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WOCHENAUSBLICK: Dax dürfte weiter auf der Stelle treten - US-Zahlen im Blick

05:50 Uhr 15.10.2012
FRANKFURT (dpa-AFX) - Experten erwarten, dass der Dax     auch in der neuen Woche auf der Stelle treten wird. Im Fokus steht vor allem die angelaufene Berichtssaison für das vergangene Quartal. Unternehmenszahlen aus Deutschland sind allerdings noch Mangelware - zunächst spielt die Musik vor allem in den USA.

Nach der Kursrally Anfang Juni bis Mitte September 'ist der Aktienmarkt in eine Konsolidierung eingeschwenkt, die sich noch etwas fortsetzen dürfte', heißt es bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Konjunkturseitig sei 'vor allem Chinas BIP für eine Enttäuschung gut'. Die Auftriebskräfte an der Börse sollten jedoch nicht unterschätzt werden, mahnten die Experten. Nachdem das Grundvertrauen der Anleger zurückgekehrt sei, eröffne eine gesunde Skepsis weiteres Aufwärtspotenzial.

Die Landesbank Berlin (LBB) erinnerte daran, dass neben der Euro-Schuldenkrise und den Konjunkturperspektiven die Berichtssaison auf die Agenda rücke. Nachdem der US-Aluminiumkonzern Alcoa ( ALCOA Aktie) für einen durchwachsenen Start gesorgt habe, könnten insbesondere die Gewinnerwartungen der Unternehmen für das kommende Jahr hinter den Analystenschätzungen zurückbleiben. Entsprechend rechnen die Kapitalmarktspezialisten des Instituts weiter mit deutlichen Schwankungen beim deutschen Leitindex sowie seinem europäischen Pendant EuroStoxx 50 . Allerdings sollten die üppig vorhandene Liquidität und die weltweit lockere Geldpolitik der Notenbanken die Kurse stützen.

Auch die Experten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) sehen die Aktienmärkte dank der hohen Liquidität nach unten abgesichert. 'Außerdem spricht die günstige Bewertung für Dividendentitel', so ihre Überzeugung. Mit einer Beruhigung der Schuldenkrise und wieder robusteren Konjunkturindikatoren werde der Risikohunger der Anleger zunehmen. 'Der Dax dürfte sich daher deutlich oberhalb von 7.000 Punkten etablieren.'

Optimistisch äußerte sich auch Portfoliomanager Sascha Rehbein von der Weberbank. Die Kapitalmärkte schwebten derzeit zwar 'ohne klaren Trend im luftleeren Raum', und die angelaufene Berichtssaison gebe keine Anzeichen für Euphorie, räumte er ein. Doch nachdem viele Unternehmen vielfach ihre Ausblicke gesenkt und daraufhin auch die Analysten ihre Erwartungen reduziert hätten, 'würden bereits moderate Geschäftszahlen für positive Überraschungen sorgen'.

In der neuen Woche stehen vor allem die Zahlen von US-Konzernen im Fokus - laut LBBW allein zwölf aus dem New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial     . Zu den Berichtsunternehmen gehören die Schwergewichte aus der Bankenbranche. Vor dem Wochenende hatten die Geldinstitute JPMorgan ( JPMORGAN CHASE Aktie) und Wells Fargo ( WELLS FARGO Aktie) über kräftige Gewinnzuwächse berichtet - nun warten die Anleger auf die Geschäftsberichte der Konkurrenten Citigroup ( CITIGROUP Aktie) , Goldman Sachs ( GOLDMAN SACHS Aktie) , Bank of America ( BANK OF AMERICA Aktie) und Morgan Stanley ( MORGAN STANLEY Aktie) . Mit Intel ( INTEL Aktie) , IBM ( IBM Aktie) , Ebay ( EBAY Aktie) , Microsoft ( MICROSOFT Aktie) und Google ( GOOGLE Aktie) warten auch die bekanntesten Branchengrößen aus dem Technologiebereich mit Zahlen auf.

Die Unternehmensagenda in Europa fällt vergleichsweise dünn aus: Neben den Quartalsberichten von Roche ( ROCHE AG Aktie) , ASML Holding ( ASML HOLDING Aktie) , Nestle und Nokia ( NOKIA Aktie) könnten die Investorenveranstaltungen einiger deutscher Konzerne wie Wincor Nixdorf ( WINCOR NIXDORF Aktie) (Dienstag) und Hannover Rück ( HANNOVER RÜCK Aktie) (Donnerstag) einen Blick wert sein. Ebenfalls am Donnerstag legt MAN ( MAN Aktie) einen Zwischenbericht zum dritten Quartal vor. Spannend bleibt zudem, was der geplante Einstieg des japanischen Mischkonzerns Softbank beim US-Mobilfunkkonzern Sprint Nextel ( SPRINT NEXTEL Aktie) für die Deutsche Telekom ( DEUTSCHE TELEKOM Aktie) und deren amerikanische Mobilfunktochter T-Mobile USA bedeutet.

Aus konjunktureller Sicht sollten die Anleger am Dienstag die deutschen ZEW-Konjunkturerwartungen im Auge behalten. Dazu kommen etliche US-Daten etwa zur Wirtschaftsstimmung und zum Immobilienmarkt. Auf dem am Donnerstag beginnenden EU-Gipfel stünden offiziell die Bankenunion und der EU-Haushalt auf dem Plan, schreiben die LBBW-Experten. Hinter den Kulissen werde es aber auch um Griechenland und Spanien gehen. Weberbank-Experte Rehbein sieht dies ähnlich: 'Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) durch ihr neues Staatsanleihen-Kaufprogramm für Erleichterung gesorgt hat, mehren sich zunehmend die Fragezeichen, ob und wann Spanien offiziell unter den europäischen Rettungsschirm schlüpft und somit die EZB spanische Staatsanleihen kaufen kann.'/gl/wiz

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