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ROUNDUP 3: Megafusion bei Rohstoffen - Glencore und Xstrata sprechen miteinander

17:21 Uhr 02.02.2012
(Neu: Aktienkurs, Bewertung des kombinierten Unternehmens)

BAAR/ZUG (dpa-AFX) - In der Rohstoffbranche bahnt sich eine Milliardenfusion an. Der weltgrößte Rohstoffhändler Glencore ( GLENCORE Aktie) und der Minenbetreiber Xstrata ( STOEHR Aktie) ( XSTRATA Aktie) sprechen über einen Zusammenschluss. Dies teilte Xstrata am Donnerstag in Zug mit und bestätigte damit Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg. Es sei jedoch noch offen, ob es zu einer Offerte komme. Beide Unternehmen sind an der Londoner Börse notiert und haben ihren Firmensitz unter anderem aus steuerlichen Gründen in der Schweiz.

Am Finanzmarkt war die Reaktion positiv: Xstrata-Aktien schossen um über zehn Prozent in die Höhe. Glencore-Titel waren mit einem Plus von sechs Prozent ebenfalls gefragt. Glencore kommt derzeit auf einen Marktwert von knapp 32 Milliarden Pfund, während Xstrata an der Börse aktuell rund 36 Milliarden Pfund wert ist. Rechnet man den Anteil von 34 Prozent, den Glencore bereits an Xstrata hält, aus der Bewertung heraus, kommen die beiden Unternehmen auf einen Wert von rund 56 Milliarden Pfund (rund 67 Mrd Euro).

ÜBERSCHNEIDUNGEN BEGRENZT

Mit einem Zusammenschluss würden zwei Gesellschaften wieder zusammengeführt, die vor einem Jahrzehnt aufgespalten worden waren. Xstrata hatte damals Minen von Glencore in Australien und Südafrika für mehr als zwei Milliarden Dollar gekauft und war dann an die Londoner Börse gegangen. Doch auch heute sind die beiden Unternehmen noch recht eng miteinander verzahnt.

Händlern zufolge wären die Xstrata-Aktionäre Nutznießer eines Zusammengehens, da dies einer Übernahme von Xstrata durch Glencore gleichkomme. Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade betonte, damit bewahrheiteten sich die Spekulationen der vergangenen Jahre. Glencore habe nun 'Nägel mit Köpfen gemacht und Fakten geschaffen'. Die Transaktion sei sinnvoll, da Xstrata sehr gut positioniert sei und viel Synergiepotenzial bestehe. Ein Zusammengehen würde die Minen-Kompetenz und die Handelskompetenz der zwei Gesellschaften vereinen, erklärte ein anderer Analyst: 'Zwei und zwei zusammen sollte deshalb fünf ergeben.'

CREDIT-SUISSE-EXPERTIN ERWARTET EINVERNEHMLICHE FUSION

Analyst Liam Fitzpatrick von der Credit Suisse geht von einer einvernehmlichen Fusion aus, die großteils oder sogar vollständig durch einen Aktientausch umgesetzt werden dürfte. Sie würde einen wachstumsstarken und breit aufgestellten Rohstoffkonzern schaffen. Zudem gebe es beträchtliches Synergiepotenzial von drei bis sieben Prozent des erwarteten gemeinsamen Nettogewinns im laufenden Jahr. Die operativen Überschneidungen seien begrenzt. Größere wettbewerbsrechtliche Probleme für einen Zusammenschluss sieht der Experte nicht./jha/fn/wiz/zb/he

In dem Artikel enthaltene Wertpapiere
Wertpapiere ISIN Letzter Kurs Performance
GLENCORE Aktie JE00B4T3BW64 4,27 € 1,04%
STOEHR Aktie DE0007277006 1,77 € -0,28%
XSTRATA Aktie GB0031411001 12,00 € 6,02%
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