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Star-Ökonom Stiglitz erwartet baldigen Zerfall der Eurozone

10:55 Uhr 06.10.2016
Euro
Durch die Spaltung in einen Nord-Euro und einen Süd-Euro könnte die Wirtschaft in der EU wieder in Schwung gebracht werden, meint Stiglitz. Foto: Julian Stratenschulte

Berlin (dpa) - Wirtschafts-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz rechnet mit einem Zerfall der Eurozone in den kommenden Jahren aufgrund von mangelnder Entschlossenheit und Solidarität der Mitgliedstaaten.

«Mir macht die Geschwindigkeit Sorgen, mit der die Entscheidungen in Europa ablaufen», sagte der US-Ökonom im «Welt»-Interview. «Die Politik einigt sich darauf, was getan werden muss, aber dann wird blockiert, getrödelt und sich Zeit gelassen.»

Nötig seien tiefgreifende Reformen wie die Schaffung einer Bankenunion oder einer gemeinsamen Einlagensicherung. Er rechne aber nicht mehr damit, dass Europas Politik die wankende Währungsunion langfristig retten könne.

«Es wird in zehn Jahren noch eine Eurozone geben, aber die Frage ist, wie sie aussehen wird. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie immer noch 19 Mitglieder haben wird», sagte der frühere Chefökonom der Weltbank. «Es ist schwer zu sagen, wer dann noch dazugehören wird.» Deutschland habe sich etwa schon damit abgefunden, dass Griechenland die Eurozone verlassen werde. Nur durch die Auflösung der Gemeinschaftswährung oder deren Spaltung in einen Nord- Euro und einen Süd-Euro könne die lahmende Wirtschaft des Kontinents wieder in Schwung gebracht werden.

Als Negativbeispiel nannte Stiglitz Italien. «Wenn ich mich mit Italienern unterhalte, spüre ich, dass die Menschen dort zunehmend enttäuscht sind vom Euro.» Auch Wissenschaftlern und führenden Politikern des Landes werde immer klarer, «dass Italien im Euro nicht funktioniert. Das ist für die Italiener emotional wirklich schwierig, und sie haben sich lange geweigert, diese Einsicht zu akzeptieren.»

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News-Diskussion (6 Beiträge)
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Nachricht
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  • von Hans Telmo
    In der Geschichte war es immer wieder dasselbe. Nach dem grossen Geldnoten-Drücken kam der Krieg.
    Pro Tag rückt der nächste genau 24 Stunden näher.
    Diese Aussage ist leider 100% richtig.
  • von karabu
    Ich denke es geht nicht darum ob der Euro funktioniert oder nicht,sondern darum ob das sogenannte "EU-Land" funktioniert oder nicht. Und hier denke ich,muss man sagen, dass es nicht funktionieren kann,da man in der übergroßen Mehrheit der Mitgliedsstaaten, schlicht eine Kleinigkeit vergessen hat. Und die lautet immer noch: Das Volk in dem jeweiligen Mitgliedsland zu fragen. Die EU ist genau das was Sie heute darstellt, ein parlamentarischer, politischer durch Wirtschafts- und Bank-Lobbyisten aufgestellter Versuch Europa auf ihrer Grundlage zu vereinen. Und das kann nicht funktionieren, da man sich über die Interessen der Völker in der EU hinweg setz und die Geschichte und Kultur der Völker auf einen den Interessen der Macht untergeordneten Stand europäisch vereinigen will. Der Ursprung der Idee war auch die Geburtsstunde seiner Zerstörung!
  • von GUENI
    Das Beste wäre doch ein DEXIT. Wenn Deutshland nicht mehr zu Europa gehören würde und die DM wieder käme, gäbe es viele Probleme gar nicht.
  • von TMagnum
    Der Euro hat in der Vergangenheit nicht funktioniert, funktioniert zur Zeit nicht und wird auch in der Zukunft nicht funktionieren, da nun mal eine gemeinsame Währung für Ländern mit völlig unterschiedlicher Wirtschaftskraft und total unterschiedlicher Wirtschafts- und Finanzpolitik (basierend auf sehr unterschiedlichen Mentalitäten, Leistungsfähigkeiten und Leistungsbereitschaften) einfach nicht funktionieren kann.

