Euro und übertraf damit die Analystenschätzung um 800 Millionen Euro weit. Allein im zweiten Quartal wurde damit ein höherer operativer Gewinn erwirtschaftet als im Gesamtjahr 2009. Der Konzern bekräftigte seine Prognose, 2010 den Absatz, Umsatz und das operative Ergebnis zum Vorjahr deutlich steigern zu wollen. Das zweite Halbjahr werde sicherlich nicht die gleichhohe Wachstumsdynamik aufweisen, wie das erste, sagte Vertriebsvorstand Christian Klingler. 'Wir sehen zwar derzeit keinen Anlass zum Pessimismus, aber wir bleiben vorsichtig.' In jedem Falle werde Volkswagen besser abschneiden als der Gesamtmarkt.
Zum Gewinn im zweiten Jahresviertel trug erneut maßgeblich die Ingolstädter Premiumtochter Audi (AUDI Aktie) bei. Sie lieferte ein operatives Ergebnis von 853 Millionen Euro. Von der Kernmarke Volkswagen kamen 611 Millionen Euro. Die Transporter-Marke VW Nutzfahrzeuge kehrte nach einem kleinen Minus im Auftaktquartal im zweiten Quartal in die schwarzen Zahlen zurück.
Die spanische Tochter Seat konnte ihren Verlust im zweiten Quartal im Vergleich zum Jahresbeginn eindämmen. Bentley häufte dagegen im Vergleich zum ersten Quartal einen höheren Verlust an. Nach den ersten sechs Monaten stehen aber beide Sorgenkinder des Konzerns etwas besser da als im Vorjahr. Finanzvorstand Pötsch hatte schon auf der Jahrespressekonferenz im März eingeräumt, dass beide Marken 2010 weiter Verluste schreiben würden.
Da Volkswagen in China Gemeinschaftsunternehmen unterhält, taucht der Gewinn aus den in China produzierten und verkauften Autos nicht im operativen Ergebnis des Konzerns auf, sondern wird im Finanzergebnis verbucht. Das VW zurechenbare Ergebnis aus dem China-Geschäft bezifferte der Konzern für das erste Halbjahr auf 804 Millionen Euro, nach 294 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Unter anderem durch die Kapitalerhöhung im März konnte der Konzern sein Liquiditätspolster auf 17,5 Milliarden Euro deutlich aufstocken. 'Diese Liquidität erlaubt uns, unseren Plan 2018 umzusetzen', sage Pötsch. Dazu gehöre auch die für das nächste Jahr geplante Integration des Sportwagenbauers Porsche (PORSCHE Aktie) als zehnte Marke in den Konzern. Volkswagen will bis 2018 zum größten Autobauer der Welt aufsteigen und dabei Toyota überholen. Dann sollen zehn Millionen Fahrzeuge jährlich verkauft werden.
Im ersten Halbjahr 2010 lieferten die Wolfsburger mit 3,6 Millionen Fahrzeugen 16 Prozent mehr Wagen aus als im Vorjahreszeitraum. Alle Marken steigerten ihre Verkäufe. 2009 hatte der Konzern den Absatz inmitten der Branchenkrise auf dem Rekordniveau von 6,3 Millionen Fahrzeugen stabil gehalten./dct/nmu
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