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Schicksalstag im Bochumer Opelwerk

06:54 Uhr 10.12.2012
Opel Bochum
Die Bochumer Opel-Belegschaft berät heute über die Zukunft des Standorts. Foto: Bernd Thissen / Archiv

Bochum (dpa) - Für die Beschäftigten des Opel-Werks Bochum könnten heute die schlimmsten Befürchtungen wahr werden: Auf einer Belegschaftsversammlung verkündet die Geschäftsleitung möglicherweise das endgültige Aus für das 50 Jahre alte Werk im Ruhrgebiet.

Am Wochenende hatte der Betriebsrat mitgeteilt, dass die Geschäftsleitung mit dem geplanten Auslaufen der Zafira-Produktion nach 2016 keine Perspektiven für Bochum mehr sehe. Damit würden über 3000 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren.

So ernst und bedrohlich sei die Lage noch nie gewesen, sagte der Betriebsratschef des Bochumer Werkes, Rainer Einenkel, der Nachrichtenagentur dpa. Zwar liefen noch Gespräche mit der Landesregierung über Alternativen, doch diese würden zusätzlich erschwert durch die geplante Schließung des Getriebewerkes 2013. In Bochum wird der Familienvan Zafira gefertigt.

Über ein Aus für den Standort wird schon seit längerem spekuliert. Für die Stadt Bochum wäre es ein weiterer Nackenschlag: 2008 hatte der Handyhersteller Nokia seine Produktion in der Stadt eingestellt, rund 2300 Menschen verloren damals ihren Job.

Die Opel-Geschäftsleitung scheint Einenkel zufolge fest entschlossen, das Werk dichtzumachen. In ihren Ankündigungen vom vergangenen Dienstag sei keine Begründungen gegeben worden, monierte der Betriebsratschef. Solange noch Autos in Bochum gebaut würden, sehe er aber noch Chancen für den Erhalt des Standorts.

Opel will die Produktionskapazitäten an die gesunkene Nachfrage anpassen. Die amerikanische Konzernmutter steht unter erheblichem Druck zu Kosteneinsparungen. Seit vielen Jahren schreibt das Unternehmen in Europa rote Zahlen. Die Krise in Europa werde die Nachfrage auch in den kommenden Jahren belasten. Bis 2015 will General Motors in Europa die Gewinnschwelle erreichen.

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