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Rewe setzt auf «faire Aufteilung» von Kaiser's Tengelmann

17:18 Uhr 20.09.2016
Kaisers's Tengelmann
Kaisers's Tengelmann-Markt in Köln. Die Zukunft Tausender Arbeitsplätze bei der Supermarktkette ist ungewiss. Foto: Oliver Berg

Düsseldorf (dpa) - Der Handelsriese Rewe strebt bei dem für Donnerstag vereinbarten Spitzengespräch über die Zukunft von Kaiser's Tengelmann eine «faire Aufteilung» der Supermarktkette an.

Rewe-Chef Alain Caparros sagte, er freue sich sehr, dass Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub nach zwei Jahren endlich seine Bereitschaft erklärt habe, über dieses Thema und über eine wettbewerbsrechtlich unbedenkliche Zukunft von Kaiser's Tengelmann zu sprechen. Tengelmann wollte dies nicht kommentieren.

Das Treffen der Unternehmenschefs ist für Donnerstagabend geplant. Teilnehmen sollen außer Caparros auch Haub, Edeka-Chef Markus Mosa sowie Vertreter der Gewerkschaft Verdi, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen erfuhr.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel begrüßte den Handelsgipfel. «Das Spitzengespräch aller Beteiligten ist notwendig und war überfällig», sagte der SPD-Vorsitzende der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung» (WAZ/Mittwoch). Vorrang müssten Arbeitsplätze und Arbeitnehmerrechte der rund 16 000 Beschäftigten von Kaiser's Tengelmann haben. Er forderte die Beteiligten auf, sich Zeit für die Aushandlung eines Kompromisses zu nehmen.

Auch Caparros meinte, es sei noch nicht zu spät, um Arbeitsplätze, Tarifverträge und Mitbestimmung für die Beschäftigten von Kaiser's Tengelmann zu sichern. Das geplante Treffen könne ein erster entscheidender Schritt dazu sein. Eine Aufteilung, bei der neben Edeka und Rewe auch andere interessierte Unternehmen zum Zuge kommen könnten, sei auch ohne die umstrittene Ministererlaubnis möglich.

Die Beratung der Chefs ist möglicherweise die letzte Chance, den Verlust von Tausenden Jobs bei Kaiser's Tengelmann zu verhindern. Wie die Funke-Mediengruppe und dpa von mit den Vorgängen vertrauten Personen erfuhren, haben sich Tengelmann-Chef Haub und Edeka-Chef Mosa darauf geeinigt, den Kaufvertrag für Kaiser's Tengelmann aufzulösen, sollte das geplante Spitzentreffen kein Ergebnis bringen.

Schon auf einer Tengelmann-Aufsichtsratssitzung am Freitag könnte dann die Schließung zahlreicher Filialen der angeschlagenen Supermarktkette auf die Tagesordnung kommen. Vor allem Nordrhein-Westfalen könnte es hart treffen. Rund 3000 der 4000 Mitarbeiter dort müssten wohl gehen, wenn Haub sich zu einer Zerschlagung entschlösse, hieß in informierten Kreisen.

Rewe spielt eine Schlüsselrolle im Drama um Kaiser's Tengelmann. Denn das Unternehmen hat zusammen mit Markant vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf eine Eilentscheidung erwirkt, die den Vollzug der Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka trotz der Erlaubnis durch Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) stoppt.

Doch dürfte eine Einigung bei dem Spitzentreffen schwierig werden. Während Rewe offensichtlich eine Aufteilung der Kaiser's Tengelmann favorisiert, dürften Edeka und Tengelmann versuchen, das Kölner Unternehmen durch Zugeständnisse an anderer Stelle zur Rücknahme seiner Klage gegen die Ministererlaubnis zu bewegen. Eine Aufteilung der Filialen unter Verzicht auf eine Ministererlaubnis würde erneut das Bundeskartellamt auf den Plan rufen und damit für weitere Monate der Ungewissheit sorgen.

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