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ROUNDUP: Patrizia will sich als mieterfreundlich verstanden wissen

11:59 Uhr 14.02.2012
STUTTGART (dpa-AFX) - Die Käufer der 21.000 LBBW-Wohnungen haben Vorwürfe zurückgewiesen, dass die Übernahme Nachteile für die rund 60.000 Mieter bedeuten könnte. 'Wir haben die Eigentumsbildung immer sozialverträglich gestaltet', sagte der Vorstandsvorsitzende und Gründer der PATRIZIA IMMOBILIEN AG, Wolfgang Egger, am Dienstag in Stuttgart. Im Gegenteil solle langfristig investiert werden.

Das Augsburger Unternehmen führt ein Investorenkonsortium, das am Montagabend den Zuschlag für das gut 1,4 Milliarden Euro schwere Geschäft erhalten hatte. Der Deal ist Deutschlands größter Verkauf von Immobilien seit rund dreieinhalb Jahren. Kritiker, darunter etwa der Mieterbund Baden-Württemberg, hatten während des Bieterkampfes vor der Patrizia gewarnt und befürchtet, dass es den Augsburgern letztendlich um Rendite geht und weniger um das Mieterwohl. Gegner und am Ende Verlierer in dem Kopf-an-Kopf-Rennen des Verkaufs war das sogenannte Baden-Württemberg-Konsortium rund um die Stadt Stuttgart.

Der für die Übernahme zuständige Patrizia-Manager Klaus Schmitt trat der Kritik entgegen: 'Der Mieter ist unser wichtigster Kunde. Wir werden nichts tun, um ihn aufzuschrecken oder zu verunsichern. Wir leben davon, dass die Mieter pünktlich zahlen.' Der Bestand der Wohnungen solle erhalten und ausgebaut werden, einen Verkauf großer Teile schloss Schmitt aus. Patrizias Konsorten seien überwiegend Versicherungen und Pensionskassen. Jedoch nennen die Augsburger nicht die Namen aller Partner - unter Berufung auf entsprechende Wünsche.

Die neuen Eigentümer dürfen die Mieten in den nächsten fünf Jahren durchschnittlich um drei Prozent plus Inflation jährlich anheben. In jüngerer Zeit wäre dies ein Maximum von etwa 5 Prozent Erhöhung gewesen. Das könnte - sollte die Spanne voll ausgenutzt werden - zu empfindlichen zusätzlichen Belastungen für viele der 60.000 Bewohner führen. Schmitt hielt dagegen, dass die Investitionen in die Qualität der Wohnungen laut Geschäftsplan deutlich über dem Branchenschnitt liegen sollen. Geplant sei, die Mieten in den nächsten Jahren nicht um mehr als 4 Prozent jährlich zu erhöhen. Damit liege der Plan unten den Erhöhungen, die es in jüngerer Zeit unter dem alten Eigner LBBW gegeben habe.

Luxussanierungen, die Altmieter hinausdrängen könnten, seien nicht geplant und darüber hinaus für fünf Jahre vertraglich ausgeschlossen. Eigenbedarfskündigungen sind für zehn Jahre verboten und Mieter, die älter als 60 Jahre sind oder einen Behinderungsgrad von mehr als 60 Prozent aufweisen, genießen ein lebenslanges Wohnrecht./loh/DP/wiz

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