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Der Wochenrückblick: Turbulenzen auf dem Devisenmarkt

17:31 Uhr 01.06.2012
Carsten Englert, Chefredakteur
Carsten Englert, Chefredakteur "Investoren-Kompass"

von Carsten Englert

Ich würde ja gerne an dieser Stelle etwas anderes, etwas Positives berichten. Doch es bleibt dabei: Die Euroschuldenkrise und die Angst vor einem unkontrollierten Auseinanderbrechen der Währungsgemeinschaft verderben den Anlegern die Laune. Am Freitagvormittag notierte der DAX zeitweise bereits unter 6.100 Punkten und der Euro geht mit großen Schritten der Marke von 1,20 US-Dollar entgegen. Nur gegenüber einer einzigen Währung bleibt der Euro komplett stabil: dem Schweizer Franken. Doch das liegt nicht daran, dass es der Schweiz ähnlich ergeht, sondern daran, dass die Schweizer im Zuge der Schuldenkrise zum sozialistischen Staat zu werden scheinen.

Schweizer Sozialismus

Der erste nicht mit Marktwirtschaft zu vereinende Schritt, den die Schweizer gemacht haben, war die Festlegung eines Mindestkurses für den Euro (oder umgekehrt einen Höchstkurs für den Franken) bei 1,20 Franken. Die Notenbank SNB hatte angekündigt, den Wechselkurs mit allen Mitteln zu verlassen. In der vergangenen Woche hatte die SNB nochmals betont, dass sie notfalls mit allen Mitteln und unter allen Widerständen den Höchstkurs für den Franken verteidigen werde. Gleichzeitig ließ die SNB über die Medien verbreiten, dass sie durchaus noch Waffen im Arsenal hat, um Angriffe von Spekulanten abzuwehren. Dazu gehört demnach wohl die extrem marktwirtschaftsferne Maßnahme Kapitalverkehrskontrollen einzufügen. So soll es Ausländern nicht mehr so einfach gemacht werden oder gar verboten werden, ihr Kapital in die vermeintlich sichere Schweiz in den Franken zu retten. Denn neben den Devisenspekulanten sind es vor allem die Anleger, die den Schweizer Franken als sicheren Hafen suchen, die Druck auf die Höchstgrenze machen. Als weitere Optionen werden Negativzinsen ins Gespräch gebracht. So könnten beispielsweise ausländische Kapitaleinlagen in der Schweiz mit 10 Prozent negativ verzinst werden, was einer Strafbesteuerung gleich käme. Es werden noch eine Reihe weiterer kleinerer Maßnahmen (Beschränkung von Immobilienkäufen durch Ausländer, Teilung des Franken, etc.) aufgelistet.

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Martialisches Säbelrasseln

Man könnte nun meinen, alles wird gut für die Schweizer und der Höchstkurs bleibt unantastbar, schließlich hat die SNB genug Munition, um die Spekulanten zu grillen. Doch Pustekuchen! Denn bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass all diese Maßnahmen reine verbale Kriegsführung sind. Sowohl Kapitalverkehrskontrollen als auch Negativzinsen könnten eventuell tatsächlich den Aufwertungsdruck für den Schweizer Franken mildern. Doch erscheint es mehr als fraglich, ob diese Maßnahmen zum Tragen kommen. In der Summe wäre der schweizerischen Volkswirtschaft damit nämlich keinesfalls geholfen. Während die exportierende Realwirtschaft und die Tourismusbranche sich freuen würde über die durch die Maßnahmen geschaffte Stabilität des Franken dürfte es auf der anderen Seite zu massiven Gewinneinbrüchen in einem anderen Sektor sorgen, der für die Schweiz mindestens genauso wichtig ist: die Banken. Gerade mit den Einlagen ausländischer Kunden verdienen die großen Häuser wie Credit Suisse und UBS, aber auch die kleineren Banken ihr Geld. Würden dadurch tatsächlich die Investoren aus dem Ausland abgeschreckt, dürfte eines der drei wichtigen Standbeine der Alpenrepublik enorme Probleme bekommen. Von daher ist es als extrem unwahrscheinlich anzusehen, dass eine der Maßnahmen zum Tragen kommt. Vielmehr sollte man das Ganze sehen als was es ist: martialisches verbales Säbelgerassel. Vielmehr echtes Instrumentarium - neben dem steten Ankauf von Euros in gigantischer Milliardenhöhe - steht der SNB auch gar nicht zur Verfügung. Und dass gutes Instrumentarium nötig wäre, zeigt ja die Ansage der SNB. Ich deute sie ganz klar als Zeichen, dass die Notenbank bereits jetzt massiv unter Druck steht und das ganze eine Verzweiflungstat ist, in der Hoffnung, die Spekulanten glauben daran. Doch Spekulanten sind selten dumm.

Ein Beispiel aus der Geschichte

Kommt es nun in Europa zum schlimmsten und die Währungsunion zerbricht, oder tritt auch nur ein einzelnes Land aus dem Euro aus, dürfte die SNB die Waffen strecken. Die Kapitalflucht in die Alpen würde sicherlich sprunghaft ansteigen, ebenso wie die Attacken der Spekulanten, die genau darauf spekulieren. Irgendwann wird es einen Punkt geben, an dem die Zentralbankbilanz derart aufgebläht ist, dass die Politik dieses Manöver nicht mehr mitträgt, da die Verlustrisiken dann einfach gigantisch hoch werden. Genau dann werden die Spekulanten zuschlagen. Die Deutsche Bank rechnet mit einem schnellen Abwertungspotenzial von 20 bis 25 Prozent für den Franken, sobald die SNB die Untergrenze aufgibt. Ich halte es sogar für möglich, dass der Franken dann noch heftiger aufwertet, da die SNB in diesem Fall auch schnell versuchen muss, ihre Devisenbestände loszuschlagen, da sonst die Verluste täglich im Milliardenbereich klettern könnten. Die Krise von Europa würde damit auch zur Krise der Schweiz, ausgelöst durch falsche Notenbankpolitik. Dass dies kein unrealistische Szenario ist, zeigt ein Blick in die Geschichte: Im September 1992 hat schon mal eine Gruppe von Spekulanten um den dadurch berühmt gewordenen George Soros einen Angriff auf eine Währung gewagt. Sie hat den Kampf gewonnen. Das Land erlebte eine für damalige Zeit noch ungewöhnliche Währungsabwertung von 15 Prozent in wenigen Wochen und musste sogar aus der Europäischen Währungsgemeinschaft austreten. Bei dem Land handelte es sich übrigens um England und bei der Notenbank um einer der ältesten und mächtigsten Notenbanken der Welt: die Bank of England.

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