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IG Metall will gegen überlange Arbeitszeiten vorgehen

14:11 Uhr 25.01.2017
Arbeiten zu später Stunde
Auch die Schutzgrenze für die Arbeitszeit, etwa die gesetzliche Vorschrift von maximal zehn Stunden pro Tag, wird er IG Metall zufolge regelmäßig verletzt. Foto: Nicolas Armer/Symbolbild

Berlin (dpa) - Die Industriegewerkschaft Metall will im Wahljahr 2017 gegen ausufernde Arbeitszeiten kämpfen. Erklärtes Ziel ist es zudem, wieder mehr Unternehmen zur Anerkennung von Tarifverträgen zu bewegen.

Arbeitnehmer in Betrieben ohne Tarifbindung arbeiteten im Durchschnitt länger und bekämen weniger Geld, sagte der IG-Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann in Berlin.

Bei der Arbeitszeit will sich die Gewerkschaft für schärfere Regeln einsetzen. Die Arbeitgeber drängten auf eine weitere Lockerung. Die IG Metall hingegen wolle «eine betriebliche Praxis, die die Menschen vor Ausbeutung schützt». Es sei Ausbeutung, wenn Arbeit ohne Vergütung geleistet werde. «Das ist in nicht kleinem Umfang in vielen Betrieben der Fall», ergänzte der Gewerkschafter. Auch die Schutzgrenze für die Arbeitszeit, etwa die gesetzliche Vorschrift von maximal zehn Stunden pro Tag, werde regelmäßig verletzt.

Die Tarifbindung sei bereits im vergangenen Jahr verbessert worden, sagte Hofmann. 145 Betriebe und damit 36 000 Beschäftigte seien erstmals unter den Schutz eines Tarifvertrages gekommen. Künftig dürfe es Unternehmen nicht mehr möglich sein, mit Verkauf, Betriebsaufspaltung oder Auslagerung von Produktion Tarifverträgen zu entfliehen. Hofmann verlangte ein Gesetz, das eine Übertragung der Tarifbindung in solchen Fällen vorschreibt.

Ihre Mitgliederzahl hat die IG Metall 2016 erneut geringfügig erhöht. Zum Jahresende seien 2 274 033 Menschen bei der IG Metall organisiert gewesen, sagte Hofmann. Das waren 290 mehr als ein Jahr zuvor. Es sei das sechste Jahr in Folge mit positiver Mitgliederentwicklung gewesen. Unter den Mitgliedern sind auch rund 700 000 Rentner und Arbeitslose. Die Gewerkschaft vertritt Arbeitnehmer in der Metall- und Elektroindustrie, die bundesweit rund 3,8 Millionen Beschäftigte hat.

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