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Mass-Customization Startup LUDUFACTUR finanziert sich über Crowd-Investing

20:42 Uhr 05.01.2012
LUDUFACTUR-Team
Jochen Steffens

Crowd-Investing scheint sich in Deutschland immer mehr als echte Alternative für die Startup-Finanzierung zu etablieren. Seit dem Marktstart in Deutschland in Q3 bzw. Q4 2011 haben die beiden aktiven Plattformen Seedmatch und Innovestment bereits sechs Startups finanziert. Jüngstes Beispiel ist das High-Tech-Unternehmen Particular aus Hannover, das am 25.12. seine Finanzierungsrunde über 100.000 € erfolgreich auf der Plattform Innovestment abschließen konnte. Investiert haben dabei 25 private Investoren mit durchschnittlich 4.000 € Kapital. Im Gegenzug erhalten Sie Anteile in Form einer stillen Beteiligung an der Particular GmbH.

Derzeit stellt sich bei Innovestment ein weiteres Startup der Investorenmeinung. Die Ludufactur GmbH ist ein Mass-Customization Unternehmen, das Spieleklassiker über eine Onlineplattform zur Personalisierung anbietet. Wie das funktioniert und was das Besondere an Ludufactur ist, haben uns die beiden Gründern Wolfram Kosch & Saveen Krishnamurthy erzählt.

Was verbirgt sich hinter der LUDUFACTUR und wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Wolfram Kosch: LUDUFACTUR wird es Kunden in Zukunft ermöglichen, existierende Brett- und Kartenspiele im Internet zu personalisieren und in der Regel als Geschenke für Dritte zu erwerben. Die Personalisierung erfolgt durch die Kunden über eine von LUDUFACTUR erstellten webbasierten Konfigurator, der unter anderem das Hochladen und Einfügen von Bildern und das Verändern von Texten auf Spielbrett, -figuren, -karten und -verpackung erlaubt. Die Idee, Gesellschaftsspiele in einer personalisierten Version zu erstellen, ist keineswegs neu. Viele leidenschaftliche Spieler haben diese Geschenkidee bereits in mühevoller Handarbeit und mit nicht unerheblichen Mittel- und Zeiteinsatz selbst umgesetzt. Das Ergebnis ist nie mit der Qualität des Originalspiels vergleichbar, nicht sehr langlebig und somit zum wirklichen Spielen nur bedingt geeignet. LUDUFACTUR wird hier eine komfortable und bezahlbare Alternative werden.

Wie weit sind Sie derzeit mit Ihrer Gründung und wo lagen die größten Hürden?

Saveen Krishnamurthy: Die Vorgründungsphase, die sämtliche Vorbereitungen für Entwicklung, Produktion, Marketing und Vertrieb umfasst, ist bereits abgeschlossen. In unserem Businessmodell mussten wir vier Haupthürden nehmen: 1. Die Rechteinhaber also die Spieleverlage für unsere Geschäftsidee gewinnen und mit ihnen Lizenzbedingungen vereinbaren. 2. Kompetente Produktionspartner finden und mit diesen automatisierte Produktionsprozesse entwickeln, welche eine Produktion zu marktfähigen Preisen erlaubt. 3. Eine Webplattform entwickeln, die den komplexen Anforderungen der Spielepersonalisierung gewachsen ist. 4. Die Akquise von Finanzmitteln zur Umsetzung der geplanten Geschäftsidee. Bisher haben wir die ersten drei Hürden erfolgreich nehmen können und bei der Finanzierung schon den ersten Teilerfolge durch das EXIST-Gründerstipendium vorzuweisen. Mit dem Crowdfunding von Innovestment wollen wir weitere notwendige Finanzmittel für die Phase nach dem Markteintritt einwerben.

Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal?

