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ROUNDUP: Volkswagen (VW) verspricht nach Gewinneinbruch neues Wachstum

11:38 Uhr 11.03.2010
WOLFSBURG (dpa-AFX) ? Europas größter Autobauer Volkswagen (VOLKSWAGEN Aktie) (VW Aktie) will nach dem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr 2010 wieder beim Ergebnis und Umsatz zulegen. 'Der Volkswagen-Konzern hat im vergangenen Jahr ordentlich Tempo gemacht. Und auch 2010 schalten wir nicht zurück', sagte VW-Chef Martin Winterkorn am Donnerstag in Wolfsburg. Die Verkäufe sollen nach dem leichten Zuwachs 2009 im laufenden Jahr ebenfalls weiter steigen. Dabei will der Konzern den Konkurrenten weitere Marktanteile abjagen.

In den ersten beiden Monaten hat der Konzern sein Ziel schon erreicht. Weltweit stiegen die Auslieferungen im Januar und Februar zusammen um 26,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf über 1,02 Millionen Fahrzeuge.

GEWINNEINBRUCH 2009

Im vergangenen Jahr hat der Wolfsburger Konzern trotz leicht gestiegener Verkäufe auf rund 6,3 Millionen Wagen einen Gewinneinbruch von mehr als 80 Prozent verzeichnet. Nach fast 4,7 Milliarden Euro im Vorjahr verdiente der Konzern 2009 nur noch 911 Millionen Euro. Der Umsatz ging von rund 114 Milliarden Euro auf rund 105 Milliarden Euro zurück. Das operative Ergebnis sank von 6,3 Milliarden Euro auf knapp 1,9 Milliarden Euro.

Den Ergebniseinbruch führte der Konzern vor allem auf den Trend zu kleineren Fahrzeugen zurück, an denen der Hersteller weniger verdient. Zudem habe es regionale Verschiebungen gegeben. Ungünstige Wechselkurse haben nach Angaben von Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch das operative Ergebnis mit 1,2 Milliarden Euro belastet.

VW verzeichnete 2009 besonders in China hohes Wachstum. Dort wurden allein 1,4 Millionen Wagen ausgeliefert. Weil dort Gemeinschaftsunternehmen betrieben werden, werden die Gewinne aber nicht im Konzernumsatz und dem operativen Ergebnis verbucht, sondern im Finanzergebnis. Das anteilige Ergebnis der chinesischen Gemeinschaftsunternehmen bezifferte Pötsch auf 774 Millionen Euro.

HOHE NETTOLIQUIDITÄT

Der Finanzvorstand hob besonders die um über zwei Milliarden auf 10,6 Milliarden Euro gestiegene Netto-Liquidität im Autobereich hervor. Dies sei in erster Linie durch den Abbau von Lagerbeständen sowie durch Einsparungen erzielt worden. Die Kosten von 3,9 Milliarden Euro für die knapp 50 prozentige Beteiligung am Autogeschäft von Porsche sei davon bereits abgezogen. 'Dies stellt im Wettbewerbsumfeld eine sehr gute Leistung unserer Mannschaft dar', sagte Pötsch.

Von den Konzernmarken erwiesen sich die Ingolstädter Tochter Audi und die Finanzdienstleistungen als vergleichsweise stabile Säulen. Sorgenkind der bald aus zehn Marken bestehenden Konzernfamilie bleibt die spanische Tochter Seat. Dort weitete sich der Verlust unter anderem wegen der Schwäche des heimischen Marktes auf 339 Millionen Euro aus. Aber auch die umsatzstärksten Kernmarke VW-Pkw verdiente trotz der Verkaufserfolge, unter anderem durch die Abwrackprämie in Deutschland, deutlich weniger.

LEICHTE ERHOLUNG

Im laufenden Jahr will der Konzern insgesamt fast 70 Neuheiten auf den Markt bringen. Zudem soll die Übernahme des Stuttgarter Sportwagenherstellers Porsche (PORSCHE Aktie) und die Partnerschaft mit dem Kleinwagenspezialisten Suzuki (SUZUKI MOTOR Aktie) , bei dem VW mit knapp 20 Prozent eingestiegen ist, weiter vorangetrieben werden. VW will noch im ersten Halbjahr zur Finanzierung der schrittweisen Übernahme eine Kapitalerhöhung über Vorzugsaktien in Angriff nehmen. Auf der der regulären Hauptversammlung im April soll das Emirat als drittgrößter VW-Aktionär einen Sitz im Aufsichtsrat des Konzerns erhalten.

Für die weltweiten Automärkte rechnet der Konzern mit einer leichten Erholung. Der Weltmarkt werde leicht auf 53 bis 54 Millionen Personenwagen wachsen. Dabei würden die Märkte in Deutschland und Westeuropa voraussichtlich deutlich zurückgehen. Wachstumsimpulse gingen von China, Brasilien und den USA aus.

Winterkorn warnte vor zu großem Optimismus: 'Wer jetzt schon den großen Aufschwung ausruft, geht an der Realität vorbei.' Auf das Vorkrisenniveau von 2007 werden die Märkte nach Einschätzung des Konzernchefs nicht vor 2012 zurückkehren. 'Unsere Branche hat eine längere, steinige Wegstrecke vor sich.'/dct/wiz

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