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Übernahme von Coop-Märkten: Edeka geht gegen Rewe-Pläne vor

14:42 Uhr 15.11.2016
Rewe und Coop
Edeka wehrt sich gegen die Übernahme von rund 200 Coop-Supermärkten durch Rewe. Foto: Rolf Vennenbernd

Bonn/Hamburg (dpa) - Noch steht eine Einigung im Streit um Kaiser's Tengelmann aus, da bahnt sich zwischen den beiden größten deutschen Supermarktketten Edeka und Rewe schon der nächste Konflikt an.

Edeka hat Beschwerde gegen die Entscheidung des Bundeskartellamts eingelegt, dem Rivalen die Übernahme von rund 200 Supermärkten der Handelskette Coop zu erlauben. Ein Sprecher des Oberlandesgerichts Düsseldorf bestätigte den Eingang der Klage. Zuerst hatte die «Lebensmittel Zeitung» über die Beschwerde berichtet.

Nach Einschätzung von Edeka habe das Bundeskartellamt bei der Genehmigung nicht durchgehend die gleichen Maßstäbe angelegt wie im Fall Kaiser's Tengelmann, hieß es zur Begründung in mit der Sache vertrauten Kreisen. Zwar hatten Rewe und Coop im Zuge des Genehmigungsverfahrens insgesamt elf Filialen an die unabhängige, mittelständische Bartels-Langness-Gruppe verkauft. Doch reichen diese Einschnitte Edeka offenbar nicht.

Das Bundeskartellamt wollte den Schritt von Edeka nicht kommentieren. Ein Rewe-Sprecher betonte, die Beschwerde sei nach Auffassung des Unternehmens «ebenso rechtlich unbegründet wie aussichtslos».

Coop betreibt in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Hamburg rund 200 Filialen unter der Marke Sky und erzielte damit 2015 einen Umsatz von gut 1,2 Milliarden Euro. Rewe ist mit über 6000 Filialen Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler - nach Edeka.

Kartellamtspräsident Andreas Mundt hatte bei der Bekanntgabe der Genehmigung Ende Oktober betont, bei der Bewertung der Übernahme von Coop durch Rewe seien inhaltlich die gleichen Prüfungen durchgeführt worden wie bei der geplanten Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka. «Wir haben uns alle relevanten Regionen genau angesehen und bewertet, ob auch nach einer Übernahme für die Verbraucher vor Ort noch genügend Auswahlmöglichkeiten existieren würden», sagte der Behördenchef.

Die Verhandlungen über die Zukunft von Kaiser's Tengelmann dauerten nach dpa-Informationen auch am Dienstag an. Auch am Montag hatten Edeka und Rewe verhandelt, ohne eine Einigung zu erzielen. Die über 15 000 Beschäftigten der rote Zahlen schreibenden Supermarktkette hoffen auf einen Kompromiss, der ihre Arbeitsplätze sichert.

Die Beschwerde von Edeka im Fall Coop könnte nach Einschätzung der «Lebensmittel Zeitung» auch ein Druckmittel in den laufenden Verhandlungen zur Aufteilung von Kaiser's Tengelmann sein. Ein Rewe-Sprecher betonte allerdings, für die laufenden Gespräche über Kaiser's Tengelmann sei der Schritt von Edeka nicht relevant.

Mitteilung des Bundeskartellamtes

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