Wolfram Kosch: Das wichtigste Kriterium, was uns von Mitbewerbern unterscheidet, ist unser Angebot von lizenzgeschützten Spielen, wie z.B. Carcassonne. Wir bekommen nunmehr von vier deutschen Spielverlagen exklusive Lizenzen über einen Zeitraum von 5 Jahren und sind mit weiteren Verlagen in fortgeschrittenen Verhandlungen, was einen effektiven Schutz vor Mitbewerbern darstellt. Als weiteres Alleinstellungsmerkmal möchte LUDUFACTUR zudem den Markt für Mass-Customization-Produkte vom Level der klassischen 2D-Personalsierung auf ein neues Level der 3D-Personalisierung heben. Dazu entwickeln wir - öffentlich gefördert - und gemeinsam mit dem Institut für Visual Computing der Humboldt Universität Berlin, innovative 3D-Technologien, um unseren Kunden maximale Möglichkeiten in der Umsetzung Ihrer Kreativität zu bieten. Kunden können dann aus Fotos 3D-Modelle von Personen generieren und damit z.B. eine Spielfigur nach diesen Konterfeis bestellen.

Wie schätzen Sie Ihren Markt ein?

Saveen Krishnamurthy: Unser Markt ist eine Schnittmenge aus dem Spielemarkt, dem Geschenkemarkt und dem Markt für Mass-Customization. Aufgrund des zunehmenden Wunsches der Kunden nach personalisierbaren Produkten sind im Markt für Mass-Customization seit einigen Jahren überdurchschnittliche Wachstumsraten zu beobachten. Wir haben mit der Expertise der Spieleverlage und im Rahmen einer eigenen Marktbefragung zwei Zielgruppen für LUDUFACTUR ausgemacht. Erstens die Gruppe der regelmäßigen Spieler und zweitens die Gruppe der Geschenkesucher, die für einen besonderen Anlass ein hochwertiges Geschenk mit einer persönlichen Note suchen. Den mit 400 Mio. Euro bezifferten Markt der Spieler werden wir durch die Nutzung der Marketing-Kanäle der Spielverlage zuerst ansprechen. Den 20-fach größeren Markt der Geschenkesucher werden wir in einem zweiten Schritt zum Weihnachtsgeschäft 2012 angehen.

Warum haben Sie sich für ein Crowd investing über die Plattform Innovestment entschieden? Wie sieht es bei Ihnen mit den klassischen Finanzierungswegen aus?

Wolfram Kosch: Der Businesscase LUDUFACTUR liegt mit der Höhe des Finanzbedarfs und der Risikobewertung zwischen den zwei klassischen Finanzierungsoptionen. Bankkredit und Venture Capital. Die sehr konservativen Banken konnten überwiegend mit unserem innovativen Vorhaben wenig anfangen. Für die Venture Capital-Geber ist unser Finanzbedarf in der ersten Finanzierungsrunde schlicht zu gering. Daher ist Crowd-Investing über Innovestment für uns eine ideale Möglichkeit unseren Finanzbedarf über eine breite Basis von Investoren zu decken. Der Vorteil dabei ist, dass dadurch auch kleinere Beteiligungen für Interessenten und Spielebegeisterte ermöglicht werden, die wie wir an das Produkt glauben.

Wofür sollen die angestrebten 36.000 € eingesetzt werden?

Wolfram Kosch: Das Budget ist für drei große Kostenblöcke gedacht. So sollen ca. 60 % für Kommunikationsmaßnahmen im Bereich Marketing, PR und Vertrieb, ca. 30 % für IT-Entwicklungen, beispielsweise das Shopsystem oder den Konfigurator, sowie ca. 10 % für Produktionsvorbereitungen eingesetzt werden.

Welche Schritte werden Sie in den nächsten Monaten in Angriff nehmen?

Saveen Krishnamurthy: Die Webplattform ist in einem Beta-Stadium und wird intensiv für den Markteintritt im Februar 2012 getestet. Der Produktions- und Versandprozess durch unsere Partner ist ebenfalls in einer finalen Testphase. Das Marketing zum Markteintritt soll gemeinsam mit den Verlagen erfolgen um die Reichweite zu maximieren. Der Startschuss dazu wird auf Deutschlands größter Spielemesse der "International Toy Fair Nürnberg" gegeben.

Vielen Dank für das Gespräch!

Unterstützen Sie LUDUFACTUR über die Crowd investing Plattform Innovestment.

Kontakt zur LUDUFACTUR GmbH

Geschäftsführer: Wolfram Kosch, Saveen Krishnamurthy

Telefon: 030.69 20 22 77

www.ludufactur.com

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