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US-Justiz droht Deutscher Bank mit Milliardenstrafe

16:49 Uhr 16.09.2016
Deutsche Bank
Der Deutschen Bank wird vorgeworfen, mit windigen Geschäften zum Kollaps des US-Häusermarktes im Jahr 2008 beigetragen zu haben. Foto: Andreas Arnold

Washington/Frankfurt (dpa) - Der Deutschen Bank droht in den USA eine Rekordstrafe. 14 Milliarden Dollar (aktuell 12,5 Mrd Euro) fordert das Justizministerium in den Vergleichsverhandlungen um zweifelhafte Hypothekengeschäfte aus Zeiten vor der Finanzkrise.

Das bestätigte das Geldhaus am frühen Freitagmorgen. Zuvor hatte das «Wall Street Journal» (WSJ) darüber berichtet.

Es wäre die höchste Strafe für ein ausländisches Geldhaus, die die US-Behörden je verhängt haben. Allerdings steigen die Ermittler erfahrungsgemäß mit deutlich höheren Forderungen ein, als sie letztlich beschlossen werden.

«Die Deutsche Bank beabsichtigt auf keinen Fall, diese möglichen zivilrechtlichen Ansprüche in einer Höhe zu vergleichen, die auch nur annähernd der genannten Zahl entspricht», betonte das Bankhaus. Die Verhandlungen stünden erst am Anfang. Es gehe um die Beilegung zivilrechtlicher Ansprüche im Zusammenhang mit der Ausgabe hypothekengedeckter Wertpapiere zwischen 2005 und 2007. Dem Dax-Konzern wird vorgeworfen, mit solchen Geschäften zum Kollaps des US-Häusermarktes im Jahr 2008 beigetragen zu haben.

Das Geldhaus erwartet nach eigenen Angaben ein Verhandlungsergebnis, «das im Bereich ihrer Wettbewerber liegt, die sich mit dem US-Justizministerium bereits auf deutlich niedrigere Beträge geeinigt haben». In dem «WSJ»-Bericht wurde unter Berufung auf Insider eine Summe zwischen zwei Milliarden und drei Milliarden Dollar als angemessen kolportiert, um den Konflikt rasch beizulegen.

Allerdings haben andere Institute bereits hohe Strafen in solchen Fällen akzeptiert: Die führende US-Investmentbank Goldman Sachs hatte im April einem Vergleich mit der US-Justiz über etwa 5 Milliarden Dollar zugestimmt. Die bislang höchste Buße wurde 2014 der Bank of America mit fast 17 Milliarden Dollar aufgebrummt, wobei die Fälle schwer vergleichbar sind.

Die Deutsche Bank ist an einem schnellen Abschluss der Verhandlungen interessiert. Die Fülle von Rechtsstreitigkeiten zu beenden, steht derzeit neben dem Umbau der Bank ganz oben auf der Aufgabenliste von Konzernchef John Cryan, der die Bank seit etwas mehr als einem Jahr führt. Er will die größten noch ausstehenden Rechtsstreitigkeiten im Laufe dieses Jahres beilegen.

Das Bundesfinanzministerium verwies darauf, dass zu den laufenden Verhandlungen nur die Beteiligten selbst Auskunft geben könnten. Generell sei es in solchen Fällen mit anderen Kreditinstituten zu Vergleichszahlungen gekommen. Die Bundesregierung gehe davon aus, dass auch in diesem Verfahren «ein faires Ergebnis» erzielt werden könne, sagte eine Ministeriumssprecherin am Freitag in Berlin. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) erklärte, die Berichte über die Vergleichsverhandlungen hätten keinen unmittelbaren Einfluss auf die aktuellen Bonitätsnoten des größten deutschen Geldhauses.

Da die Deutsche Bank bereits Milliarden für die Beilegung einzelner Rechtsstreitigkeiten zur Seite gelegt hat, wird es für das Institut erst kritisch, wenn die Summe für diesen Fall überschritten wird. Wie viel die Bank pro Einzelfall zurückgelegt hat, ist nicht bekannt. Die Gesamtsumme der Rückstellungen lag zuletzt bei rund 5,5 Milliarden Euro. Neben dem Streit mit der US-Justiz sind Ermittlungen wegen möglicher Geldwäsche in Russland das größte bekannte Verfahren.

An der Börse wurde der zarte Erholungskurs der Aktie jäh ausgebremst: Mit einem Verlust von mehr als acht Prozent auf unter zwölf Euro fielen die Papiere bis zum frühen Nachmittag auf den Stand von Mitte August zurück. In einem insgesamt schwachen Markt war die Deutsche Bank der mit Abstand größte Verlierer im Deutschen Aktienindex.

