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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Leichtes Minus drückt Dax unter 13 000 Punkte

18:17 Uhr 19.10.2017

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Rekordfahrt am deutschen Aktienmarkt ist am Donnerstag ausgebremst worden. Händler nannten als Grund vor allem Gewinnmitnahmen, nachdem europäische Großkonzerne, aber auch so manches deutsche Unternehmen, mit seinen Quartalszahlen enttäuscht hatte. Dass sich kurz vor dem Handelsschluss in Europa die Börsenstimmung an der New Yorker Wall Street wieder leicht aufhellte, half dem Dax seine Verluste auf minus 0,41 Prozent zu verringern. Damit beendete er den Tag aber dennoch unter 13 000 Punkten auf exakt 12 990,10 Zählern.

Die Nebenwerte-Indizes gerieten kräftiger unter Druck: Der MDax , in dem Aktien mittelgroßer Unternehmen vertreten sind, schloss mit minus 1,10 Prozent auf 26 020,39 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,97 Prozent auf 2494,90 Punkte abwärts.

Wer darauf wetten wolle, dass es im Dax weiter abwärts gehen werde, dem habe sich nach vielen Wochen nun wieder ein Fenster geöffnet, kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Abgesehen von leichten Gewinnmitnahmen könnten laut Stanzl zudem einige Positionskorrekturen am Terminmarkt Eurex auch für etwas mehr Bewegung am Aktienmarkt gesorgt haben. "Über 13 000 Punkten haben sich zumindest für den Moment mehr Verkäufer als Käufer gefunden", was vor allem eine wichtige Erkenntnis für kurzfristig orientierte Marktteilnehmer sei.

Verluste gab es auch europaweit: Der EuroStoxx 50 , das Börsenbarometer der Eurozone, schloss mit minus 0,49 Prozent auf 3602,08 Zähler. In London und Paris fiel das Minus etwas moderater aus. In den USA gab der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss um 0,20 Prozent nach. Die technologielastige Nasdaq zeigte sich mit minus 0,60 Prozent etwas stärker im Minus.

Unter den Einzelwerten rückte Europas größter Softwarehersteller SAP mit seinem Zahlenwerk zum dritten Quartal in den Fokus. Ein starker Euro und hohe Investitionen hatten dafür gesorgt, dass das Unternehmen operativ weniger verdient hatte als erwartet. Die Aktien, die zeitweise um fast 3 Prozent nachgegeben hatten, drehten letztlich ins Plus. Mit einem Aufschlag von 0,62 Prozent zählten sie am Ende zu den prozentual größten Gewinnern im Dax. Für Erleichterung sorgte, dass Vorstandschef Bill McDermott an der Trendwende bei der Margenentwicklung festhielt und bereits für das vierte Quartal einen Anstieg der bereinigten operativen Marge in Aussicht stellte.

Im MDax war Kion eine herbe Enttäuschung für die Anleger. Der Gabelstapler-Hersteller hatte wegen einer schwachen Nachfrage nach seinen Angeboten für Komplettlösungen rund um Logistikfragen erstmals in seiner vierjährigen Börsengeschichte seine Jahresziele gekappt. Als Index-Schlusslicht büßten die Papiere daraufhin 13,02 Prozent ein und zogen unter anderem die Anteile des Wettbewerbers Jungheinrich mit, die knapp 3 Prozent verloren.

Der im SDax zu findende Onlinehändler für Haustierbedarf Zooplus hingegen erfreute seine Anleger. Der überzeugende Zwischenbericht sei nach der Umsatzenttäuschung im Vorquartal und der jüngsten Strategieänderung besonders wichtig gewesen, schrieb JPMorgan-Analyst Borja Olcese. Der Experte hob dabei die dynamische Entwicklung im Neukundengeschäft hervor. Die Papiere sprangen mit plus 3,31 Prozent an die Index-Spitze.

Der Börsengang des Batterieherstellers Varta im streng regulierten Prime Standard der Deutschen Börse verlief erfolgreich. Die zu 17,50 Euro ausgegebenen Aktien beendeten ihren ersten Handelstag bei 20,05 Euro. Der erste Kurs hatte allerdings mit 24,25 Euro noch höher gelegen.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,19 Prozent am Vortag auf 0,21 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,08 Prozent auf 141,51 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,01 Prozent auf 162,21 Punkte. Der Euro kostete am frühen Abend 1,1842 US- Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1834 (Mittwoch: 1,1749) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8450 (0,8511) Euro gekostet./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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