CLEVER HANDELN
Richten Sie Börsennews.de als Startseite ein
Hier klicken

Insolvente Reederei Hanjin will Europa-Aktivitäten schließen

17:27 Uhr 24.10.2016
Hanjin Harmony
Die "Hanjin Harmony" am 26. September an einem Containerterminal in Hamburg. Foto: Daniel Bockwoldt

Seoul (dpa) - Die insolvente südkoreanische Reederei Hanjin Shipping will ihre Europa-Aktivitäten einschließlich der Tochter in Hamburg schließen.

Das Insolvenzgericht habe den Plänen zur Schließung der Hanjin Shipping Europe GmbH & Co. KG in Hamburg sowie den Hanjin-Unternehmen in Ungarn, Polen und Spanien zugestimmt. Dies berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap am Montag unter Berufung auf eine Börsenmitteilung der vormals weltweit siebtgrößten Container-Reederei.

Die Pläne könnten Ende Oktober oder Anfang November umgesetzt werden, hieß es. Die Mitteilung wurde als Zeichen dafür gesehen, dass sich Hanjin auf eine Abwicklung vorbereitet. 

Von den Schließungsplänen sei man von der Muttergesellschaft in Südkorea bisher nicht informiert worden, sagte ein Vertreter der Hanjin Shipping Europe GmbH der Deutschen Presse-Agentur. Der Standort in Deutschland sowie die «Abteilungen» in Rotterdam und Le Havre seien bisher noch aktiv. «Die Kunden werden weiter betreut.» Man werde aber im Ungewissen gelassen. Auch müsse noch die «Hanjin Gold» entladen werden, die auf dem Weg in die Hansestadt sei. 

In Hamburg hatte zuvor die «Hanjin Europe» mehrere Wochen auf ihre Entladung gewartet. Mittlerweile wurde die Ladung von zwei weiteren Schiffen, der «Hanjin Harmony» und der «Hanjin Africa», in Hamburg entladen.

Der Insolvenzantrag von Hanjin Ende August hatte in vielen Teilen der Welt zu Unterbrechungen von Lieferketten geführt. Zahlreiche vollgeladene Hanjin-Schiffe wurden gezwungen, auf offener See zu warten, weil ihnen aus Sorge über Gebührenausfälle teilweise die Zufahrt zu Häfen verweigert wurde. Bis zum Montag wurde die Ladung von 78 der 97 betroffenen Containerschiffe entladen.

Um an Geld zu kommen und Schulden begleichen zu können, will Hanjin neben Schiffen auch das Routennetz zwischen den USA und Asien sowie einige asiatische Frachtrouten verkaufen. Auch hatte die Tochter der Hanjin-Gruppe, zu der ebenfalls die südkoreanische Fluggesellschaft Korean Air gehört, Entlassungen angekündigt. 

In Schifffahrtskreisen wird Hanjin nach den Erfahrungen mit der Insolvenz keine Chance mehr eingeräumt, sich sanieren zu können. Der Markt der Containerschifffahrt ist von Überkapazitäten geprägt. 

Jetzt mitmachen: Aktuelle börsennews.de Umfrage
Das schier Undenkbare ist eingetreten - Donald Trump wird 45. Präsident der Vereinigten Staaten. Was denken Sie, worauf muss man sich einstellen?
Der "Märkte am Mittag"-Newsletter
  • Täglich aktuelle Topnews
  • Die wichtigsten Aktien im Überblick
  • Exklusive Hintergrundanalysen
 
News-Diskussion (0 Beiträge)
Bitte ignorieren! Wenn Sie diese Felder sehen, füllen Sie diese bitte NICHT aus!
Nachricht
Sie müssen eingeloggt sein, um an dieser Diskussion teilzunehmen.
  • Keine Beiträge vorhanden!