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Azubis sollen rascher Hilfe bei Problemen in Lehre bekommen

11:07 Uhr 22.10.2016
Auszubildender
Eine Initiative will Auszubildenden in Pilotregionen eine Anlaufstelle für Probleme in der Lehre zur Verfügung stellen. Foto: Daniel Bockwoldt

München/Berlin (dpa) - Bei Problemen in der Lehre sollen Azubis künftig rascher einen Ansprechpartner finden und Unterstützung bekommen.

Wie in Bayern soll dafür auch in anderen Pilotregionen ein eigenes Beschwerde-Management erprobt werden, sagte der Ausbildungsexperte des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Markus Kiss, der Deutschen Presse-Agentur. Viele junge Leute wüssten bisher gar nicht, dass sie sich bei Schwierigkeiten etwa mit dem Ausbilder, mit Kollegen oder mit dem Ausbildungsplan an die Ausbildungsberater der Kammern wenden könnten.

Unter anderem sei geplant, den Informationsfluss bei Schwierigkeiten zu verbessern und alle Beteiligten wie Berufsschulen, Betriebsräte sowie die Ausbildungsberater und die Arbeitgeber einzubinden, sagte Kiss. Ziel des Beschwerde-Managements sei es auch, Eskalationen zu vermeiden.

Grundsätzlich seien die Betriebe angesichts des demografischen Wandels und des Trends zum Studium «mehr denn je» bemüht, Azubis zu gewinnen. «Die Firmen strecken sich schon sehr an die Decke und versuchen, Leistungsschwächere mitzunehmen. Im Großen und Ganzen wird es für Jugendliche komfortabler und besser», sagte Kiss.

Hintergrund der Initiative ist auch der jährliche Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB). Demnach ist zwar ein Großteil der jungen Leute mit der Ausbildung zufrieden oder sehr zufrieden. Doch gibt es etwa im Hotel- und Gaststättengewerbe seit Jahren Klagen der Auszubildenden über Arbeitszeiten und Überstunden. «Genau in solchen Berufen gibt es besonders viele unbesetzte Ausbildungsplätze», sagte Florian Haggenmiller, Bundesjugendsekretär des DGB.

Die Erprobung des Beschwerde-Managements ist eine Initiative der Allianz für Aus- und Weiterbildung, die die Bundesregierung mit Vertretern der Wirtschaft, der Gewerkschaften, der Bundesagentur für Arbeit und der Länder Ende 2014 ins Leben gerufen hatte. In Bayern soll das Projekt bereits zum Beginn des kommenden Ausbildungsjahres an den Start gehen.

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