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von Oskar Herbert
börsennews.de - Frankfurt, 07.10.2011: Wie kritisch Anleger inzwischen die Schuldenkrise betrachten, zeigt das Beispiel der 9,5%igen Anleihe der Deutschen Bank.
Das Papier war zuletzt für weniger als 99% im Börsenhandel zu haben, vermittelt also eine geradezu außerirdische Rendite von 9,5%; ISIN: DE000A1ALVC5; Nennwert: 1.000 Euro. Zwar hat Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann inzwischen Abschied genommen von dem Ziel, 2011 mit einem neuerlichen Rekordgewinn abschließen zu können. Dass die Bank jedoch gleich in den Verlust stürzen wird und die Dividende an die Aktionäre nicht zahlen kann, das ist doch sehr unwahrscheinlich, sofern es gelingt, die Schuldenkrise einigermaßen unter Kontrolle zu halten.
Die Geschäftslage der Bank ist insoweit für die 9,5%ige Anleihe wichtig, weil es sich dabei um eine sog. Hybrid-Anleihe handelt. Sie ist nur nachrangig besichert; faktisch also unbesichert. Die Bank oder - genau genommen - die Tochterbank Deutsche Bank Capital Funding Trust XI, USA, kann die Zinszahlung ausfallen lassen, sofern es der Bank dreckig geht. Die Anleihe läuft zudem grundsätzlich ewig; und zwar uneingeschränkt mit diesem hohen Zinskupon. Die Bank hat sich jedoch 2009, als die Finanzkrise sie zur Ausgabe dieses teuren Papiers zwang, die Möglichkeit eingeräumt, den Hybriden erstmals zum 31.03.2015 zurückzahlen zu dürfen; oder danach jährlich per Ende März. Wahrscheinlich wird die Bank von der frühesten Rückzahlungsmöglichkeit Gebrauch machen: Sie wird dieses Hybrid-Kapital unter den neuen, verschärften Einkapitalvorschriften nämlich nicht mehr als Eigenkapital anrechnen lassen können. Und normales Fremdkapital kann die Bank zu weniger als dem halben Zinssatz aufnehmen. Wer also darauf vertraut, dass die Politiker die Ausbreitung des gefährlichen Griechen-Virus auf andere Schuldenländer verhindern können, der kann sich mit dem Deutsche-Bank-Hybrid eine wirklich attraktive Verzinsung einkaufen.
Das Papier zählte zuletzt an der Börse Stuttgart zu den meist gehandelten Anleihen. D.h: Es gibt viele Anleger, die nicht mehr an eine Begrenzung der Schuldenkrise glauben. Sie nehmen sogar fallende Kurse in Kauf, um bloß aussteigen zu können. In der Spitze hatten Käufer mehr als 110% für diese Anleihe bezahlt.
Der Vergleich mit der 4,375%-Anleihe von ThyssenKrupp bis 2015 (ISIN: XS0214238239) wirft ein bezeichnendes Licht auf die verworrene Situation. Die Thyssen-Anleihe wird wahrscheinlich erst in den nächsten Tagen unter 100% fallen; sofern die Rendite für des Deutsche-Bank-Hybriden als Marktmaßstab angesehen werden kann. Thyssen hat mit BB+ keine Investmentgrade-Bonität. Der Stahlkonzern macht - anders als die Deutsche Bank - keine Verluste mit Griechenland-Krediten, sondern kämpft mit schweren Verlusten in den neuen Fabriken in Brasilien und den USA. Auch diese Thyssen-Anleihe zählte zuletzt zu den intensiv gehandelten Papieren. Es gibt also Anleger, die schnell aussteigen wollen. Im August waren noch 1.050 Euro für jeweils 1.000 Euro Nennwert bezahlt worden.
