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ROUNDUP/Bericht: 1,6 Milliarden fragwürdige Banken-Boni trotz Finanzkrise

19:10 Uhr 23.07.2010
WASHINGTON (dpa-AFX) - Das Finanzsystem stand am Rande des Abgrunds, aber die gigantischen Banker-Belohnungen flossen weiter: Nach einem Bericht der US-Regierung haben amerikanische Geldhäuser auf dem Höhepunkt der Finanzkrise ihren Spitzenmanagern rund 1,6 Milliarden Dollar (1,3 Mrd Euro) an höchst fragwürdigen Boni gezahlt. Der 'Bonus-Beauftragte' von Präsident Barack Obama, Kenneth Feinberg, nannte die Sonderzahlungen von 17 durch Staatsmilliarden gestützten Banken am Freitag 'unklug' und 'schlecht beraten'.

Sie seien aber nicht ungesetzlich oder stünden im Widerspruch zum öffentlichen Interesse, heißt es im Bericht Feinbergs weiter. Er hatte im Auftrag der Obama-Regierung bei 419 US-Banken die Bezahlung der jeweils 25 Top-Verdiener zwischen dem Fließen der ersten staatlichen Hilfsgelder im Oktober 2008 und dem Inkrafttreten des Konjunkturpakets im Februar 2009 auf Exzesse hin untersucht. In einigen Fällen seien an einen einzigen Manager mehr als zehn Millionen Dollar geflossen, erklärte der Beauftragte.

Feinberg hat nach eigener Darstellung keine Möglichkeit, eine Rückzahlung des Geldes einzufordern. 11 der 17 in dem Bericht erwähnten Banken zahlten die Hilfen bereits mit Zinsen zurück und haben darüber hinaus keinerlei Verpflichtungen dem Staat gegenüber. Unter den aufgeführten Geldhäusern sind Wall-Street-Giganten wie Citigroup      , Goldman Sachs (GOLDMAN SACHS Aktie) und der Versicherer American International Group ( AIG) (AIG Aktie) . Es zählten aber auch kleinere Institute wie etwa die Boston Private Bank dazu.

Wegen der mangelnden rechtlichen Handhabe forderte Feinberg die Banken auf, in Verträgen künftig festzuschreiben, dass Vorstände Bonus-Zahlungen streichen oder verändern können, wenn das Geldhaus in eine Krise schlittert. Alle 17 Banken hätten ihm nach einem Bericht der 'New York Times' zugesichert, solch einen Schritt zu prüfen. Kein Geldhaus habe aber eine feste Zusage gemacht.

Bei seiner fünfmonatigen Prüfung fahndete Feinberg nach großen Summen, überdimensionierten 'Goldenen Handschlägen' oder mangelhaften und unklaren Begründungen, weshalb Boni an Spitzenmanager flossen.

Dem Bericht der 'New York Times' zufolge sind bei den Geldhäusern zwischenzeitlich mit den Gewinnen auch die gigantischen Gehälter wieder zurückgekehrt. Danach zahl das Investmenthaus Goldman Sachs jedem Mitarbeiter im Durchschnitt 544 000 Dollar (425 000 Euro) pro Jahr, bei JPMorgan Chase sind es 400 000 Dollar (312.500 Euro) und bei Morgan Stanley (MORGAN STANLEY Aktie) 262 000 Dollar (205.000 Euro)./fb/DP/sk

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