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Bahn rechnet mit knapp 80 Prozent pünktlicher Fernzüge

18:12 Uhr 03.11.2016
Verspätungen
Nicht nur bei der Deutschen Bahn fehlen Lokführer, auch bei der privaten Konkurrenz fallen Verbindungen aus. Foto: Jens Wolf/Archiv

Berlin (dpa) - Die Deutsche Bahn erwartet in diesem Jahr im Personenfernverkehr eine Pünktlichkeitsquote von knapp 80 Prozent. «79 komma irgendetwas werden wir schaffen», sagte Bahn-Vorstandschef Rüdiger Grube der Deutschen Presse-Agentur.

Im vorigen Jahr lag die Quote bei 74,4 Prozent. Erklärtes Ziel für dieses Jahr waren mindestens 80 Prozent, bis 2019 sollen es 85 Prozent sein. Der geringere Anteil verspäteter Züge sei unter anderem auf ein besseres Baustellen-Management zurückzuführen.

Vor allem im ersten Halbjahr seien die Ziele verfehlt worden, auch wegen der vielen Baustellen, die sich im Sommer auf bis zu 850 am Tag addiert hätten, sagte Grube der «Frankfurter Allgemeinen Woche». Acht Baustellen seien als besonders kritisch für die Pünktlichkeit identifiziert worden. «Da haben wir den Mut gehabt, die einfach für wenige Tage einzustellen, und von heute auf morgen wurde es schlagartig besser.»

Seit dem 17. Oktober wird die Abfahrt der ICE und Intercity-Züge an allen Bahnhöfen etwas früher eingeleitet: Die Bandansage startet nun 45 Sekunden vor dem Losfahren. Die Türen schließen bereits 30 bis 15 Sekunden, bevor der Zug sich in Bewegung setzt. So kann er auf die Sekunde genau den Bahnhof verlassen. «Bis auf wenige Ausnahmen» habe sich das neue Abfertigungsverfahren als unproblematisch erwiesen, sagte ein Bahnsprecher.

Grube räumte ein, dass das für die Fahrgäste eine Umstellung sei. «Da müssen wir die Kunden mitnehmen, das müssen wir gut erklären, aber wir sind stolz darauf, dass wir da deutlich besser sind als in der Vergangenheit.»

Unabhängig von dem neuen Abfertigungsverfahren läuft im Frankfurter Hauptbahnhof derzeit ein Pilotprojekt, das die Abfahrten pünktlicher machen soll. Sobald der Fahrdienstleiter dort die Fahrstrecke für einen Zug vor der Abfahrt freigegeben hat, leuchtet am Signalmast ein weißes Dreieck auf - als Zeichen für Lokführer und Zugchef, dass sie mit den Vorbereitungen für die Zugabfertigung beginnen können. Möglich, aber noch nicht entschieden sei, auch diese Neuerung bald bundesweit im Fernverkehr einzuführen, sagte der Bahnsprecher.

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