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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Schnäppchenjäger sorgen für Kursgewinne

18:10 Uhr 22.08.2017

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Auf und Ab am deutschen Aktienmarkt ist am Dienstag weitergegangen. Der Dax stieg um 1,35 Prozent auf 12 229,34 Punkte, nachdem er zum Wochenbeginn noch nachgegeben hatte. zu den Gewinnern zählten vor allem solche Aktien, die wie Fresenius , FMC , BASF und Bayer zuletzt überdurchschnittlich stark nachgegeben hatten. Der Analyst David Madden von CMC Markets sprach denn auch von "Schnäppchenjägern", die wieder an den Markt zurückgekehrt seien.

Der MDax legte um 0,99 Prozent auf 24 945,54 Punkte zu und der Technologiewerte-Index TecDax gewann 1,3 Prozent auf 2274,71 Zähler. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx50 schloss 0,94 Prozent höher auf 3455,59 Punkte.

Etwas Rückenwind erhielten die Kurse auch vom wieder schwächeren Euro. Sein Kurs fiel auf 1,1766 US- Dollar. Am Montag war die Gemeinschaftswährung noch auf über 1,18 Dollar gestiegen, was die Aktienmärkte belastet hatte.

ZEW-INDEX ENTTÄUSCHT - UND LÄSST AKTIEN KALT

Die Wirtschaftserwartungen deutscher Finanzexperten hatten sich im August überraschend eingetrübt: Der Konjunkturindikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) war um 7,5 Punkte auf 10,0 Zähler gefallen. Bankvolkswirte hatten nur einen Rückgang auf 15,0 Punkte erwartet. An der Börse dämpfte dies am Dienstag jedoch nicht den Appetit der Investoren auf Aktien.

Das Marktinteresse richtet sich nun verstärkt auf das Notenbanker-Treffen im US-amerikanischen Jackson Hole. An der Konferenz, die am Donnerstag beginnt, nehmen sowohl EZB-Präsident Mario Draghi als auch die Vorsitzende der US-Notenbank Fed, Janet Yellen, teil. "Die Märkte sind erpicht darauf zu erfahren, ob höhere Zinsen in einem inflationsarmen und von hohen Schulden geprägten Umfeld notwendig oder überhaupt möglich sind", kommentierte Börsenexperte Jochen Stanzl von CMC Markets.

AURUBIS SETZEN SICH AN MDAX-SPITZE

Unter den Einzelwerten standen Aurubis mit einem Gewinn von 3,8 Prozent an der MDax-Spitze im Fokus. Zuvor war der Kupferpreis in London auf den höchsten Stand seit November 2014 gestiegen. Die Papiere des Stahlkonzerns Salzgitter , der mit 25 Prozent an Aurubis beteiligt ist, legten um 2,4 Prozent zu.

Aktien von Stada stiegen nach der geglückten Übernahme durch die Investoren Bain Capital und Cinven den dritten Tag in Folge auf ein Rekordhoch. Die Papiere des Arzneimittelhersteller legten um 1,9 Prozent auf 76,71 Euro zu und kosten damit weit deutlich mehr als die von den Investoren gebotenen 66,25 Euro je Aktie. Händler begründeten dies mit einem fortdauernden Eindecken zuvor leer verkaufter Stada-Aktien.

Im TecDax stachen die Papiere von Aixtron mit einem Gewinn von 5,4 Prozent heraus. Zuvor hatte die Baader Bank das Kursziel für die Papiere des Ausrüsters für die Halbleiterindustrie von 5,50 auf 7,25 Euro angehoben. Drägerwerk stiegen um 3,5 Prozent, nachdem die DZ Bank die Aktien des Herstellers von Medizintechnik von "Verkaufen" auf "Halten" hochgestuft hatte.

HAPAG-LLOYD STEIGEN AUF REKORDHOCH

Auch die Anteilscheine von Hapag-Lloyd profitierten von einer positiven Analystenstudie und gewannen 4,7 Prozent. Zwischenzeitlich hatten sie ein Rekordhoch bei 37,92 Euro erklommen. Das Bankhaus Metzler betrachtet die Papiere der Container-Reederei im Branchenvergleich als erheblich unterbewertet.

Die Papiere von Zooplus verloren nach der Vorlage von Geschäftszahlen 3,9 Prozent. Die Commerzbank hatte das Kursziel für die Aktien des Online-Händlers für Tierbedarf von 180 auf 170 Euro gesenkt und dies mit einem harten Wettbewerb begründet.

Die Aktien von Bertrandt sackten um 6,3 Prozent auf 69 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit 2012 ab. Hintergrund waren skeptische Analystenkommentare vom Investmenthaus Mainfirst und von der Privatbank Hauck & Aufhäuser zu dem Entwicklungsdienstleister für die Autoindustrie.

EUROKURS FÄLLT WIEDER UNTER 1,18 US-DOLLAR

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 0,17 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,01 Prozent auf 141,48 Punkte. Der Bund-Future gab am frühen Abend um 0,05 Prozent auf 164,44 Punkte nach. Für einen Euro wurden 1,1768 US-Dollar gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1771 (Montag: 1,1761) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8495 (0,8503) Euro./bek/he

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---

In dem Artikel enthaltene Wertpapiere
Wertpapiere ISIN Letzter Kurs Performance
AIXTRON Aktie DE000A0WMPJ6 14,87 € 2,09%
AURUBIS Aktie DE0006766504 70,58 € 0,13%
BASF Aktie DE000BASF111 92,35 € -0,36%
BAYER Aktie DE000BAY0017 108,55 € 0,05%
BERTRANDT Aktie DE0005232805 86,75 € -0,29%
DRÄGERWERK Aktie DE0005550636 75,58 € -0,04%
FRESENIUS MEDICAL CARE Aktie DE0005785802 82,50 € -0,24%
FRESENIUS SE Aktie DE0005785604 61,49 € -0,98%
HAPAG-LLOYD AG Aktie DE000HLAG475 33,14 € 0,41%
SALZGITTER Aktie DE0006202005 44,18 € -0,66%
STADA Aktie DE0007251803 81,50 € 0,14%
ZOOPLUS Aktie DE0005111702 135,50 € -0,33%
In dem Artikel enthaltene Indizes
Indizes ISIN Letzter Kurs Performance
DAX DE0008469008 12.994,49 € -0,16%
MDAX DE0008467416 26.654,07 € 0,15%
REX GESAMT KURSINDEX DE0008469107 141,46 € 0,06%
TECDAX DE0007203275 2.574,50 € 0,38%
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