CLEVER HANDELN

Richten Sie Börsennews.de als Startseite ein

Hier klicken

Anleihen mit sonnigen Renditen

17:14 Uhr 19.01.2012

von Oskar Herbert

börsennews.de - Düsseldorf, 19.01.2012: Die Solarbranche ist derzeit nach Griechenland vielleicht das heißeste Thema in der (Finanz)-Öffentlichkeit. Wegen der Anleihe von Payom Solar etwa wird engagierten Anlegern sogar extrem heiß: Das Papier stürzte zuletzt auf 40% von 1.000 €, die Anleger Anfang April 2011  dafür bezahlt haben. Derweil ist der Kurs der Solarworld-Aktie seit dem Tief im Dezember um 50% gestiegen. Und das hat auch die Nachfrage nach den beiden Solarworld-Anleihen so beflügelt, dass die Kurse von kaum mehr als 50% auf inzwischen reichlich 60% gestiegen sind. In der Politik wird währenddessen gefordert, den Solarstrom in Deutschland künftig weniger zu begünstigen; wegen des übergroßen Erfolgs der Initiative, die seit zehn Jahren vom EEG-Gesetz ausgeht, dem Erneuerbare Energien Gesetz! Allein im 4. Quartal 2011 wurde so viel Solar-Kapazität in Deutschland installiert, dass die volle Leistung - allein dieser neuen Anlagen - so viel Strom liefert, wie fünf große Kernkraftwerke liefern könnten, wenn sie liefern würden.

15% mit Payom-Solar

Claas Fierlings, der Finanzchef von Payom Solar, hat denn auch Ende November 2011 von deutlich gestiegener Installationsleistung seines Hauses - nicht nur in Deutschland - berichtet. Payom baut mit dem Geld der Anleihegläubiger Solar-Anlagen. Aus den Erlösen des Stromverkaufs werden die Zinsen gezahlt; erstmals am 7.04.2012. Dann wird es 75 € für jeweils 1.000 € Nennwert geben, die heute für 400 € zu haben sind; ISIN: DE000A1H3M96. Die laufende Rendite ist mit reichlich 15% auch dann noch spektakulär, wenn man 56 € Stückzinsen berücksichtigt, die mitgekauft werden müssen. Bei der Tilgung der Anleihe über 28 Mio. € am 7.04.2016 kommen dann noch 600 € Tilgungsgewinn hinzu. Kein Problem ist es nach Auskunft am Firmensitz in Hamburg, dass Anleger nur 28 Mio. € in die Anleihe eingezahlt haben und nicht 50 Mio., wie die Payom-Strategen es sich gewünscht hatten. Aktuell würde Payom, wenn denn Geld benötigt würde, weniger Zins bezahlen müssen. Wegen des Verlusts, den Payom wegen - nicht zahlungswirksamer - Bewertungsabschläge  im 3. Quartal hinnehmen musste, hat Creditreform  das Rating von BBB auf BB+ heruntergesetzt: auf Ramschniveau. Jetzt kommt es darauf an, dass die Prognose des Finanzchefs von Ende November sich per Ende Dezember bewahrheitet hat, was Payom im März 2012 mitteilen will - zusammen mit Indikationen, ob das Jahr 2012 mit Gewinn anläuft und Stabilität für die Anleihe und ihre Gläubiger geschaffen ist. Die Prognose von Ende November müsse nicht zurückgenommen werden, heißt es dazu in Hamburg.

