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Wiesbaden/Frankfurt/Berlin (dpa) - Die milliardenschweren Konjunkturprogramme haben die Flaute in der deutschen Bauwirtschaft nicht beendet. Die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe gingen im Krisenjahr 2009 preisbereinigt um 6,6 Prozent zurück.
Das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Aus Sicht des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie ist die Branche aber im Vergleich zu anderen Industriezweigen immerhin «mit einem blauen Auge» davongekommen. Die Konjunkturpakete hätten den Einbruch im Wirtschaftsbau gemildert.
Das Minus traf ausschließlich den Hochbau, der einen Nachfrageeinbruch um 13 Prozent verkraften musste. Hingegen stiegen die Ordereingänge im Tiefbau leicht um 0,1 Prozent. Der Gesamtumsatz sank um 4,1 Prozent auf 83,3 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten blieb im Jahresdurchschnitt mit einem Minus von 500 auf 705 000 Menschen stabil. 2008 waren die Aufträge um 4,4 Prozent gesunken.
Die wichtigste Stütze der Baukonjunktur sei 2009 die öffentliche Hand gewesen, berichtete der Branchenverband. Im öffentlichen Bau meldeten die Betriebe demnach Zuwächse beim Umsatz um 3,4 Prozent und bei den Auftragseingängen um 3,6 Prozent. Der Bund habe seine Bauinvestitionen um 18 Prozent erhöht, die kommunalen Bauausgaben seien hingegen nur um «enttäuschende» 1,9 Prozent gestiegen.
Allerdings entspannte sich die Lage der Branche im Jahresverlauf 2009 erheblich. So erhöhten sich die Bestellungen im Dezember 2009 gegenüber dem allerdings schon schwachen Vorjahresmonat um 6,1 Prozent. Der Umsatz lag mit 8,0 Milliarden Euro aber um 2,2 Prozent unter Vorjahr.
Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie hatte am Mittwoch kritisiert, dass von den staatlichen Förderungen besonders das Ausbaugewerbe profitiert habe. Die starke Konzentration der Konjunkturmittel auf die energetische Gebäudesanierung sei zu einseitig gewesen. «Die deutsche Bauindustrie hätte es begrüßt, wenn die Fördermittel des Zukunftsinvestitionsprogramms auch für den Abbau des eklatanten Investitionsstaus im kommunalen Straßenbau hätten verwendet werden dürfen», berichtete der Verband. Dies hätte die kommunalen Straßenbauhaushalte nach zwei harten Wintermonaten mit hohen Straßenschäden entlasten können.
Die Gewerkschaft IG Bau rief Bund, Länder und Kommunen am Donnerstag dazu auf, einen auf mehrere Jahre angelegten «Bau-Pakt» zu schließen. Sonst drohe mit dem Auslaufen der staatlichen Konjunkturprogramme der Kollaps. «Straßen, Schulen und Kanalsystemen droht der Verfall, wenn künftig nicht ausreichend Geld für ihre Sanierung bereitsteht», warnte der IG BAU-Bundesvorsitzende Klaus Wiesehügel. Schon heute sei ein großer Teil der öffentlichen Bausubstanz in einem kritischen Zustand.
Pressemitteilungen: http://dpaq.de/1uOJU