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WOLFSBURG (dpa-AFX) ? Europas größter Autobauer Volkswagen (VOLKSWAGEN Aktie) (VW Aktie) will nach dem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr 2010 beim Ergebnis und Umsatz wieder zulegen. 'Der Volkswagen-Konzern hat im vergangenen Jahr ordentlich Tempo gemacht. Und auch 2010 schalten wir nicht zurück', sagte VW-Chef Martin Winterkorn am Donnerstag in Wolfsburg. Die Verkäufe sollen nach dem leichten Zuwachs 2009 im laufenden Jahr ebenfalls weiter steigen. Dabei will der Konzern den Konkurrenten weitere Marktanteile abjagen.
Zumindest in den ersten beiden Monaten hat VW das Ziel schon erreicht. Weltweit stiegen die Auslieferungen im Januar und Februar zusammen um 26,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf über 1,02 Millionen Fahrzeuge. Der Gesamtmarkt legte den Unternehmensangaben zufolge aber nur um 20 Prozent zum schwachen Vorjahreswert zu.
An der Börse kamen die endgültigen Zahlen gut an. Im Vormittagshandel setzten sich die VW-Vorzüge mit einem Aufschlag von knapp drei Prozent an die Dax-Spitze . Ein Händler kommentierte: 'Volkswagen ist nun wieder auf der Spur.' Besonders wichtig ist nach Meinung eines Analysten das Thema Kapitalerhöhung. 'Wir rechnen mit einer solchen Ankündigung nun jederzeit, von heute an bis Mitte Mai.' VW hat bereits angekündigt, zur Finanzierung der schrittweisen Übernahme von Porsche im ersten Halbjahr eine Kapitalerhöhung über Vorzugsaktien in Angriff zu nehmen.
Im vergangenen Jahr verzeichnete der Wolfsburger Konzern trotz eines leichten Verkaufsplus' auf rund 6,3 Millionen Wagen einen Gewinneinbruch von mehr als 80 Prozent. Nach fast 4,7 Milliarden Euro im Vorjahr verdiente der Konzern 2009 nur noch 911 Millionen Euro. Der Umsatz ging von rund 114 Milliarden Euro auf rund 105 Milliarden Euro zurück. Das operative Ergebnis sank von 6,3 Milliarden Euro auf knapp 1,9 Milliarden Euro.
Den Ergebniseinbruch führte der Konzern vor allem auf den Trend zu kleineren Fahrzeugen zurück, an denen der Hersteller weniger verdient. Zudem habe es regionale Verschiebungen gegeben. Ungünstige Wechselkurse haben nach Angaben von Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch das operative Ergebnis mit 1,2 Milliarden Euro belastet.
VW wuchs 2009 besonders in China stark. Weil dort Gemeinschaftsunternehmen betrieben werden, werden die Gewinne aber nicht im Konzernumsatz und dem operativen Ergebnis verbucht, sondern im Finanzergebnis. Das anteilige Ergebnis der chinesischen Gemeinschaftsunternehmen bezifferte Pötsch auf 774 Millionen Euro.
Der Finanzvorstand hob besonders die um über zwei Milliarden auf 10,6 Milliarden Euro gestiegene Netto-Liquidität im Autobereich hervor. Dies sei in erster Linie durch den Abbau von Lagerbeständen sowie durch Einsparungen erzielt worden. Die Kosten von 3,9 Milliarden Euro für die knapp 50 prozentige Beteiligung am Autogeschäft von Porsche sei davon bereits abgezogen.
Von den Konzernmarken erwiesen sich die Ingolstädter Tochter Audi und die Finanzdienstleistungen als vergleichsweise stabile Säulen. Sorgenkind der bald aus zehn Marken bestehenden Konzernfamilie bleibt die spanische Tochter Seat. Dort weitete sich der Verlust unter anderem wegen der Schwäche des heimischen Marktes auf 339 Millionen Euro aus. Auch die britische Luxuswagenmarke Bentley stürzte mit 194 Millionen Euro in Minus. Im laufenden Jahr sollen sich die verlustreichen Töchter verbessern, 'aber die Nulllinie noch nicht erreichen', sagte Finanzvorstand Pötsch.
Für die weltweiten Automärkte rechnet der Konzern 2010 mit einer leichten Erholung. Der Weltmarkt werde leicht auf 53 bis 54 Millionen Personenwagen wachsen. Dabei warnte Winterkorn aber vor zu großem Optimismus: 'Wer jetzt schon den großen Aufschwung ausruft, geht an der Realität vorbei.' Auf das Vorkrisenniveau von 2007 werden die Märkte nach Einschätzung des Konzernchefs nicht vor 2012 zurückkehren. 'Unsere Branche hat eine längere, steinige Wegstrecke vor sich.'/dct/wiz
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