10% mit Solarworld

Solarworld produziert - anders als Installateur Payom - selbst Solarzellen. Der Weltkonzern ist deshalb in besonderer Weise vom Preisverfall der Zellen betroffen; so stark, dass Hauptaktionär Frank Asbeck nun ein Anti-Dumping-Verfahren gegen China betreibt. Dass die Nachfrage nach Solarworld-Aktien, ISIN: DE0005108401, in den jüngsten Wochen trotz dieser schwierigen Umstände so hoch ist, dass sie nur mit heftig höheren Kursen befriedigt werden kann, ist vor diesem Hintergrund bemerkenswert. Wilde Spekulationen vermuten chinesische Interessen hinter diesen Käufen. "Sonnengott" Asbeck hat bereits signalisiert, er wolle auf keinem Fall verkaufen. Die Vermutung liegt folglich nahe, dass "die Solarworld" nicht untergehen wird und die Gläubiger der beiden Anleihen brav ihre Zinsen und ihr Kapital bekommen werden. Es geht um die 6,125%-Anleihe, XS0478864225 bis 2017; Kurs: 64,25% sowie um die 6,375%-Anleihe, XS0641270045 bis 2016; Kurs: 66,30%. Die laufenden Renditen beider Papiere liegen knapp unter 10%, die Endrenditen knapp unter 20%.

7,5% mit Deutsche Postbank

Speziell sind auch die Verhältnisse um die ewige Funding-Anleihe der Deutschen Postbank von 2005; DE000A0D24Z1: Wer diese Papiere seit der Erstausgabe zu 100% besitzt - und sei es auch nur indirekt irgendwo versteckt in einem Investmentfonds - der sitzt jetzt auf mehr als 50% Verlust: Die Papiere mit 1.000 € Nennwert werden derzeit für 48,40% angeboten. Das kann jetzt jedoch eine Chance sein. Die Deutsche Bank hat beschlossen, einen Ergebnisabführungsvertrag mit ihrer Tochtergesellschaft Postbank abzuschließen. Im Zuge dieses Vertrages muss die Deutsche Bank nicht nur den verbliebenen sog. freien Postbank-Mit-Aktionären eine Abfindung oder eine Garantiedividende zahlen. Sie muss auch eine Regelung für die genannte und für andere Funding-Anleihe der Postbank finden: Die Zinsen dürfen dann nicht ausfallen, was ansonsten grundsätzlich möglich wäre. Die Zinsen werden variabel vergütet entsprechend der Verzinsung zehnjähriger Anleihen. Aktuell sind das 3,5% auf den vollen Nennwert. Daraus errechnet sich eine laufende Rendite von 7,5%. Oder die ewigen Anleihen werden gleich ganz zurückgezahlt. Das genannte Papier kann jährlich zum 7.06. getilgt werden; zu 100%. Besser für die Bankstrategen wäre es, die Papiere zum aktuellen Billigkurs an der Börse zurückzukaufen. Beides ist für Anleger gut, die jetzt einsteigen. Tiefer wird der Kurs kaum fallen, so dass 7,5% laufende Rendite für ein ständiges Quasi-Festgeld sicher zu sein scheinen.

Alle News zu Anleihen finden Sie auf www.boersennews.de/markt/anleihen

Disclaimer
Die hier angebotenen Artikel dienen ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind weder explizit noch implizit als Zusicherung einer bestimmten Kursentwicklung der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die Informationen ersetzen keine auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatung. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird weder ausdrücklich noch stillschweigend übernommen.
Im Artikel enthaltene Wertpapiere
Wertpapier ISIN Letzter Kurs Performance
DEUTSCHE BANK Aktienkurs DE0005140008 29,11 € -0,66 %
SOLARWORLD Aktienkurs DE0005108401 1,53 € 5,72 %
POSTBANK Aktienkurs DE0008001009 29,00 € 0,02 %
PAYOM SOLAR Aktienkurs DE000A0B9AH9 0,42 € -2,76 %
SOLAR Aktienkurs DK0010274844 41,85 € -
Jetzt mitmachen: Aktuelle börsennews.de Umfrage
Ein Kursanstieg der Facebook-Aktien beim Börsengang am Freitag blieb, wohl auch wegen technischer Pannen, aus. Experten sprechen von einer zu hohen Bewertung des Social Media Unternehmens. Wie wird sich die Aktie Ihrer Meinung nach entwickeln?
Keine Kommentare vorhanden!

Kommentar schreiben:


Bitte geben Sie die Buchstaben aus dem untenstehenden Bild ein.

Eingabe: