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Anleihen: Wo Sie vor Staatsraub sicher sein können

08:14 Uhr 22.03.2013
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von Oskar Herbert

 

Düsseldorf, 21.03.2013: Mit Leichtigkeit haben Experten den versuchten Raub von  Guthaben auf zyprischen Sparkonten als zulässig bezeichnet: Dieser Raub wäre kaum etwas Anderes als z.B. der Solidaritätszuschlag in Deutschland, heiß es in erschreckender Klarheit. Nach der bereits verlustig gegangenen Sicherheit von Staatsanleihen ist jetzt die zweite Illusion zerplatzt; nämlich das Vertrauen, Spareinlagen bei privaten Banken seien sicher; zumindest bis 100.000 €. Sind sie nicht. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass der Raub nun doch erst mal nicht vollzogen wird.

 

Bundesanleihen sind auch nicht sicher

Sobald die Banken in Zypern wieder aufmachen, werden die Sparer ihr Geld abholen. Sie werden neue Kopfkissen kaufen und die Sicherheitsmaßnahmen in Wohnungen und Häusern verstärken. Logisch, dass die Schuldenmanager jetzt einen Staatsfonds zwischenschalten wollen. Niemand sonst würde neue Staatsanleihen kaufen. Und die Betroffenen merken nicht direkt, wie sie enteignet werden. Das ist nicht anders als mit (deutschen) Investmentfonds  und Lebensversicherungen. Diese Institutionen kaufen weiter Staatsanleihen; wohlwissend, dass auch die Bundesrepublik längst überschuldet ist und die Staatsschulden niemals wird zurückzahlen können.

 

Sparer werden enteignet

Eine willfährige Europäische Zentralbank hält die Renditen für Staatsanleihen niedriger als Kaufkraftschwund und Steuerlast. Sparer und Anleger in entsprechenden Investmentfonds und in Lebensversicherungen werden systematisch schleichend enteignet - und zwar unter den Augen angeblich besorgter Politiker und beflissener Branchenlobbyisten: Banken, Fonds und Versicherer haben jahrzehntelang weggesehen, als die Schulden aufgebaut wurden. Und jetzt werden sie auch noch als Experten für die Schadensbehebung gerufen. Absurder kann das Staats-Panoptikum nicht sein.

 

Auf Anlagen in Treuhand kommt es an

Alternativen können Anleihen der privaten Wirtschaft sein; z.B. Mittelstandsanleihen. Sie werden in Kundendepots und damit im Treuhandvermögen verwahrt; außerhalb der Bilanzen Depot-führender Banken. Da kommt kein Staat ran, es sei denn, der Staat ruiniert die Wirtschaft; bzw. den Lobbyisten der Wirtschaft gelingt es nicht, die Staatspolitik so zu beeinflussen, dass die Politik die Wirtschaft nicht ruiniert. Treuhandvermögen ist vor direktem Staatsraub sicher. Selbst wenn ein Depotführer pleite geht, ist das Treuhandvermögen vor dem Zugriff der Gläubiger sicher. Das ist der Unterschied zu Spareinlagen. Solche Einlagen gehen in Besitz und Bilanzen von Banken und Sparkassen über. Vor Eingriffen und Raub sind solche Gelder nicht sicher.

 

Generationen-Abrechnung

Die goldene Generation, die schon bald Lebensversicherungen ausgezahlt bekommt oder mancherlei andere Guthaben angesammelt hat, bekommt jetzt die Rechnung aufgetischt: Seit etwa 40 Jahren leben Deutschland - genauso wie das übrige Europa, wie Japan oder die USA - über ihre Verhältnisse. Die goldene Generation ist über Jahrzehnte hinweg in den Genuss der überzogenen Ausgaben des Staates gekommen. Die Abrechnung läuft in Deutschland bereits seit zehn Jahren; z.B. im Rahmen der sog. Hartz-IV-Reformen und der entsprechenden Rentenkürzungen.

 

Die Alten berauben, die Jungen schonen

Im privaten Leben können Nachkommen Erbschaften ausschlagen, wenn der Verstorbene ihnen Schulden hinterlassen hat. Auf Staatsebene geht das nicht. Die goldene Generation hinterlässt den jüngeren Deutschen nicht nur eine weithin ruinierte Infrastruktur sondern auch mehr als 2.000 Mrd. € Staatsschulden; etwa 40.000 € pro Kopf der Jüngeren. Oder mehr als 150.000 € für die typische Familie mit zwei Kindern. Insoweit müsste man Sparkonten generell nicht nach der Höhe der Einlagen unterscheiden sondern nach dem Alter der Kontoinhaber. Schenkungen wären dann wahrscheinlich die Folge; von der goldenen Generation in die folgenden Generationen; quasi als Ausgleich für die hinterlassenen Staatsschulden.

 

Aus 7,3% werden 3,7% Rendite

Wer keine Spareinlagen hinterlassen will, muss bei Unternehmensanleihen aufpassen, dass er nicht an die falschen Unternehmen gerät. Die höchsten Ausfallquoten gibt es ausgerechnet bei Hypothekenanleihen. Solaranleihen sind ebenfalls hoch gefährlich. Die Deutsche Börse AG  scheint insoweit außer Diskussion zu stehen: Die 7,5%-Börsenanleihe wird derzeit für 101,3% angeboten; zuzüglich Stückzinsen für neun Monate; also zuzüglich 5,7%; ISIN: XS0369549570. Die Rendite errechnet sich auf 7,3%. Ab 13.06.2013 ist es damit aber vorbei. Das Börsenpapier verzinst sich fortan variabel entsprechend dem 5-Jahres-Swapsatz plus 2,85%-Punkte. Momentan wären das etwa 3,8% Nominalzinsen oder 3,7% Rendite und folglich erheblich mehr als Bundesanleihen abwerfen. Fällig wird die Anleihe aus dem Jahr 2008 erst 2038. Und obwohl "Deutsche" auf der Börsen-AG draufsteht, sitzt der Staat nicht drin im Boot. Zinsraub oder Kapitalschnitt kann er nicht durchführen. Er kann allenfalls das Geschäftsmodell Börsenhandel ruinieren oder die Steuern erhöhen. Irgendwie muss und wird es am Ende aber doch auch weitergehen.

Alle News zu Anleihen finden Sie auf http://www.boersennews.de/markt/anleihen

 

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