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ROUNDUP: UBS profitiert von regem Wertpapierhandel - Analysten aber unzufrieden

10:58 Uhr 23.04.2018

ZÜRICH (dpa-AFX) - Die Schweizer Großbank UBS hat zu Jahresbeginn von einem regen Handel an den Finanzmärkten profitiert. Der Gewinn im ersten Quartal lag etwa ein Fünftel über dem des Vorjahreszeitraums. Allerdings blickt das Management verhalten auf den restlichen Jahresverlauf und Analysten monierten das Abschneiden in einigen Sparten. Die Aktie rutschte am Montagmorgen um 4 Prozent ab und war damit der schwächste Wert im Schweizer Leitindex SMI.

Der Jahresauftakt sei durchwachsen verlaufen, schrieb Goldman-Sachs-Analyst Jernej Omahen in einer ersten Reaktion. Im Investmentbanking hätten die Schweizer stark abgeschnitten. Mit dem restlichen Geschäft zeigte er sich unzufrieden. Ähnlich fiel das Urteil von JPMorgan-Analyst Kian Abouhossein aus. Für ihn bleibt die UBS aber trotzdem die Bank mit dem besten Mix an Geschäften.

Bankchef Sergio Ermotti und der Verwaltungsratsvorsitzende Axel Weber hatten die UBS nach den Erfahrungen der Finanzkrise neu ausgerichtet. Sie dampften das schwankungsanfällige Investmentbanking ein, zogen sich aus Randbereichen zurück und senkten die Kosten. Gleichzeitig bauten sie die Vermögensverwaltung aus, die als stabiler Ertragsbringer gilt. Insgesamt ist die UBS damit nun stark auf die Betreuung gut situierter Kunden ausgerichtet. Die Vermögensverwaltung steuert mehr als die Hälfte zum Gewinn bei.

Unterm Strich stieg der Gewinn des Deutsche-Bank-Rivalen so im ersten Quartal auf 1,5 Milliarden Franken (knapp 1,3 Mrd Euro), wie das Geldhaus am Montag in Zürich mitteilte. Das waren 19 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und auch mehr als Analysten erwartet hatten. "Wir hatten einen ausgezeichneten Start ins neue Jahr", erklärte Ermotti. Allerdings warnte das Management gleichzeitig vor übertriebenen Erwartungen an das restliche Jahr: Die Marktvolatilität liege zwar über den historischen Tiefständen des vergangenen Jahres, doch sie bleibe moderat, was sich gewöhnlich nachteilig auf die Aktivität der Kunden auswirke.

US-Präsident Donald Trump hatte zu Jahresbeginn einen Handelsstreit vom Zaun gebrochen und damit für Nervosität unter den Anlegern gesorgt. Dies hatte sich im gestiegenen Handel mit Wertpapieren ausgedrückt, vor allem mit Aktien. Die Finanzhäuser verdienen daran über Gebühren. Schon die US-Großbanken hatten deshalb ihre Gewinne deutlich gesteigert.

Die UBS profitierte überdies in ihrer Vermögensverwaltung von einem gestiegenen Zufluss an neuen Geldern. Zudem kommt den Schweizern das höhere Zinsniveau in den USA zugute, einer der großen Märkte. So konnten die Schweizer ihre Erträge - die gesamten Einnahmen - im ersten Quartal um 2 Prozent auf 7,7 Milliarden Franken steigern. Gleichzeitig konnte das Management die Kosten leicht eindämmen.

Vielen Analysten reichte das aber nicht. Der ohnehin seit Jahresbeginn unter Druck stehende Kurs bröckelte am Montag weiter ab. Das Minus seit Jahresbeginn summierte sich zuletzt auf annähernd 8 Prozent - mehr als doppelt so viel wie die europäische Bankbranche im Allgemeinen nachgegeben hatte.

Auf längere Sicht haben die Anleger die Neuaufstellung der UBS aber honoriert. An der Börse sind die Schweizer derzeit umgerechnet 53 Milliarden Euro wert und damit mehr als doppelt so viel wie die verlustreiche Deutsche Bank. Der heimische Rivale Credit Suisse kommt auf umgerechnet 34 Milliarden Euro./das/kro/fba

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