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Verkehrsminister: Bahn hat für den Winter vorgesorgt

12:02 Uhr 08.12.2012
Eis- und Schneeschicht auf Zug der Deutschen Bahn
Verkehrsminister Ramsauer: «Bei schwersten Wetterlagen sind auch wir machtlos». Foto: Kay Nietfeld

Berlin (dpa) - Die Deutsche Bahn hat sich nach Einschätzung von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) trotz fehlender Reservezüge gut auf Schnee und Eis vorbereitet. Das Unternehmen habe mit Weichenheizungen, Enteisungsanlagen und mehr Personal zum Schneeräumen vorgesorgt.

Zugleich bat er jedoch um Nachsicht: «Bei schwersten Wetterlagen sind auch wir machtlos. Da braucht man ein wenig Demut vor der Natur,» sagte der Minister der Zeitschrift «Superillu». Überfüllte Züge zu Weihnachten ließen sich zu Weihnachten nicht vermeiden. Hier sei das Verständnis der Fahrgäste gefragt, sagte der Minister.

Der Bahn fehlt die sogenannte Winterreserve an Zügen im Fernverkehr, weil acht nagelneue ICE von Siemens bei Testfahrten durchgefallen sind. Das könnte sich bemerkbar machen, wenn die Bahn Zugausfälle ausgleichen muss. Zudem hat die Bahn dadurch auch weniger Möglichkeiten, etwa im Weihnachtsverkehr Sonderzüge zur Verstärkung einzusetzen. Das bedeutet unterm Strich volle Züge an Tagen mit vielen Reisenden.

Ramsauer rechnet aber mit der Auslieferung von Regionalzügen von Bombardier bis Jahresende. «Nach Gesprächen mit dem Aufsichtsratschef und dem Vorstandsvorsitzenden von Bombardier gehe ich fest davon aus, dass die fraglichen 22 Talent 2-Züge noch im Dezember ausgeliefert werden, so dass diese Regionalzüge noch im Winterbetrieb für Entlastung sorgen können,» sagte der Minister dem Blatt. Bombardier hatte Ende November mitgeteilt, dass die bestellten Züge voraussichtlich ein gutes halbes Jahr später kommen werden. Die Züge waren für den Raum Mittelhessen gedacht.

Die angekündigten Preiserhöhungen mit Beginn des Winterfahrplans verteidigte der Minister: «Höhere Preise sind akzeptabel, wenn die Gegenleistung stimmt», sagte der Minister der «Superillu». Die Erhöhung decke nicht einmal die gestiegenen Gesamtkosten, durch höhere Tarifabschlüsse bei den Personalkosten und gestiegene Kosten für die Energie.

Die Bahn erhöht die Preise für ihre Fahrscheine ab Sonntag im Durchschnitt um 2,8 Prozent. Das bundeseigene Unternehmen begründet dies vor allem mit gestiegenen Strompreisen. Verbraucherschützer kritisieren, die Kunden müssten mehr bezahlen, bekämen aber keine bessere Leistung. Die Bahn will mit dem Fahrplanwechsel freitags und sonntags auf einigen Strecken mehr Fernzüge einsetzen. So sollen Wochenendpendlern auf besonders stark genutzten Verbindungen mehr Sitzplätze angeboten werden.

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