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Brüssel (dpa) - Der milliardenschwere Euro-Rettungsschirm stößt bei der Kapitalanlagegesellschaft Pimco auf Zweifel. Andrew Bosomworth, Leiter des Portfoliomanagements in Deutschland, kritisierte im Gespräch mit dem «Handelsblatt» die Konstruktion des 750-Milliarden-Euro-Pakets.als «fragwürdig».
Zwar gewännen die Länder Zeit, um ihre Haushalte in Ordnung zu bringen. «Der Rettungsfonds löst die Liquiditätsprobleme dieser Länder, allerdings nicht echte Solvenzprobleme.»
Das Paket sieht vor, dass die Euro-Länder Notkredite an ein klammes Mitgliedsland gemeinsam garantieren. Es gibt allerdings eine Haftungsobergrenze, die bei 120 Prozent des ursprünglichen Anteils jedes Euro-Staates an dem Fonds liegt. Der deutsche Garantierahmen beträgt somit maximal 123 Milliarden Euro und kann auf rund 148 Milliarden Euro steigen, wenn Länder ausscheren, die selbst Hilfen gegen eine drohende Staatspleite benötigen.
Bosomworth räumte zwar ein, dass mit der Haftungsobergrenze ein AAA-Rating wohl erreicht werden könnte. Dennoch sieht der Finanzmanager eine Gefahr darin, dass Pleitekandidaten für ihre eigenen oder die Kredite anderer klammer Eurozonen-Mitglieder haften müssten. «Da würde im Ernstfall ja, sagen wir, Portugal für einen Teil der von ihm abgerufenen Bürgschaften selbst haften», warnte er. «Das klingt doch nicht glaubwürdig.»
Zwar reduziere die aktuelle Konstruktion das Risiko für Deutschland, sie belaste aber die schwächeren Euro-Länder. «Und das wiederum schwächt die Gesamtstruktur des Rettungsschirms.» Das Paket würde seine Entscheidung, ob er Anleihen von Spanien oder Portugal kaufe oder nicht, daher «überhaupt nicht beeinflussen».
Gleichzeitig wies Bosomworth die pauschale Kritik an Spekulanten seitens der Politik zurück. So sei beispielsweise die Gefahr einer Umstrukturierung der griechischen Staatsschulden weiter «eine realistische Möglichkeit». «Das bedeutet, dass man sich entsprechend positionieren muss - und das hat nichts mit Spekulation zu tun.»
Pimco ist eine der weltgrößten Anlagegesellschaften im Markt für festverzinsliche Wertpapiere. Nach Angaben des «Handelsblattes» verwaltet sie rund 792 Milliarden Euro und ist somit die weltweit größte Rentenfondsgesellschaft und ein wichtiger Käufer von Staatsanleihen. Das US-Unternehmen gehört der deutschen Investmentgesellschaft Allianz Global Investors.
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