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ROUNDUP: Roche mit schweren Rückschlag für Krebsprodukt Avastin in den USA

10:19 Uhr 21.07.2010
WASHINGTON (dpa-AFX) - Der schweizerische Pharmakonzern Roche (ROCHE AG Aktie) hat in den USA mit seinem umsatzstarken Medikament Avastin einen schweren Rückschlag einstecken müssen. Ein Beraterausschuss der US-Arzneimittelaufsicht FDA empfahl am Dienstagabend, die Zulassung für Avastin als Erstlinien-Therapie bei fortgeschrittenem HER2-negativem Brustkrebs in Kombination mit einer Chemotherapie zurückzunehmen. Die Entscheidung sei wegen schwerwiegender Nebenwirkungen mit zwölf zu eins Stimmen gefallen, hieß es in einer Mitteilung der Roche-Tochter Genentech. Nun hat die FDA das letzte Wort. Die endgültige Entscheidung dürfte auf der FDA-Sitzung am 17. September fallen. Die Behörde folgt in der Regel der Empfehlungen ihrer Beratergremien.

Roche ist mit seinen Medikamenten gegen Krebs nach Aussage von Analysten mit einem Marktanteil von zuletzt weltweit rund 38 Prozent führend - gefolgt von Novartis (NOVARTIS Aktie) und dem weltgrößten Pharmakonzern Pfizer (PFIZER Aktie) . Im abgelaufenen Geschäftsjahr wies Roche mit Avastin, einem Konkurrenzprodukt zu Erbitux von Merck KGaA (MERCK Aktie) , ein Erlöswachstum von 21 Prozent auf 6,22 Milliarden Franken aus.

MILLIARDENUMSATZ MIT AVASTIN

Roche-Chef Severin Schwan traut Avastin nach früheren Aussagen in den nächsten Jahren einen Umsatz von bis zu 9 Milliarden Franken zu. Avastin, das derzeit auch gegen Darm-, Lungen-, Hirn- und Nierenkrebs zugelassen ist, wurde von Genentech entwickelt. 2008 erhielt Avastin zur Behandlung von Brustkrebs in den USA eine Zulassung mit der Auflage, dass Roche sich zur Durchführung zweier Zusatzstudien verpflichtet.

Die im SMI-Index notierten Roche-Titel büßten am Vormittag 4,55 Prozent auf 136,50 Franken ein. Die UBS hat das Kursziel für die Baseler nach den negativen Aussagen des Expertengremiums von 190 Schweizer Franken auf nunmehr 186 Franken gesenkt. Die klare Aussage, dass Avastin bei Brustkrebs keine Vorteile bringe, dürfte für den Markt eine Überraschung sein, schreibt Analyst Fabian Wenner. Kritischer äußerte sich indes die Credit Suisse: Viele dürften von der klaren Absage des Ausschusses für das Brustkrebsmittel geschockt sein, heißt es in einer Studie.

Analyst Andrew Baum von Morgan Stanley kritisierte die Haltung des Ausschusses als 'systematische und unfaire Einstellung' gegen Avastin. Er vermutet, dass Kostenüberlegungen die Empfehlung deutlich beeinflusst haben. Denn die Brustkrebstherapie mit Avastin kosten bis zu 100.000 Dollar pro Jahr und Patientin./ep/nmu/tw

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