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Börse Live (13.02.): Griechenland könnte Märkte bewegen

Grünes Licht für das Sparprogramm in Griechenland dürfte dem Dax einen freundlichen Wochenauftakt bescheren. Nach der ersten Verlustwoche seit Mitte Dezember stand der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex am Montagmorgen bei 6.754 Punkten um 0,91 Prozent über dem Xetra-Daxschluss vom Freitag.

Das Parlament in Athen hat in der Nacht das harte Sparprogramm gebilligt. Damit haben die Griechen die Voraussetzung erfüllt, dass die EU-Finanzminister am kommenden Mittwoch das zweite, 130 Milliarden Euro umfassende Hilfspaket für Griechenland bestätigen. "Für den Euro ist damit ein kurzfristiges Risiko vom Tisch", so Devisenexperte Lutz Karpowitz von der Commerzbank. Allerdings habe die Reaktion im Euro, der nach einem Sprung bis auf 1,3258 US-Dollar zuletzt wieder abbröckelte, gezeigt, dass "von größerem Optimismus keine Rede sein kann". Auch ein weiterer Marktteilnehmer dämpfte die Erleichterung und erinnerte daran, wie schwierig solch harte Einsparungen und gleichzeitiges Wirtschaftswachstum werden. Insbesondere Bankentitel wie Commerzbank und Deutsche Bank reagierten aber vorbörslich zunächst mit Kursgewinnen. Mit dem Rückenwind aus Griechenland erholten sie sich damit zum teil von den Kursverlusten zum Wochenschluss, als wieder erhöhte Unsicherheit um die Entwicklung in Griechenland den Sektor belastet hatte. Kaum Einfluss wurde dagegen von der Abstufung von mehr als 30 italienischen Banken durch die US-Ratingagentur Standard & Poor's vom vergangenen Freitag erwartet. Auch die Aktien von ThyssenKrupp und Siemens legten vorbörslich zu. Laut einem Bericht der "Wirtschaftswoche" mehren sich Hinweise auf einen Radikalschnitt bei dem Stahlkocher. Es gebe zunehmend Zweifel, ob ThyssenKrupp der eigenständige Sprung zum Technologiekonzern gelinge. Daher wird dem Magazin zufolge intern über einen Zusammenschluss mit Siemens diskutiert, eine ferne Fusion nicht ausgeschlossen. Börsianer verfolgten die Diskussion am Morgen mit Aufmerksamkeit: Sie würden einen positiven Einfluss für die Aktie von ThyssenKrupp und einen negativen für Siemens-Titel erwarten. "Aber das ist, wenn überhaupt, sehr ferne Zukunft und sollte die Aktien aktuell nicht wirklich bewegen", sagte ein Händler. Nach Zahlen waren auch Bilfinger Berger gefragt. Der Bau- und Dienstleistungskonzern hat laut erstem Händlerkommentar vor allem beim Gewinn die Erwartungen zum Teil übertroffen. Die vorgeschlagene Dividende in Höhe von 3,40 Euro sei ebenfalls höher, so der Börsianer. Ebenso lobte er den Ausblick für 2012. Rheinmetall profitierten derweil etwas von der Hoffn7ung auf einen Panzerauftrag. Keinen klaren Trend zeigten indes Solarwerte wie Solarworld und Q-Cells . Sie sollen laut Börsianern nach einem Bericht der "Berliner-Zeitung" im Auge behalten werden. Demnach soll die Einspeisemenge von mit Solaranlagen produziertem Strom ins Netz begrenzt werden. Die Zeitung spricht von einem "schweren Schlag für die deutsche Solarindustrie", da Qualitätsprodukte mit höheren Erträgen keine Vorteile mehr brächten. Mengen über 900 Kilowattstunden sollten nicht mehr staatlich subventioniert werden, hieß es aus Ministeriums- und Industriekreisen.

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