Schlag den Buffet! So ziehen Sie am Star-Investor vorbei

vom 06.04.2022, 00:04 Uhr
DoppeltHältBesser
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Er gilt als DIE Investment-Legende schlechthin: Warren Buffet. Mit seiner lässigen, bodenständigen und klaren Art begeistert der US-Multi-Milliardär Börsianer und Nicht-Börsianer gleichermassen. Wir verraten Ihnen, wie Sie Buffets weltberühmte Value Investing Strategie nachbilden – und mit etwas Glück sogar schlagen!

Unser Schlag den Buffet Depot

Zugegeben, die Idee, ein Portfolio zu erstellen, das die Strategie des „Orakel von Omaha“ abbildet und durch den Austausch einzelner Titel eine noch bessere Performance erzielen soll, ist nicht neu. Das vermutlich bekannteste deutschsprachige Anleger-Magazin aka Der Aktionär beispielsweise legte bereits vor mehreren Jahren ein entsprechendes Musterdepot an. Im Gegenzug für kräftige Gebühren versteht sich! Anders als die Redaktion aus Kulmbach präsentieren wir unseren Lesern selbstverständlich völlig transparent und vor allem kostenlos unser Schlag den Buffet Depot.

Buffet und Berkshire – eine ungewöhnliche Geschichte

Warren Buffet hätte sich unlängst einen Ehrenplatz in der „Hall of Investors“ gesichert, keine Frage. Sofern es sie denn gäbe! Selbst die derzeit schärfste Konkurrentin Cathie Wood muss ihren Hut vor dem Grossmeister ziehen: Während sich der von Wood aufgelegte und insbesondere unter jungen Anlegern beliebte ARKK Innovation ETF von seinem Allzeit-Hoch im März 2021 nahezu halbiert hat, konnte die Aktie von Berkshire Hathaway um satte 30 Prozent zulegen! Berkshire Hathaway, eine Holding, die seit ihrer Gründung (1955) zu den 20 grössten US-Firmen aufgestiegen ist, gilt als das Aushängeschild von Warren Buffet. Schliesslich spiegelt die Berkshire Hathaway Aktie eins zu eins die Anlagestrategie des Manager-Asses wider und geniesst unter Anlegern insbesondere in stürmischen Börsenzeiten den Ruf des sicheren Hafen.

So erfolgreich die Investmentstrategie des mittlerweile 92 Jahre alten und schätzungsweise 113 Milliarden US-Dollar schweren Warren auch sein mag: Die Übernahme der Berkshire Hathaway Holding war alles andere als ein ausgeklügelter Schachzug. Buffet übernahm den Konzern vielmehr aus Trotz und weniger aus Überzeugung! Grund: Der Investor besass nach mehreren Investitionen in die einstige Textilgesellschaft knapp ein Drittel der ausstehenden Aktien und war bereit, diese für 11,5 US-Dollar an Berkshire im Rahmen eines Wertpapier-Rückkaufprogramms abzutreten. Der damalige Geschäftsführer, Seabury Stanton, hatte Buffet besagten Preis zunächst mündlich zugesprochen. Im letztendlichen Vertrag hingegen war ein Preis von 11,375 US-Dollar pro Aktie eingetragen. In seiner Investment-Ehre verletzt, entschloss sich der damals 35-Jährige, seine Anteile nicht nur zu behalten, sondern weitere dazuzukaufen. Buffet stieg zum Mehrheitseigner auf, entliess den bisherigen Vorsitzenden Stanton und nahm dessen Platz ein! Der frisch gebackene CEO formierte die Holding nach seinen eigenen Vorstellungen um und ernannte seinen langjährigen Weggefährten Charlie Munger zum Co-CEO.

Die Positionen, die im Portfolio von Berkshire Hathaway vertreten sind, erfüllen eine zahlreiche Reihe an Kriterien und wurden teils jahrelang von Buffet und Munger, vor allem aber von Buffet analysiert. Seinen Grundsätzen folgend investiert die US-Legende zum Beispiel lediglich in Unternehmen, die er komplett erwerben würde, deren Geschäftsmodell er gänzlich versteht und deren Aktien er ohne Bedenken zehn Jahre lang halten würde.

Angesichts der Grösse des Firmendepots von Berkshire wollen wir uns im Folgenden auf die drei Top-Positionen konzentrieren. Dies sind derweil Apple, die Bank of America und American Express. Wichtig: Neben den Aktien von rund 44 börsennotierten Unternehmen vereint die Holding zahlreiche weitere Beteiligungen. Deren Gesellschaften sind jedoch nicht an den freien Finanzmärkten gelistet, somit nicht für Privatpersonen investierbar und demnach auch nicht Bestand unserer Recherche.

