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Sichere Renditen: Unternehmen schlagen Staaten

09:11 Uhr 06.01.2012

von Oskar Herbert

Börsennews.de - Düsseldorf, 06.01.2012: Wer darauf vertraut, dass die europäischen Gipfelpolitiker ihre Länder und die EU weiter irgendwie durch die Finanzkrise durchwursteln werden, der kommt zu dem Ergebnis, dass Frankreich, Spanien und auch Italien - genauso wie Deutschland und die anderen Schuldner - ihre Umschuldungen schaffen werden; wie hoch auch immer sie sein mögen. Die ersten Milliarden haben Frankreich und Italien bereits eingesammelt. Zum allergrößten Teil zahlen sie mit dem frischen Geld auslaufende Anleihen zurück; zumeist an Versicherungen, Banken und Fonds, die diese Gelder dann wieder neu anlegen müssen. Das hält den Kreislauf der Finanzen in Gang. Zinssätze von 6 und 7%, wie sie für die neuen Anleihen aus den Schuldenländern geboten werden, kommen diesen Anlegern entgegen. Die Sätze sind höher als die Sätze der auslaufenden Anleihen. Versicherungen verringern auf diese Weise ihre Probleme mit Garantiezinssätzen, welche sie ihren Kunden gewähren. Banken freuen sich: Sie finden gute Anlagen für Gelder, die sie bei der Europäischen Zentralbank für 1% aufnehmen können. Großanleger sind oft schon durch ihre Anlagevorschriften gehalten, die neuen Staatsanleihen zu erwerben. Ein Wechsel in Unternehmensanleihen oder gar in Immobilien erfordert oft erst umfangreiche Änderungen in den Regularien. Im Übrigen ziehen die Immobilienpreise in den großen Städten Deutschlands sowie beispielsweise im Euro-freien London bereits kräftig an. Hinter solchen Käufen werden auch heimliche Gelder aus Griechenland und anderen Schuldenstaaten vermutet. Wer diesem Aufschwung nicht hinterher rennen will, hält sein Geld weiter in Staatsanleihen und unterstützt damit die Stabilitätsbemühungen der Gipfelpolitiker.

7,6% von Fiat

Privatanleger, die an deutschen Börsen Anleihen aus Frankreich, Spanien oder Italien erwerben wollen, kommen für Laufzeiten bis Ende 2015 lange nicht an 6% und 7%-Renditen heran. Die Kaufkurse in diesem Bereich sind so hoch, dass die Renditen kaum 4% erreichen. Anders sieht es mit der Fiat-Anleihe bis 15.09.2014 aus: Der 7,625%-Kupon wird derzeit für 99,80% angeboten; ISIN: XS0451641285; einziger Nachteil: Es werden nur Nennwerte von jeweils 50.000 € gehandelt. Fiat ist eine staatliche Ikone, die sicherlich nicht geopfert werden wird. Die Autofabrik hat sich bei der Übernahme von Chrysler zudem offenbar besser angestellt als vor Jahren Daimler: Die Zusammenarbeit soll, wie man liest, funktionieren. Zudem gewinnt man bei Fiats Luxusmarken - genauso wie bei anderen Marken dieses Segments - den Eindruck, dass bislang inoffizielle Gelder dort Anlagen der besonderen Art finden; sei es bei Ferrari oder Maserati oder bei Porsche und den anderen Adressen dieses Genres. Kleinanleger kommen bei Fiat nicht zum Zuge: Anleihen mit Stückelungen von 1.000 € sind - zumindest an der Börse Stuttgart - nicht zu finden.