Peugeot bietet mehr als Deutsche Bank in der Werbung anbietet
Die 4% Peugeot-Anleihe bis 28.10.2013 ist jüngst schon unter 100% gefallen; ISIN: FR00010957274. Die Rendite für die verbleibenden zwei Jahre Laufzeit liegt damit leicht über 4%. Das ist doppelt so viel wie jene "2% für zwei Jahre", welche Deutsche Bank derzeit massiv bewirbt. Und dass Peugeot nicht durchkommen wird, ist hoch unwahrscheinlich. Präsident Sarkozy ist bei Bedarf noch eher als Kanzlerin Merkel bereit, Industrie-Ikonen des Landes zu stützen, damit nicht unverantwortliche griechische Schuldenpolitik zum Zusammenbruch französischer Unternehmen führt. Von Krise ist im Übrigen weder bei Peugeot noch bei anderen europäischen Autokonzernen etwas zu spüren. Beispielweise Anleihen von VW vermitteln nur sehr niedrige Renditen. Und diese Anleihen tauchen nicht in der Liste der am meisten gehandelten Papiere auf, aus denen skeptische Anleger noch schnell aussteigen wollen.
Vestas, der dänische Weltmarktführer für Windkraftanlagen, ist trotz seiner herausragenden Position zwischenzeitlich in Schwierigkeiten geraten. Die klingen zum Glück aktuell wieder ab. Die 2010 ausgegebene 4,625%-Vestas-Anleihe bis 23.03.2015 (ISIN: XS0496644609) wird aktuell dennoch für 93% angeboten (Brief, B). Ein Kaufkurs (Geld, G) ist auf 86% gestellt. Wer mit entsprechender Limitierung seines Auftrags zu diesem Kurs etwas bekommt, sichert sich einschließlich Rückzahlungsgewinn mehr als 8% Rendite. Wer billigst zu 93% erwirbt, muss sich mit 7% begnügen.
Für die 5,35%-WGF-Hypothekenanleihe 2010/2015 wurde am 06.10.2011 ein Verkaufskurs (Brief) von 94% gestellt. Dabei ist die Erstplatzierung dieser Anleihe gerade vor wenigen Tagen abgeschlossen worden. Möglicherweise hängt der Verkaufswunsch unterhalb des Nennwerts mit dem Verlust zusammen, den die WGF AG im jüngsten Zwischenbericht per 30.06.2011 veröffentlicht hat. Diese WGF-Anleihe war erstaunlicherweise noch am 21.09.2011 vom Amtsgericht Lörrach als mündelsicher eingestuft worden. Näher hat sich ein Finanzblog mit den Halbjahreszahlen auseinandergesetzt: http://boersenanalyst.wordpress.com
Alle News zu Anleihen finden Sie auf www.boersennews.de/markt/anleihen
| Wertpapier | ISIN | Letzter Kurs | Performance | |
|---|---|---|---|---|
| PEUGEOT Aktienkurs | FR0000121501 | 8,17 € | 0,10 % | |
| VW Aktienkurs | DE0007664039 | 129,18 € | 0,45 % | |
| THYSSENKRUPP Aktienkurs | DE0007500001 | 14,23 € | 0,90 % | |
| DEUTSCHE BANK Aktienkurs | DE0005140008 | 29,11 € | -0,66 % | |
Das muss man sich mal vorstellen. Der Geschäftsbericht 2008 wurde erst in 2012 in korrigierter Form veröffentlicht, also vier Jahre nachher!
Aus dem zunächst gezeigten und in diversen Pressemitteilungen angepriesenem Gewinn wurde ein massiver Verlust.
Die Anleger, die in der Zwischenzeit in gutem Glauben auf den Geschäftsbericht Anleihen der WGF gezeichnet oder gekauft haben, sind getäuscht worden und sollten die Verluste aus der vorzeitigen Veräußerung über einen Anwalt gegenüber der WGF geltend machen.
Für die Sache sollte sich ma
Mit Blick aud den Geschäftsbericht 2010 und den noch ausstehenden Geschäftsbericht für 2011 kann nur gewarnt werden vor nachträglichenÄnderungen, die ebenso klammheimlich vorgenommen werden.