WSJ-Bericht

ad-hoc-Mitteilung Deutsche Bank

Mitteilung Deutsche Bank

September-Botschaft Cryan an die Mitarbeiter

Im Artikel enthaltene Wertpapiere
Wertpapier ISIN Letzter Kurs Performance
DEUTSCHE BANK Aktienkurs DE0005140008 14,84 € -1,95 %
BANK OF AMERICA Aktienkurs US0605051046 21,23 € -1,26 %
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News-Diskussion (6 Beiträge)
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  • von Gast
    Nachdem derzeit ein Krieg der USA gegen D. aufgrund der gegebenen Konstellation nicht möglich ist, wird die deutsche Wirtschaft eben auf andere Art und Weise angezapft und wenn möglich zerstört.
  • von Gast
    Ein Krieg gegen D. ist für die USA in der jetzigen Konstellation nicht möglich, also wird die deutsche Wirtschaft auf andere Art und Weise angezapft und geschädigt.
  • von Gasdoktorklaus
    Für windige Geschäftsprasktiken/Geldspiele sind eher die Amis bekannt,die D-Banken eher nicht,und deren(USA),Immoblase war schon Jahre vor dem Beben explosionsreif!!! Der Ami hat bisher jedes Finanzbeben und jede Recession mit weltweitem Effekt...seit ende des 18-Jahrhunderts verschuldet...
  • von Teufelweich
    Und wer verklagt endlich mal die USA auf Schadensersatz?
    Aufgrund ihrer (der USA) Praktiken wurde doch diese Immobilienblase erst möglich.
    Aus meinem VWL, der damals (und nie wieder!!!) als Aktienfond angelegt war, habe ich 30% weniger rausbekommen als ich jahrelang eingezahlt habe.
    Da bin ich wohl nicht der Einzige. Wann werden wir entschädigt???
  • von Spellsurf
    Die USA sind hoffnungslos überschuldet und versuchen nun dieses Problem durch kreative Ausbeutung über das bisher ohnehin schon bestehende Maß hinaus zu lösen: VW, europäische Banken.
    Anstatt mal bei ihren eigenen schwarzen Schafen à la Apple anzufangen!
  • von Hans Telmo
    Wie lange dauert es noch, bis VW vom Staat gestützt werden muss und die Deutschen Banken sich über das Geld ihrer Kunden hermachen, um die Bussen-Post aus den USA zu befriedigen?

    Deutschland muss kaputtgemacht werden. Bussen sind bloss ein Element in einer Unmenge von Massnahmen. Weitere Massnahmen sind da:
    - TTIP: Demokratie-unwürdige Geheimverhandlungen über die Lieferung von minderwertigen, genmanipulierten und lebensverkürzenden, krankheitsfördernden Lebensmitteln.
    - TISA: Vorschriften über die Enteignung des Bürgers durch Privatisierung der vom Bürger finanzierten Infrastruktur, um die Preise anzuheben und einen Rückkauf im Falle des totalen Scheiterns vertraglich zu verbieten.
    - Finanzmarkt: Der Euro hat ja schon die Starke Mark abgelöst, die Kaufkraft mehr als halbiert. Das war ein Vorschlag aus den USA.
    - Sozialismus in Europa durch Finanzausgleichsysteme und Zahlungen in andere Staaten. Sowas kennt die USA selbst nicht, sie weis weshalb.
    - Migration: Laut dem Hooton Plan sollen über 50 Millionen Afrikaner nach Europa kommen. Gewünscht ist eine nicht-weisse, dämliche Bevölkerung mit einem IQ von 80. Deutsche Tüchtigkeit muss endlich weg.
    - Danebst hat Deutschland keinen Friedensvertrag mit den USA, sondern steckt im Krieg, hat aber einen Waffenstillstandsvertrag mit totalen Unterwerfungsklauseln geschlossen, die USA kann jederzeit in die Politik eingreifen und Gesetze erlassen.

    - Ueberwachung und Betriebs- und Firmenspionage durch NSA, totale Ueberwachung der Kommunikation (Telefonie und Internet) sowie des Zahlungsverkehrs. Wer nicht kuscht, wird vom Dollar-clearing gestrichen, dann gibts keine Dollars und dann kann man keinen Liter Rohöl (Preis derzeit 43 Dollar pro Barrel, ein Barrel: 159 liter).

    Nur weiter so, es heisst nicht mehr wie 1966 unter Ludwig Erhard: Wohlstand für alle: NEIN, unsere Zukunft heisst. ARMUT FUER ALLE.

    Frau Merkel schafft das alleine, das Deutsche Volk sollte solcherlei alles nicht weiter unterstützen. Zeit, neue Parteien zu wählen, die den Bürger vertreten, statt bloss auf ihm rumzutreten und Lügen über Lügen zu erzählen, und nichts zu tun, ausser die Lage dauernd zu verschlechtern.