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Für den Fall eines Fusionsverbots sei rechtzeitig ein Konzept entwickelt worden, wie ein solches Wachstum aus eigener Kraft beschleunigt werden könne. 'Wir haben keine Fehler gemacht', sagte Francioni zudem mit Blick auf das Veto der EU zum Zusammenschluss mit der New Yorker Börse. Daher werde es auch keine persönliche Konsequenzen geben. 'Ich sehe auch keinen Grund dazu', sagte er. 'Der gesamte Aufsichtsrat steht hinter mir und meinem Vorstandsteam.'
Wie während der Bilanz-Pressekonferenz betont wurde, soll die Dividendenausschüttungsquote von 40 bis 60 Prozent beibehalten und zudem wieder durch Aktienrückkäufe ergänzt werden. Für 2011 wurde daher eine Dividendenanhebung um von 2,10 Euro im Vorjahr auf 2,30 Euro je Aktie vorgeschlagen sowie eine Sonderdividende und ein Aktienrückkaufprogramm ab dem zweiten Halbjahr.
Die Aktie der Deutschen Börse reagierte sehr positiv auf diese Nachrichten und legte an der Spitze im Dax um mehr als drei Prozent zu. Das Papier profitierte damit Analysten zufolge vor allem auf die Aussagen zur Ausschüttungspolitik des Unternehmens sowie des strikten Kostenmanagements. Nach bereinigten Kosten von 1,13 Milliarden Euro im Jahr 2011 rechnet die Deutsche Börse für das laufende Jahr mit bereinigten Kosten in Höhe von 1,2 Milliarden Euro. Die Kostenprognose und die Aktienrückkäufe seien Hauptgründe, weshalb er sein Schätzungen nun nach oben revidieren werde, sagte etwa Analyst Dirk Becker von Kepler nach den Zahlen und Aussagen der Deutschen Börse und bekräftigte sein Anlageurteil 'Buy' für die Aktie.
Für weiteres Umsatzwachstum gibt sich Börsenchef Francioni optimistisch: 'Für 2012 erwarten wir einen Anstieg der Umsatzerlöse auf das Niveau des Rekordjahres 2008.' Damals hatte der Frankfurter Marktbetreiber Umsatzerlöse von 2,455 Milliarden Euro erzielt. Im abgelaufenen Jahr lagen sie bei 2,233 Milliarden Euro, womit die Deutsche Börse beim Umsatz laut Francioni klar die Nummer 1 in Europa und die Nummer 2 in der Welt ist. Bei den Umsatzerlösen liege die Deutsche Börse zusammen mit der Chicagoer Terminbörse CME deutlich vor den anderen Wettbewerbern. Zudem sei die Deutsche Börse mit einer Marktkapitalisierung von rund zehn Milliarden Euro auch die einzige Börse mit Sitz in Europa, die in der Weltliga der Börsen mitspiele.
Wachstum erwartet der Konzern unter anderem aufgrund der vollständigen Übernahme der Terminbörse Eurex. Im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Börse die restlichen 15 Prozent an der Eurex vom Schweizer Börsenkonzern Swiss Group übernommen. Nun will sie vor allem in heute noch unregulierte und besicherte Märkte, vor allem in Richtung Abwicklung von außerbörslichen Derivate-Geschäften (OTC Clearing), vordringen. Wir haben es hier mit einem großen Markt zu tun und wollen uns einen guten Teil vom Kuchen herausschneiden, so Francioni. Damit trage man auch zugleich dazu bei, dass unregulierte Märkte nie wieder Ursache und Brandbeschleuniger einer Finanzkrise werden können, wie das 2008 der Fall war. Bei der Abwicklungstochter Clearstream soll zudem der Umsatzanteil in Asien von heute 20 Prozent auf 30 Prozent im Jahr 2016 erhöht werden. Daneben soll das Angebot bei Dienstleistungen im Sicherheitenmanagement 2012 auf Australien und Südamerika ausgedehnt werden.
Darüber hinaus werde eine neue eigene Geschäftseinheit gegründet, um neues Wachstumspotenzial zu erschließen. Alle IT- und datenbezogenen Tätigkeiten sollen gebündelt werden. Neue und erweiterte Dienstleistungen sollen angeboten werden und die Bindung an die Kunden erhöht werden.
Zu guter Letzt visiert die Deutsche Börse statt Fusionen nun Partnerschaften an und fasst dabei besonders Asien ins Auge. Es werde bereits mit Kunden diskutiert, um gemeinsam neue Geschäftsfelder zu erschließen. 'Auch ohne Fusion mit einem transkontinentalen Partner werden wir Schritt für Schritt globaler', sagte Francioni. Zeit, verpassten Chancen wie der Fusion mit der New Yorker Börse nachzutrauern, gebe es nicht, auch wenn weiterhin eine Klage gegen das Fusionsverbot aus Brüssel geprüft werde. 'Eine Entscheidung dazu fällt, wenn wir die Begründung zur Untersagung gründlich juristisch analysiert und bewertet haben.' Die EU-Kommission hatte vor knapp zwei Wochen wegen massiver Wettbewerbsbedenken ihr Veto gegen den Zusammenschluss mit der NYSE Euronext eingelegt./ck/wiz/tw
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