    Leider haben unsere von ökonomischem Sachverstand weitgehend verschonten Politiker den Rat fast sämtlicher Fachleute und den Willen einer klaren Mehrheit des deutschen Volkes ignoriert und diese unsägliche Esperanto-Weichwährung trotzdem eingeführt. Und als Krönung des Ganzen wurde unglaublicherweise tatsächlich auch noch ein Italiener!!! als EZB-Präsident eingesetzt (versprochen wurde uns mal EZB = Bundesbank, bekommen haben wir EZB = Banca d'Italia).

    Wenn man einen Fehler gemacht hat und einfach einsehen muß (wenn man nicht völlig verblödet ist), daß es ein Fehler war, sollte man ihn korrigieren - also schafft endlich diese Todgeburt Euro ab.

    Weiterrumwurschteln (= Bankenunion / gemeinsamen Einlagensicherung => Transferunion bezahlt vom deutschen Steuerzahler) ist nun wirklich das Allerletzte, was dem deutschen Volk noch zugemutet werden kann.
  • von Hans Telmo
    Das war das Ziel, Europa, vorab Deutschland zu ruinieren und es ist voll gelungen, unumkehrbar.

    Suchen Sie selbst in google: "was kostet uns der euro" dann auf Bilder klicken und dann erscheint ein Infoplakat der CDU mit folgendem Text, wodurch die Kritiker der ersten Stunden ruhiggestellt wurden: Ich zitiere:

    Wahlplakat der CDU 1999: Was kostet uns der EURO?
    a) Muss Deutschland für die SCHULDEN ANDERER LAENDER aufkommen?
    EIN GANZ KLARES NEIN! Der Maastrichter Vertrag verbietet ausdrücklich, dass die Europäische Union oder die anderen EU-Partner für die Schulden eines Mitgliedstaates haften. Mit den Stabilitätskriterien des Vertrags und dem Stabilisierungspakt wird von vornherein sichergestellt, dass die Nettoneuverschuldung auf unter 3% des Bruttoinlandsproduktes begrenzt wird. Die Euro-Teilnehmerstaaten werden daher auf Dauer ohne Probleme ihren Schuldendienst leisten können.
    EINE UEBERSCHULDUNG EINES EURO-TEILNEHMERSTAATES KANN DAHER VON VORNHEREIN AUSGESCHLOSSEN WERDEN.

    Quelle: google suchbegriff: Was kostet uns der Euro, dann auf Bilder klicken oder direkt: http://de.webfail.at/image/wahlplakat-der-cdu-was-kostet-uns-der-euro-fail-bild.html

    Das Volk ist halt dumm, man kann es an der Nase herumführen und es hat keine Konsequenzen für die Manipulatoren, denn Carl Friedrich von Weizsäcker schrieb schon 1983 in seinem Buch: "Der bedrohte Friede":
    Der Deutsche geht erst auf die Strasse, wenn es zu spät ist, doch dann schlägt er all das kaputt, was ihm später noch nützen würde". Na, dann wird es ja noch lustig, in vielleicht naher Zukunft.
    Wir haben alle volle Bäuche und mit vollem Bauch geht man nicht auf die Strasse.

    Angeblich sollen in Deutschland 1928 2 Mio Menschen an Hungersnot verstorben sein, hat mir jemand gesagt, aber ob das auch stimmt?
    Fragen Sie Ihren Grossvater.
  • von Gast
    Nicht Europa steckt in der tiefsten Krise, sondern die so von niemand -außer den sog. Eliten- gewollte EU (Europas Unglück). Europa ist ein Kontinent. Die EU nur ein Teil davon. Europa wird also nicht untergehen, zumindest nicht zu unseren Lebzeiten. Aber das von Kohl und Konsorten geschaffene Kunstprodukt wird verschwinden.