IFRS (International Financial Reporting Standards)

Wovon ist es abhängig, dass nach IFRS bilanziert wird?

Die Abkürzung IFRS (International Financial Reporting Standards) beinhaltet internationale Rechnungslegungsstandards, die seit Januar 2005 kapitalmarktorientierte Unternehmen verpflichten, einen Konzernabschluss nach diesen Standards zu veröffentlichen. Die IFRS umfassen außerdem die bisherigen International Accounting Standards (IAS), die IFRIC (International Financial Reporting Interpretation Committee)-Interpretationen und die, der IFRIC-Interpretationen vorausgegangenen, SIC (Standing Interpretations Committee)-Interpretationen. Zusätzliche Verlautbarungen der IFRS sind das Rahmenkonzept (framework) und das Vorwort (preface). Das Rahmenkonzept ist die Basis der Entwicklung der IFRS durch die IASB und dient, beim Fehlen eines Standards, als Grundlage für die Ableitung von zulässigen Bilanzierungsmethoden. Das Vorwort macht die Ziele und formalen Fragen der IFRS deutlich. Ziel der IFRS ist es, durch eine höhere Qualität der Finanzberichtserstattung, sowie durch eine höhere Transparenz und internationale Vergleichbarkeit, eine Verbesserung der Effizienz der Kapitalmärkte der EU zu erreichen. Sie dienen also nicht, wie im deutschen Recht des HGB (Handelsgesetzbuch), dem Gläubigerschutz, sondern sollen vielmehr Informationen über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens liefern. Die IFRS werden vom IASB (International Accounting Standards Board), einem unabhängigen Gremium von Rechnungslegungsexperten, entwickelt und gelten als Prinzipien-basiert, was bedeutet, dass sie nicht für jeden speziellen Sachverhalt eine Regelung beinhalten, sondern lediglich grundlegende Prinzipien aufstellen, wie man bilanzielle Sachverhalte behandeln soll. Die IFRS sind in englischer Sprache verfasst und in dieser Fassung auch verbindlich. Übersetzungen in andere Sprachen bergen oft die Gefahr von Auslegungsstreitigkeiten und können deswegen nur von der IASB beschlossen und durchgeführt werden.