5,5% von Renault

Renault bietet 1.000er Anleihestücke: Die 5,625%-Anleihe bis 30.06.2015 muss aber aktuell mit 102,40% bezahlt werden; ISIN: FR0010916734. Die Rendite des Motorenlieferanten für Formel-1-Weltmeister Vettel sinkt damit unter 5%. Renault arbeitet intensiv mit Nissan aus Japan zusammen und praktiziert damit eine Zusammenarbeit, die deutschen Herstellern bislang nicht gelingen will. Das Rating der französischen Auto-Ikone ist mit "BBB" um ein "B" besser als das von Fiat: "BB". Wer dieser Ikone vier Jahre vertraut, nämlich bis 25.01.2016, zahlt für einen 4%-Kupon jetzt 94,40% und kommt am Ende - einschließlich Tilgungsgewinn - auf gut 5,5% Rendite; ISIN: XS0551845265.

6,4% mit DIC-Immobilien

Mit Anleihen deutscher Autofirmen sind Renditen wie mit Fiat nicht zu bekommen; wohl aber von Emittenten aus der Immobilienbranche: Die DIC Asset AG , ein seriöser Bürovermieter aus Frankfurt, zahlt einen Kupon von 5,875%. Anleger zahlen nur 920 € für jeweils 1.000 € DIC-Anleihenennwert; macht 6,4% laufende Verzinsung plus Rückzahlungsgewinn von 80 € spätestens am 16.05.2016. DIC hat allerdings die Möglichkeit, schon im Mai 2013 etwas zurückzuzahlen. Dadurch könnte sich die Rendite noch erhöhen; ISIN: DE000A1KQ1N3. DIC-Asset-Aktien sind an der Börse notiert; ISIN: DE0005098404. Einen Großteil der Aktien halten Großinvestoren dauerhaft. Sie lassen ihre Immobilien-Investitionen von ihrer Teiltochtergesellschaft DIC-Asset verwalten.

6% Rendite und mehr mit Immobilien-Aktien

Die Hamborner REIT AG aus dem Duisburger Stadtteil Hamborn braucht gleich gar keine Anleihe: Der Immobilienverwalter wird nach den besonderen Bestimmungen für Real Estate Investment Trusts (REIT) geführt. Das bürgt für Seriosität und Stabilität. Sofern sich Analystenschätzungen als realistisch erweisen, wonach von Hamborner 41 Cent Dividende zu erwarten sind, rentiert die REIT-Aktie mit mehr als 6% auf den aktuellen Kurs von 6,50 € (ISIN: DE0006013006). Und dafür bekommt der Aktionär nach Berechnung des Hamborner-Vorstands Immobilien im Wert von 8,60 € je Aktie. Das ist etwa so, als würde eine Anleihe zu 75% des Nennwerts erworben. 2010 war die Aktie tatsächlich noch mit 8,50 € bezahlt worden.

Ein anderer REIT ist Alstria aus Hamburg. Die Aktie kostet aktuell 8,75 €; ISIN: DE000A0LD2U1. Das sind 78% des vom Vorstand ausgerechneten Nettowerts der Immobilien. Die Dividende taxieren Analysten auf 46 Cent. Daraus errechnet sich eine Rendite von 5,25%; verbunden mit der Wahrscheinlichkeit, dass der Aktienkurs sich eher dem inneren Wert annähern wird als noch weiter zurückzufallen. Vor einem Jahr wurde die Alstria-Aktie mit 11 € bezahlt.

Alle News zu Anleihen finden Sie auf www.boersennews.de/markt/anleihen

Im Artikel enthaltene Wertpapiere
Wertpapier ISIN Letzter Kurs Performance
RENAULT Aktienkurs FR0000131906 69,95 € 0,85 %
DAIMLER Aktienkurs DE0007100000 65,58 € -0,77 %
HAMBORNER REIT Aktienkurs DE0006013006 7,96 € 0,13 %
DIC ASSET Aktienkurs DE000A1X3XX4 7,60 € 1,60 %
ALSTRIA OFFICE Aktienkurs DE000A0LD2U1 9,98 € 0,36 %
PORSCHE Aktienkurs DE000PAH0038 74,23 € 0,39 %
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