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IG BAU verlangt Entgegenkommen in der Schlichtung

08:48 Uhr 05.05.2018
IG-BAU-Chef Robert Feiger
IG-BAU-Chef Robert Feiger: «Die Bauarbeiter sind zutiefst enttäuscht und aufgebracht, dass sie trotz bester Aussichten der Branche nicht an den Gewinnen teilhaben sollen.» Foto: Hannibal Hanschke/Archiv

Frankfurt/Main (dpa) - Unmittelbar vor Beginn der Bau-Schlichtungsgespräche hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt die Arbeitgeber zu einem Entgegenkommen aufgefordert.

«Die Bauarbeiter sind zutiefst enttäuscht und aufgebracht, dass sie trotz bester Aussichten der Branche nicht an den Gewinnen teilhaben sollen», sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Robert Feiger der Deutschen Presse-Agentur.

Die Schlichtung für die rund 800 000 Beschäftigten beginnt an diesem Montag in Berlin unter Vorsitz des früheren Bundeswirtschaftsministers Wolfgang Clement. «Die Vorstellungen liegen schon sehr weit auseinander. Das wird nicht leicht», sagte Feiger. Er kenne Clement als professionellen Verhandler, der Problemlagen und Befindlichkeiten genau erfasse.

Die Gewerkschaft verlangt neben 6 Prozent mehr Lohn eine Aufstockung des 13. Monatsgehalts sowie eine Vergütung für lange Anfahrtszeiten zu wechselnden Baustellen. Über den letzten Punkt hätten die Arbeitgeber aus formellen Gründen nicht reden wollen, sagte Feiger. Die Gewerkschaft hatte die Verhandlungen nach drei Runden für gescheitert erklärt.

Beim Gehalt haben die Arbeitgeber 6 Prozent bei einer allerdings doppelt so langen Laufzeit von 24 Monaten angeboten. Dieses Angebot gelte aber nur für die östlichen Tarifgebiete, sagte Feiger. Im Westen wollten die Arbeitgeber laut seiner Darstellung innerhalb von zwei Jahren nur 3,3 Prozent mehr zahlen, um die bis Ende 2022 anstehende Lohngleichheit zwischen Ost und West zu erreichen. Eine jährliche Erhöhung von 1,65 Prozent im Westen sei angesichts der hervorragenden Konjunktur nicht akzeptabel, sagte Feiger.

Die am Montag beginnende Schlichtung muss innerhalb von 14 Tagen zu einem Schlichterspruch führen. Wird dieser nicht einstimmig angenommen, folgt eine weitere Erklärungsfrist von längstens 14 Tagen. Die IG BAU sei zu einem Arbeitskampf bereit, wenn er denn notwendig sei, kündigte Feiger an. Man würde für mögliche Streiks gezielt Baustellen mit hohem Termindruck, großer wirtschaftlicher Bedeutung und breiter Öffentlichkeitswirkung aussuchen.

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