  1. Apple Inc.

Kaum zu glauben, doch nahezu die Hälfte der von Berkshire Hathaway gehaltenen Aktien entfallen auf Apple (ISIN: US0378331005): 42,7 Prozent macht der Apfel-Konzern im Portfolio aus. Folglich war beziehungsweise ist der Handybauer auch massgeblich für die Kursentwicklung der Berkshire Hathaway Aktie verantwortlich. Wer also in das Buffet-Munger-Imperium investiert, setzt rund die Hälfte seines Geldes auf Apple! Bisweilen mit Erfolg, keine Frage. Dennoch lohnt sich der Blick auf die Konkurrenz, schliesslich könnte auch bei Apple das Goldene Zeitalter zu Ende gehen. Welches Unternehmen kann der 3-Billionen-Dollar-Marke das Wasser reichen? Und welche Aktie dürfte in Zukunft besser performen?

Konzentrieren wir uns zunächst auf den Kernbereich von Apple, den Verkauf von Mobiltelefonen, Peripheriegeräten und Computer. Selbige Produkte vertreibt zum Beispiel die Samsung Electronics Co. LTD (ISIN: KR7005930003), kurz Samsung. Die Südkoreaner können bei Weitem nicht mit solch einer Prestige wie die Kalifornier aufwarten, verkaufen ihre Hightech-Alleskönner allerdings auch zu weitaus günstigeren Preisen. Zudem hat man sich, anders als Apple, unlängst zum Elektro-Gemischtwarenladen entwickeln können. Zur Produktpalette von Samsung gehören neben Smartphones, Tablets und Notebooks auch Haushaltsgeräte wie Kühlschränke, Waschmaschinen und Mikrowellen.

Angesichts der Produktbreite dürfte Samsung der Einstieg in das sagenumwobene Internet of Things (IoT) beziehungsweise Smart Home einfacher als Apple gelingen. Analysten sind sich deshalb einig: Die Samsung Aktie ist ein Kauf! Satte 24 Experten raten zum Kaufen, 12 zum Aufstocken und drei zum Halten. Ein Blick auf die Finanzen offenbart überdies eine Unterbewertung. So wird der Apple Inc. ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 30 zugesprochen, wohingegen es die Samsung Electronics Co. LTD lediglich auf ein KGV von 9,7 bringt. Beide Unternehmen sind selbstverständlich schuldenfrei, weisen eine gesunde Bilanz auf und halten einige Millionen Cash in der Hinterhand. Doch während Apple sein über 100 Milliarden Dollar dickes Finanzpolster für den Rückkauf eigener Aktien aufbringt und somit den Gewinn pro Aktie künstlich steigert, schüttet Samsung 25 Prozent seiner Einnahmen aus. Anleger freuen sich derweil über eine Dividendenrendite von 2,53 Prozent.

Besonders interessant: Analysten zufolge sollen die Umsätze beider Unternehmen in den kommenden Jahren steigen, doch lediglich Samsung wird eine Steigerung der Nettomarge zugetraut. Derweil hinken die Südkoreaner dem Rivalen aus Übersee mit einer Nettomarge von 14 Prozent zwar hinterher. Für 2022 jedoch wird ein Anstieg auf 14,85 Prozent und für 2023 gar auf 16,10 Prozent erwartet. Im Hause Apple soll die Nettomarge von zuletzt 25,88 Prozent auf zunächst 25,33 Prozent und im Jahr 2023 eventuell auf 24,97 Prozent sinken! Die Befürchtung: Auch die treuesten Apple-Kunden könnten im Umfeld galoppierender Inflationsraten nicht mehr bereit sind, die horrenden Preise für iPhone & Co. zu schultern.

Hat Apple also ausgedient? Steht die Aktie des Global Players vor dem Absturz? Mitnichten! Das Tech-Imperium aus Cupertino hat weit mehr als iPhones, iPads und iPods zu bieten. „One More Thing“ hat der Apple Aktie auch in schwachen Marktphasen immer wieder zu neuen Höchstständen verholfen. So sorgten neulich zum Beispiel Gerüchte über ein Hardware-Abo-Modell für neue Kursfantasien. Nicht zuletzt das sehnlichst erwartete Apple Car könnte Anleger um ein weiteres Mal begeistern. Vorausgesetzt, der Apfel schafft es überhaupt auf die Strasse und macht aus dem heissen Gerücht klare Fakten.

Samsung ist der Sprung auf die Strasse bereits gelungen. Denn zu Samsung gehört weit mehr als der Hardware- und Konsumgüter-Produzent. Samsung SDI beispielsweise zählt zu den erfolgreichsten Batterie- und Akkulieferanten der Welt. Samsung Securities bietet ein Rundum-Paket aus Versicherungs- und Vermögensverwaltungsprodukten. Samsung Heavy Industries ist im wahrsten Sinne des Wortes innerhalb des internationalen Schiffsbau ein Schwergewicht. Samsung Biologics vertreibt Antikörper-Medikamente zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen und die Samsung C&T hat sich auf den Stahl- und Chemikalien-Handel spezialisiert.

 

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Werte zum Blogbeitrag
Name Aktuell Diff. Börse
Apple 137,35 USD -2,46 % Nasdaq
Bank Of America 32,56 EUR -2,09 % Lang & Schwarz
Bankunited 37,10 EUR -1,85 % Lang & Schwarz
Mastercard Registered (a) 313,78 EUR -2,07 % Lang & Schwarz
Samsung Electronics 57,75 USD -97,39 % Nasdaq OTC

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